Lange und Dirksmeier gewinnen Frankfurt City Triathlon

Es lief für ihn längst nicht alles nach Plan, doch am Ende hat sich Patrick Lange beim Frankfurt City Triathlon den Sieg gesichert. Über die Mitteldistanz unterstrich sein Namensvetter Patrick Dirksmeier, dass man ihn künftig auf der Rechnung haben muss.

Von > | 7. August 2017 | Aus: SZENE

Patrick Lange beim Ironman 70.3 Wiesbaden 2016.

Patrick Lange beim Ironman 70.3 Wiesbaden 2016.

Foto >Michael Rauschendorfer

Erst schnitt er sich auf dem Weg zum Schwimmstart den Fuß an einer Scherbe auf. Dann erwischte ihn beim Radfahren während einiger Überrundungen eine Zeitstrafe, mit der Lange nicht einverstanden war: "Ein paar Überrundete waren anscheinend geflasht und wollten wohl mal ein paar Meter mitfahren. Das führte dazu, dass es in unserer Gruppe etwas unübersichtlich wurde", sagte Lange nach dem Frankfurt City Triathlon in einem Facebook-Live-Video, verärgert über eine neuerliche Zeitstrafe, wie sie ihn schon beim Ironman Hawaii und beim Ironman Frankfurt getroffen hatte. "Die Athleten entwickeln sich in diesem Sport kontinuierlich weiter. Vielleicht sollten das die Wettkampfrichter auch tun", wird der Hawaii-Dritte in einem Newsletter seines Teams zitiert. Doch allem Ärger zum Trotz durfte sich der Darmstädter nahe seiner Heimat beim Frankfurt City Triathlon über die Kurzdistanz als Sieger feiern lassen.

Zwei Zweite und eine siegreiche Sämmler

Der Weg zu diesem Sieg war für Lange, dessen Coach Al-Sultan selbst mehrfach beim City-Triathlon gestartet war und dort von schlechten Beinen bis hin zu Irrläufen auf dem Rundkurs viele Erfahrungen gesammelt hat, aber nicht nur wegen dieser beiden Missgeschicke ein schwieriger, sondern auch wegen der Konkurrenz. Vor allem Nachwuchsathlet Frederic Funk, der sonst speziell im olympischen Triathlonformat mit Windschattenfreigabe Fuß zu fassen versucht, machte Lange in Frankfurt zu schaffen: Beim Schwimmen konnte sich Funk zwar nicht lösen, sorgte zusammen mit Paul Schuster und Sean Donnelly aber bereits für ein hohes Tempo. Auf den rund 45 Radkilometern Rad blieb dieses Quartett aus Funk, Schuster, Lange und Donnelly, mit dem Lange häufig zusammentrainiert, gleich zusammen - was aber eben auch Zeitstrafen sowohl für Lange, als auch für Funk nach sich zog, welche dieser als ebenso unberechtigt empfand wie Lange.

Angerechnet wurden beiden die fälligen jeweils zwei Strafminuten beim Laufen - was für Lange und Funk auf der offiziell zehn Kilometer langen Laufstrecke auf der Zeil nur eine Option ließ: Vollgas. Das klappte bei Lange nach seiner Verletzungs-Auszeit vor dem Frankfurter Ironman schon wieder exzellent, und so rannte er - mit einer reinen Laufzeit von 31:04 Minuten auf der allerdings wohl etwas zu kurzen Strecke - der Konkurrenz davon und rund 30 Sekunden vor Funk zum Sieg beim City-Triathlon. Auch Funk hatte ein glückliches Händchen und im Ziel genau zwei Minuten Vorsprung vor Paul Schuster herausgelaufen, weshalb sich gleich beide über Silber freuen durften. Sean Donnelly wurde Vierter. Die Frauenkonkurrenz gewann die ebenfalls aus der Region stammende Profiathletin Daniela Sämmler nach überlegener Radleistung deutlich vor Ricarda Lisk und Luisa Moroff.

Dirksmeier überlegen

Im Rennen über die Mitteldistanz machte einmal mehr in diesem Jahr der Münsteraner Patrick Dirksmeier auf sich aufmerksam. Nach seinem Sieg bei den ETU-Europameisterschaften in Dänemark, Rang sechs bei der Ironman-70.3-EM und dem dritten Rang bei der Challenge Prag entschied Dirksmeier die erstmals ausgetragene Mitteldistanz in Frankfurt für sich. Ausgeschrieben war diese mit zwei Kilometern Schwimmen, 80 Kilometern Radfahren und 20 Laufkilometern - den auf Strava veröffentlichten GPS-Aufzeichnungen des Ultraläufers Florian Neuschwanders nach waren die Strecken tatsächlich aber wohl zweieinhalb Rad- und einen Laufkilometer kürzer als angegeben. So oder so präsentierte sich Dirksmeier aber extrem dominant: Nach einem guten Schwimmen fuhr er seinem Hannoveraner Konkurrenten Jan Raphael in 1:45:22 Stunden um acht Minuten davon und legte in 1:05:52 Stunden noch die zweitbeste Zeit beim Laufen oben drauf. Im Ziel trennten ihn somit elf Minuten vom Zweitplatzierten Raphael, dem wiederum knapp sieben Minuten später Aljoscha Willgosch als Dritter folgte. Ultraläufer Neuschwander, der in Frankfurt seinen ersten Triathlon absolvierte, lief in 1:05:19 Stunden übrigens noch ein paar Sekunden schneller als Dirksmeier und kam als 24. ins Ziel, nachdem er beim Schwimmen rund elf und beim Radfahren etwa 25 Minuten auf Sieger Dirksmeier verloren hatte.

Auf Frauenseite ging der Sieg über die Mitteldistanz an Mareen Hufe. Die konnte sich schon beim Schwimmen einen rund zweiminütigen Vorsprung auf ihre stärkste Konkurrentin Julia Ertmer erarbeiten und baute diesen auf den knapp 80 Radkilometern anschließend in einer Fahrt über 1:57:39 Stunden auf rund sechs Minuten aus. Beim Laufen ließ sich Hufe dieses Polster nicht mehr nehmen und gewann vier Minuten vor Ertmer und fünfeinhalb Minuten vor Katharina Grohmann, die sich nach durchwachsenem Schwimmauftakt beim Radfahren und Laufen wieder nach vorn gearbeitet hatte.