Leistungsdiagnostik im Sommer? Darum!

Ende September ist es endlich so weit für Jule vom Racing Aloha Team: Sie wird in Berlin ihren ersten Marathon laufen. Im Blog schreibt Jule über ihre Erfahrungen bei der Leistungsdiagnostik.

Von > | 29. Juni 2017 | Aus: SZENE

Jule von Racing Aloha bei der Leistungsdiagnostik.

Jule von Racing Aloha bei der Leistungsdiagnostik.

Foto >Privat

„Just for fun“ habe ich mich dann für den Berlin Marathon registriert. Wie vielleicht einige von euch wissen, werden die Startplätze vergelost, es ist also Glückssache. Die einen gehen leer aus, die anderen haben Glück. Niemals habe ich damit gerechnet, dass ich eine Zusage bekomme. Daher konnte ich meinen Augen kaum trauen, als ich diese E-Mail in meinem Postfach entdeckt habe:

Sie sind ein Gewinner!

Liebe Jule,

es ist soweit! Wir freuen uns‚ Dir heute mitzuteilen, dass Du ausgelost wurdest: Du bist bei der 44. Auflage des Berlin-Marathons als Teilnehmer dabei!

Krass! Das heißt jetzt für mich als absoluter Rookie auf den langen Distanzen: Training, Training, Training. Etwas untypisch für diese Jahreszeit habe ich dann letzte Woche eine Leistungsdiagnostik gemacht, um mich so effektiv wie möglich auf meine erste Marathonteilnahme vorzubereiten. Was das genau bedeutete wusste ich vorher nicht.

Für welches Leistungsniveau ist eine solche Leistungsdiagnostik sinnvoll?

Sowohl für Laufanfänger als auch für ambitionierte Läufer ist eine Diagnostik sinnvoll. Die Messungen der Leistungsdiagnostik werden zur Berechnung individueller Empfehlungen für optimale Trainingsintensitäten genutzt. Und die konnte ich definitiv gebrauchen. Für Laufanfänger ist es anfangs wichtig zu wissen, in welchen Pulsbereichen man sich bewegen sollte. Für ambitionierte Läufer kann eine Leistungsdiagnostik ein sehr gutes Hilfsmittel für die Trainingssteuerung sein. Für mich ging es ums nackte Überleben bei der Messung auf dem Laufband ...

Wie wird wie getestet?

Als erstes wurden ein Ruhe-EKG und ein Lungenvolumentest gemacht. Als Nichtraucher und sportlicher Mensch habe ich hier Gott sei Dank schon mal ganz gut abgeschnitten. Danach ging es aufs Laufband. "No pain, no gain" gilt nicht nur um Training, sondern auch hier. Wir haben zur Feststellung der Ausdauerleistungsfähigkeit einen sogenannten Mehrstufentest durchgeführt. Gestartet wurde bei einer geringen Laufgeschwindigkeit von ca. 5km/h. Bei gleicher Stufendauer (3 min) wird die Geschwindigkeit konstant um 2km/h bis zur völligen Erschöpfung gesteigert. Und die endgültige Erschöpfung kommt schneller als man denkt. Davon kann jeder ein Lied singen, der sowas schon mal gemacht hat.

Zum Ende jeder Belastungsstufe, wenn man ohnehin schon ordentlich bluten muss, wird dann die Laktatmessung am Ohr vorgenommen. Während des Belastungstests trägt der Sportler eine Atemmaske und eigentlich möchte man am liebsten mal sagen „Luke, ich bin dein Vater“! Doch dafür bleibt einem gar keine Luft. Man ist am Anschlag. Ich zumindest. Die Laktatparty ist bereits in vollem Gange.

Durch die Maske wird die Messung der maximalen Sauerstoffaufnahme ermöglicht. Und daraus kann dann die anaerobe Schwelle ermittelt werden – puh. Hoffentlich geht das gut für mich aus.

Ging das gut für mich aus?

Na klar! Ich habe meine Trainingsbereiche festgelegt bekommen, habe gehört, dass ich mein Training bisher gut gestaltet habe und habe nun wertvolle Tipps für den weiteren Weg in Richtung Berlin bekommen. Über die Körperfettmessung schreibe ich erst gar nicht, die lassen wir einfach unter den Tisch fallen, so wie das Stück Fleischwurst für den Hund beim Abendessen. Abendessen ist ein gutes Stichwort. Mehr Kohlenhydrate gleich mehr Erholung. Mehr Eiweiß gleich mehr Power. Mehr GA1-Training gleich mehr Ausdauer. Ich hab wieder was gelernt, was der Großteil der Leser sicher schon weiß. Aber wie heißt es so schön: Talente fallen nicht vom Himmel, sie trainieren auf der Bahn.