Kraft auf Dauer

Auf Fuerteventura bereitet sich unser Herausgeber Frank Wechsel auf den Ironman Hamburg vor. Den Wind, der dort herrscht, kennt er ja aus dem Norden. Die Berge eher nicht. Der Blogbeitrag vom zweiten Tag des Trainingslagers.

Von > | 27. März 2017 | Aus: SZENE

Eine alte Trainingsregel sagt: Besser wird man in den Pausen. Wie hier in Pájara.

Eine alte Trainingsregel sagt: Besser wird man in den Pausen. Wie hier in Pájara.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Auch mein zweiter Trainingstag auf Fuerteventura begann wieder vor Sonnenaufgang. Schwimmtraining. Heute mit Anleitung. Auf Bahn 4 reihte ich mich ein, die ist nicht nur bei Schwimmwettkämpfen die schnellste, sondern auch im Camp von Hannes Hawaii Tours. Vom Schwimmen bin ich einst, vor einem Vierteljahrhundert, zum Triathlon gekommen. Ich musste es also nicht neu lernen, als ich nun zum zweiten Mal mit dem Triathlon anfing. Trotzdem hatte die bezaubernde Trainerin Julie Nivoix noch sooo viele Techniktipps für mich auf Lager (für die ich mich allerdings vor dem ersten Kaffee nur wenig empfänglich zeigte). Nach einer Stunde (und damit kurz vor diesem ersten Kaffee) standen schließlich 2.500 Meter zu Buche. Ein guter Start in den Tag.

Berge aus Ei und Lava

Auf den ersten Kaffee folgte ein zweiter, dritter und auch vierter, daneben ein großer Berg Ei mit Speck, Müsli und der eine oder andere Smoothie. Die Sonne war natürlich längst dabei und sollte auch fortan unser Begleiter bleiben. Dann nämlich, als wir zu siebt die Radstrecke des Tages in Angriff nahmen: „Vier Stunden, Schwerpunkt Kraftausdauer“ standen im Trainingsplan von Thorsten, dem ich mich auch heute wieder anschloss. Die eineinhalbfache Wettkampfdistanz des Ironman Hamburg (und ein weiterer Kaffee) standen am Ende im Plan – nicht bezüglich auf die absolvierte Länge, sondern die Höhe. Fast 1.500 Höhenmeter nahm ich gerne mit, denn in Hamburg wüsste ich nicht, wo man die fahren sollte. Die beiden Radrunden des Ironman werden in der Summe rund 1.000 Meter aufweisen, auf 180 Kilometern wohlgemerkt und nicht, wie heute, auf 90. Dafür sollte die Durchschnittsgeschwindigkeit am 13. August ungefähr das 1,5-fache betragen. Aber mit Rechenspielen rund um den Tag X werde ich mich erst sehr viel später beschäftigen.

Light aus am Lighthouse

Thorstens Plan war mit dem Radfahren noch nicht zu Ende, denn dieses war nur die eine Disziplin der Koppeleinheit. Ein Lauf über zwölf Kilometer stand danach noch an. Thorsten ist mit seinen vor drei Jahren erschienenen „Nachrichten vom Ironman“ Buchautor bei uns, sein Coach Nils Gorke mit dem im April erscheinenden „Schnell und effizient laufen“ ebenfalls – und da wir unsere Autoren nach ihren fachlichen Qualitäten aussuchen, schloss ich mich auch hier an. Nun ja, Leuchttürme kenne ich auch aus Hamburg von meinen Laufeinheiten – dort stehen sie allerdings an den Stränden der Elbe. Auf Fuerteventura thront der Leuchtturm auf der Steilküste über dem Atlantik. Und die andere Seite des Bergs, die Leuchtturmstraße, ist nicht weniger steil. Und Thorsten, der sich auf den fünf Wochen vor Hamburg stattfindenden Ironman Frankfurt vorbereitet, schon besser im Schuss als ich. Aus dem gemeinsamen Lauf wurde also ein einsamer Lauf. Trotz eines Tempos von 5:19 Minuten pro Kilometer. Hut ab, Thorsten – ich glaube, wir sollten noch mal zusammen schwimmen gehen …

Franks Trainingslager 2017

Las Playitas, Fuerteventura (Spanien)

Tag

Swim (km)

Bike (km)

Bike (HM)

Run

Total (h)

So., 26.3.

3,2

82,6

1.332

6,7

4:54

Mo., 27.3.

2,5

92,9

1.473

12,1

5:59

Di., 28.3.

2,5

109,0

1.541

5:48

Mi., 29.3.

0:00

Do., 30.3.

2,2

87,0

1.363

3,7

4:47

Fr., 31.3.

2,3

120,7

1.246

5:42

Sa., 1.4.

82,3

993

5,0

4:01

So., 2.4.

200,5

2.949

7:57

Mo., 3.4.

2,4

0:54

Summe

15,1

775,0

10.897

27,5

40:02

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