Kienle, Sanders, Dreitz: "Überbiker" kämpfen um Weltmeisterkrone

Der Weltmeister lässt aus - und doch hat es das Startfeld in sich: Bei den Ironman-70.3-Weltmeisterschaften in Mooloolaba am Sonntag haben die Radspezialisten Sebastian Kienle, Andreas Dreitz und Lionel Sanders den Titel im Blick. Was aber nicht heißt, dass das Rennen auf dem Rad entschieden werden muss.

Von > | 31. August 2016 | Aus: SZENE

Ironman Frankfurt 2016 - Radfahren | Sebastian Kienle (hier beim Ironman in Frankfurt) kämpft am Sonntag an der Sunshine Coast um die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft.

Sebastian Kienle (hier beim Ironman in Frankfurt) kämpft am Sonntag an der Sunshine Coast um die Ironman-70.3-Weltmeisterschaft.

Foto >Michael Rauschendorfer

Mit Lionel Sanders haben sowohl Andreas Dreitz und Sebastian Kienle schon ihre Erfahrungen gesammelt - und speziell bei Kienle ist dabei etwas hängengeblieben. "I think you are some sort of triathlon humanoid", schrieb der frühere Ironman- und Ironman-70.3-Weltmeister nach seinem zweiten Rang beim Ironman 70.3 St. George in Richtung Lionel Sanders, der Kienle bei jenem Rennen im Mai diesen Jahres die Rücklichter zeigte und damit sein neuntes Ironman-70.3-Rennen in Folge gewann. Und zwar, indem er Kienle in dessen Paradedisziplin wehtat: Obwohl er beim Schwimmen rund zwei Minuten auf den Deutschen verlor, konnte sich Sanders auf dem Rad um fast eine Minute von Kienle lösen und mit dem schnellsten Halbmarathonlauf des Tages den Sieg absichern.

Nicht nur ein Dreikampf

Eine ähnliche Erfahrung musste auch Andreas Dreitz schon machen: Beim Ironman 70.3 Texas einen Monat zuvor wurde auch er nur von Sanders besiegt, und auch ihm konnte der Kanadier auf dem Rad deutlich Zeit abnehmen, obwohl das die Paradedisziplin des Deutschen ist. Der "rächte" sich vor wenigen Wochen bei den Ironman-Europameisterschaften in Wiesbaden und rettete dort nach starker Schwimm- und Radleistung den Sieg vor Lionel Sanders ins Ziel. Für Sanders selbst dennoch eine Bestätigung seiner guten Verfassung: Denn weil der Kanadier das Radfahren beinahe ausschließlich auf der Rolle trainiert, hatte er mit den engen und kurvenreichen Abfahrten im Taunus seine liebe Mühe, verlor in diesen Passagen viel Zeit und betrachtete das Ergebnis unter diesen Umständen als gelungenen Formtest. "In Amerika hat er mich besiegt, in Europa ich ihn", sagte Dreitz damals im Ziel. "Jetzt ist es an der Zeit für ein Duell auf neutralem Boden in Australien." Und das bekommt Dreitz am Sonntag bei den Weltmeisterschaften.

Dann allerdings wird der Kampf um den Sieg nicht einfach nur ein Duell zwischen Sanders und Dreitz werden - und das liegt nicht nur an Sebastian Kienle, der sich schon seit mehreren Wochen in Australien vorbereitet, oder an der technisch vergleichsweise leichten und flachen Strecke, die den guten Radfahrern das Leben erschweren könnte. Sondern auch an den übrigen Konkurrenten: Zwar lässt Jan Frodeno das Rennen in Australien aus, um sich gezielter auf den Ironman Hawaii vorzubereiten, dafür sind in Ruedi Wild (SUI), Tim Reed (AUS), Tim Don (GBR), Leon Griffin, Sam Appleton, Joe Gambles, Luke McKenzie, Peter Kerr, Josh Amberger (alle AUS), Brent McMahon (CAN), Terenzo Bozzone (NZL), Jan van Berkel (SUI), Tyler Butterfield (BER), Maurice Clavel (GER) und Guy Crawford (NZL) eine ganze Reihe weiterer Podestanwärter. Aus Deutschland gehen außer Kienle, Clavel und Dreitz als Profis außerdem auch David Breuer, Christian Hörper und Paul Schuster ins Rennen.