Lange testet in Frankfurt, Stein in Polen

Einen Monat nach dem Ironman Frankfurt absolviert Patrick Lange beim Frankfurt City Triathlon am Wochenende einen ersten Formtest. Auch Boris Stein zeigt sich wieder im Renngeschehen - und beim Ostseeman wird ein neuer Sieger gesucht.

Von > | 3. August 2017 | Aus: SZENE

Boris Stein

Boris Stein

Foto >Michael Rauschendorfer

Seine erste Saisonhälfte verlief durchwachsen. Der sechste Platz beim Ironman Südafrika reichte Boris Stein zwar zur Hawaiiqualifikation, etwas mehr hätte sich der Koblenzer aber schon erhofft. Kurz danach ereilte ihn ein Außenbandriss - und schließlich mit Rang sieben bei The Championship erst ein erneut "nur" solides, mit dem Sieg bei der Challenge Heilbronn schließlich ein starkes Ergebnis. So, wie Stein die erste Saisonhälfte in Heilbronn beendete, will er am Wochenende seine zweite Saisonhälfte eröffnen - und den richtigen Schwung für eine Topplatzierung beim Ironman Hawaii holen.

Lange, Raphael und Lauf-Exot Neuschwander beim City-Triathlon

Diesen gelungenen Start in die zweite Saisonhälfte will Stein in Polen schaffen. Die Chancen, dass es für ihn beim Ironman 70.3 Gdynia besser läuft als 2014, als er dort Fünfter wurde, stehen gut, denn die Konkurrenz scheint überschaubar. Ivan Tutukin, der im vergangenen Jahr wie einige andere russische Sportler positiv auf Meldonium getestet worden war, aber nicht gesperrt wurde, gehört zu seinen ärgsten Herausforderern. Außerdem haben Daniil Sapunov (UKR), Marek Jaskolka (POL), Markus Liebelt, Jonathan Ciavatella (ITA), Evert Scheltinga (NED), Manuel Kueng (SUI), Christopher Hettich, David Breuer und Cameron Wurf (AUS) gemeldet - wobei Wurf erst am vergangenen Wochenende beim Ironman Switzerland gestartet ist. Die schon einmal wegen Dopings gesperrte Österreicherin Lisa Hütthaler, Eimear Mullan (IRL), Corinne Abraham (GBR), Carolin Lehrieder, Jenny Schulz und Lisa Roberts (USA) gehören auf Frauenseite zu den Favoriten.

Auf der Startliste findet sich zudem auch Mareen Hufe, die tatsächlich allerdings an der Startlinie des Frankfurt City Triathlons erwartet wird, wo sie sich unter anderem mit Daniela Sämmler messen soll. Das Frankfurter Rennen, das in diesem Jahr erstmals auch eine Mitteldistanz beherbergt, sorgt schon seit mehreren Jahren immer wieder durch hochkarätig besetzte Kurzdistanzen für Aufsehen. In diesem Jahr ist das prominenteste Zugpferd auf der olympischen Distanz Patrick Lange, der sich - auch das hat in Frankfurt Tradition - mit einigen ambitionierten Nachwuchsathleten wie dem Bayer Frederic Funk messen muss. Über die Mitteldistanz hat sich der Hannoveraner Jan Raphael angekündigt, außerdem und einer, der zwar eher nicht um den Sieg kämpfen wird, aber trotzdem für viel Aufmerksamkeit sorgt: Lauf-Exot Florian "Flow" Neuschwander will in Frankfurt seinen ersten vollen Triathlon absolvieren und hat sich in seiner Wahlheimat gleich die Mitteldistanz ausgesucht.

Die Vorjahressiegerin kehrt zurück an die Ostsee

Über die doppelt so lange Distanz geht es parallel beim Ostseeman in Glücksburg zur Sache, wo nach Informationen des Flensburger Tageblatts auch der 73-jährige Cheforganisator Reinhard Husen noch einmal selbst um das Finish kämpfen will. Doch das ist nicht das einzige Spannungsmoment, denn der Wettkampf wird nach zwei Erfolgen von Till Schramm zumindest auf Männerseite wohl wieder einen neuen Sieger erleben. Schramm findet sich bei der 16. Auflage des Ostseeman nicht in der Meldeliste, und so rücken andere in den Fokus: Malte Bruns, Thijs Koelen (NED), Matthias Epping und Sören Wallmen gehören zum engeren Favoritenkreis. Auf Frauenseite wird die Ratzeburgerin Liesa Schmidt alles daran setzen, nach 226 Kilometern erneut als erste Frau über die Ziellinie zu laufen. Unter anderem Ulrike Schwalbe und Bianca Grosse werden aber versuchen, das zu verhindern.