Kurzdistanz-Spezialisten in Kanada und Tübingen

Nur eine Woche nach dem Rennen in Edmonton zieht die World Triathlon Series weiter - bleibt aber in Kanada. Parallel macht die Triathlon-Bundesliga Station in Tübingen.

Von > | 4. August 2017 | Aus: SZENE

Auch eine Woche nach dem Rennen in Edmonton bleibt die World Triathlon Series Kanada treu.

Auch eine Woche nach dem Rennen in Edmonton bleibt die World Triathlon Series Kanada treu.

Foto >Kevin Mackinnon

Die Orte klingen sich so nah, dabei liegt zwischen ihnen, je nach gewähltem Transportweg, eine mehr als tagfüllende Reise. Edmonton und Montreal liegen zwar beide in Kanada - allerdings rund 3.600 Autokilometer oder viereinhalb Flugstunden voneinander entfernt. Nach diesem Wochenende werden viele Kurzdistanz-Triathleten trotzdem beide Orte kennen. Denn nur eine Woche nach dem World Triathlon Series Rennen in Edmonton steigt die Premiere des Events in Montreal, bei dem natürlich auch ein sehr ähnliches Startfeld wie noch vor Wochenfrist erwartet wird. Denn wer die Wettkampfreise nach Kanada schon einmal angetreten hat, den schrecken auch die 3.600 Kilometer in den Südosten des Landes nicht mehr - zumal es für viele Athleten quasi auf dem Weg zurück nach Europa liegt, wo die meisten der WM-Favoriten herstammen oder ihren Lebens- und Trainingsmittelpunkt haben.

Macht Duffy es erneut allein?

Zumindest für die derzeit besten Männer in der World Triathlon Series gilt das. Mario Mola, Fernando Alarza, Javier Gomez (alle ESP), Jonathan Brownlee (GBR) und Kristian Blummenfelt (NOR) haben allesamt für das Rennen gemeldet und stammen aus Europa. Richard Murray dagegen ist zwar Südafrikaner, allerdings seit einigen Jahren mit der niederländischen Triathletin Rachel Klamer liiert, mit der er häufig Zeit in den Niederlanden verbringt, wo er beim WM-Finale in Rotterdam im September deshalb beinahe schon ein kleines Heimspiel haben wird. Um sich dafür in eine aussichtsreiche Position im Kampf um den WM-Titel zu bringen, muss Murray in Kanada aber im Grunde gewinnen - wobei es ihm dadurch, dass das Rennen am Sonntag über die olympische Distanz ausgetragen werden wird, nicht leichter gemacht wird. Denn die liegt seinem Konkurrenten Javier Gomez besonders gut und birgt zudem die Gefahr, dass sich nach dem Schwimmen eine kleine Gruppe um Gomez, Brownlee und beispielsweise Jacob Birtwhistle (AUS), Pierre Le Corre, Raphael Montoya (beide FRA), Aaron Royle (AUS), Richard Varga (SVK) oder Adrien Briffod (SUI) lösen könnte.

Bei den Frauen ist ein solcher Rennverlauf bereits Routine - nur ist es dort meist keine kleine Gruppe, sondern eine Einzelkämpferin, die alle anderen Athletinnen auf dem Rad alt aussehen lässt: Weltmeisterin Flora Duffy (BER) setzt für ihren Erfolg mit Vorliebe auf Vollgas schon beim Schwimmen und Radfahren, obwohl sie sich selbst in einer reinen Laufentscheidung nicht vor der Konkurrenz verstecken müsste. Wollen sie Duffys Titelverteidigung zumindest gefährdet, sind die Konkurrentinnen gefragt, entweder von Anfang an mit der radgewaltigen Frau von den Bermudas mitzuziehen oder aber im Laufe der 40 Radkilometer eine entschlossene Aufholjagd zu initiieren, woran die Damenkonkurrenz bislang meist scheiterte. Katie Zaferes, Kirsten Kasper (beide USA), Ashleigh Gentle (AUS), Andrea Hewitt (NZL) und Rachel Klamer (NED) sind in dem nur rund 30 Frauen fassenden Startfeld die nominell ärgsten Herausfordererinnen Duffys, von denen deshalb - sollte die Weltmeisterin sich erneut lösen - wohl besonders viel Engagement auf der Radstrecke erwartet werden wird.

Buschhütten bekommt in der Männer-Bundesliga Druck

Deutsche Triathleten und Triathletinnen sind erneut nicht am Start, was aber nicht heißt, dass sie an diesem Wochenende keine Rennen bestreiten. Viele von ihnen zieht es nämlich nach Tübingen, wo das dritte von fünf Rennen der ersten Triathlon-Bundesliga ausgetragen werden wird. Mit dabei sind unter anderem Sophia Saller, Anne Haug, die Italienerin Anna-Maria Mazzetti und die Französin Emmie Charayron, die allesamt für das haushoch favorisierte Team von EJOT Buschhütten starten werden. Auch auf Männerseite haben die Siegerländer mit unter anderem Anthony Pujades (FRA), Jonathan Zipf und Thomas Springer (AUT) ebenfalls erneut die Favoritenrolle inne, aber nicht so klar wie im Frauenrennen. Die jungen Herausforderer vom KiologIQ Team Saar, die auch in der Liga-Tabelle noch in Schlagdistanz zu Buschhütten auf dem zweiten Rang liegen, haben bei günstigem Rennverlauf durchaus eine Siegchance, denn mit Jonas Breinlinger, Maximilian Schwetz, Ian Manthey, Peer Sönksen und Paul Weindl vereinen sie in ihrem Aufgebot eine ganze Menge Talent. Den Konkurrenten aus Potsdam (u. a. mit Lars Pfeifer und dem Spanier Jesus Gomar) und Worms (u. a. Stefan Zachäus, Linus Stimmel und Felix Duchampt) sind ebenfalls Top-Platzierungen in der Mannschaftswertung zuzutrauen.