Kienle und Dreitz kämpfen im Paradies um den Jackpot

Auf den Bahamas kämpfen die Triathleten am Wochenende zum zweiten Mal in einem innovativen Format um ein sattes Preisgeld. Insgesamt 20 auserwählte Männer und 20 Frauen haben die Veranstalter des Island House Triathlon eingeladen - und die Weltelite folgt dem Lockruf auf die Bahamas.

Von > | 27. Oktober 2016 | Aus: SZENE

Andreas Dreitz beim Ironman 70.3 Wiesbaden

Andreas Dreitz beim Ironman 70.3 Wiesbaden

Foto >Michael Rauschendorfer

Den Lockrufen der attraktiven Inselgruppe und ordentlichen Prämien konnten nur wenige der weltbesten Triathleten widerstehen, doch auch das gegenüber der Premiere im Vorjahr nochmals etwas überarbeitete, innovative Format des Einladungsrennens dürfte vielen Sportlern zugesagt haben. Die Idee: Über drei Tage hinweg messen sich die 20 der weltbesten weiblichen und 20 der weltbesten männlichen Kurz-, Mittel- und Langdistanztriathleten auf unterschiedlichen Kurzdistanz-Formaten, am Ende wird aus der Gesamtzeit der Sieger ermittelt. Dem winken 60.000 Dollar Siegprämie, insgesamt sollen 500.000 Dollar an die Sportler verteilt werden.

Weltmeister und Olympiasieger unter sich

Den Auftakt in die Wettkampfserie, die gerade hinsichtlich der medialen Vermarktung interessant scheint, machen am Freitag Einzelstarts auf Zeit über die Distanzen von 750 Meter im Wasser, 20 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer Laufen. Am Samstag folgt dann ein etwas anders zusammengesetzter, sogenannter "Enduro-Triathlon": Auf 750 Meter Schwimmen folgen dann zunächst fünf Laufkilometer, ehe es für 40 Kilometer auf das Rad, erneut auf die 750 Meter lange Schwimmstrecke und noch einmal in einen Fünf-Kilometer-Lauf geht. Die besten zehn Athleten aus beiden Tagen dürfen am Sonntag dann noch einmal in einem Sprinttriathlon ran, bei dem mit den Zeitabständen aus den beiden vorherigen Tagen im Verfolgungs-Format gestartet wird.

Im vergangenen Jahr entschied ein ähnliches Format bei halb so großem Teilnehmerfeld Gwen Jorgensen für sich - in diesem Jahr wird es für die US-Amerikanerin aber nicht einfacher. Zum einen, weil sich die Olympiasiegerin selbst bereits in der Vorbereitung auf den New York City Marathon befindet, zum anderen aber auch, weil der letztjährigen Drittplatzierten Flora Duffy (BER) in dieser Saison ein gehöriger Schritt nach vorne gelungen ist: Die Kurzdistanz- und Xterra-Weltmeisterin gehört sowohl beim Schwimmen, als auch beim Radfahren zweifelsohne zu den stärksten Athletinnen im Feld, was Jorgensen mit ihrer enormen Laufstärke zu kompensieren versuchen wird. Und dann gibt es da noch 17 weitere Frauen, die ein Wörtchen um die Prämien mitreden wollen: Vor allem die Vorjahreszweite Lisa Norden (SWE), Alicia Kaye (USA), Rachel Klamer (NED), Mirinda Carfrae (AUS), Heather Wurtele (CAN), Leanda Cave (GBR), Helle Frederiksen (DEN), Emma Moffatt (AUS), Katie Zaferes, Sarah True (beide USA) und Ironman-70.3-Weltmeisterin Holly Lawrence dürften sich Chancen ausrechnen. Die Olympia-Vierte Non Stanford (GBR) musste ihren Start wegen einer Achillessehnenverletzung kurzfristig absagen.

Mola und Murray gegen die Mittel- und Langstreckler

Bei den Männern greifen gleich zwei Deutsche in den Kampf um den Jackpot ein - ob Sebastian Kienle nach dem Ironman Hawaii und den Xterra-Weltmeisterschaften auf Maui aber schon wieder die nötige Frische für ein so laktatlastiges Wettkampfformat mitbringt, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz kann sich nämlich auch hier sehen lassen: Der starke Allrounder Richard Murray (RSA) ist, von der Kurzdistanz kommend, in Abwesenheit des Vorjahressiegers Javier Gomez einer der heißesten Anwärter auf den Jackpot, aber auch Timothy O'Donnell (GBR), der im Vorjahr überraschend starke Cameron Dye (USA), Kurzdistanz-Weltmeister Mario Mola (ESP), Tim Reed, Aaron Royle (beide AUS), Jesse Thomas (USA) und Terenzo Bozzone (NZL) dürften Ambitionen haben. Und Andreas Dreitz: Der ausgezeichnete Radfahrer hat sich nach der für ihn enttäuschend verlaufenen Ironman-70.3-WM in Australien im September eine kleine Wettkampfpause verordnet und greift nun wieder an. Ob es für Lionel Sanders (CAN) angesichts dessen Defiziten im Wasser zu einer Topplatzierung reichen wird, bleibt abzuwarten. Wie Kienle versucht sich außerdem auch der Hawaii-Vierte Ben Hoffman am Dreifachschlag aus Ironman auf Big Island, Xterra auf Maui und Island House Triathlon auf den Bahamas.