Laura Lindemann ist Europameisterin

Laura Lindemann ist Triathlon-Europameisterin. Die Potsdamerin setzte sich im Düsseldorfer Medienhafen in einer Sprintentscheidung durch.

Von > | 24. Juni 2017 | Aus: SZENE

Das EM-Podest: Laura Lindemann gewinnt in Düsseldorf vor Jolanda Annen und Vendula Frintova

Das EM-Podest: Laura Lindemann gewinnt in Düsseldorf vor Jolanda Annen und Vendula Frintova

Foto >Jo Kleindl / DTU

Sie habe versucht, ihre Favoritenrolle und den ganzen Druck einfach auszublenden, erklärte Laura Lindemann im Ziel. Und doch: So ganz kalt lassen kann es eine erst 20-Jährige sicherlich nicht, wenn sie vor heimischem Publikum echte Chancen auf ihren ersten Gewinn eines Elite-Europameistertitels hat. Am Ende hat Lindemann starke Nerven bewiesen - und ist ihrem zuvor aufgestellten "Matchplan" treu geblieben: Die Potsdamerin hat sich beim T3 Triathlon in Düsseldorf, wo sie 2015 schon überraschend Deutsche Meisterin geworden war, im Zielsprint ihren ersten Elite-Europameistertitel über die Sprintdistanz gesichert.

Lindemann hängt sich rein

Das Rennen verlief für Lindemann von Anfang an nach Plan. Auf das Startsignal reagierte die Potsdamerin am schnellsten und sicherte sich so bereits beim Startsprung vom Ponton wichtige Zentimeter Vorsprung vor ihren Konkurrentinnen. So stieg die 20-Jährige anschließend zwar nicht ganz an der Spitze, aber doch in Schlagdistanz zu den schnellsten Damen um Teamkollegin Anja Knapp aus dem Wasser. Den langen Weg in die Wechselzone nutzte Lindemann, um wieder nach ganz vorne aufzuschließen. Dabei hätte sie sich gar nicht so hetzen müssen, denn auf der Radstrecke fand sich schnell ein großes Hautpfeld zusammen, in der sich auch die vier Deutschen Lindemann, Knapp, Annabel Knoll und Sophia Saller aufhielten.

Daran änderte sich auf den vier jeweils fünf Kilometer langen Radrunden durch den Düsseldorfer Medienhafen nichts - und so ging es in einem geschlossenen Feld auf die abschließenden fünf Laufkilometer. Und selbst dort schienen sich die Spitzendamen einfach nicht voneinander lösen zu wollen. Nur nach und nach fielen Frauen von der Spitze ab, wo sich unter anderem die frühere Europameisterin Rachel Klamer (NED) um das Tempo bemüht machte.

"Teilweise war es wirklich hart, dort dranzubleiben, aber ich habe einfach die Zähne zusammengebissen und wollte so lange wie möglich in der Gruppe bleiben", erzählte Lindemann später im Ziel. "Mein Ziel war es, eine Sprintentscheidung herbeizuführen und so lange einfach mitzugehen und abzuwarten." Als es dann auf den letzten Kilometer ging, hatte die Potsdamerin dieses Ziel erreicht. In einem langgezogenen Zielsprint löste sich die Deutsche von ihren Konkurrentinnen und stürmte vor Jolanda Annen (SUI) und Vendula Frintova (CZE) zur Elite-Europameisterschaft. Anja Knapp wurde als zweitbeste Deutsche Zehnte, Sophia Saller wurde 17. und Annabel Knoll erreichet den 20. Rang.