Lionel Sanders verzichtet auf Ironman-70.3-WM

Vor der Saison hatte Lionel Sanders den Sieg der Ironman-70.3-WM als sein größtes Ziel ausgegeben. Nun verzichtet der Topfavorit auf einen Start bei der WM - und setzt damit ein Statement.

Von > | 28. Juni 2017 | Aus: SZENE

Beim Ironman 70.3 Mont-Tremblant am vergangenen Wochenende gewann Lionel Sanders dieses Jahr bereits seine vierte Mitteldistanz.

Beim Ironman 70.3 Mont-Tremblant am vergangenen Wochenende gewann Lionel Sanders dieses Jahr bereits seine vierte Mitteldistanz.

Foto >Courtesy Ironman 70.3 Mont-Tremblant

Damit hat wirklich keiner gerechnet: Mitteldistanz-Spezialist Lionel Sanders verzichtet trotz seiner Favoritenrolle freiwillig auf die Ironman-70.3-WM am zweiten Septemberwochenende in Chattanooga. Dabei hatte der Kanadier bereits im vergangenen Jahr die Ironman-70.3-WM als sein größtes Ziel ausgegeben, scheiterte nach langer Siegesserie jedoch ausgerechnet bei der WM ziemlich deutlich und wurde lediglich Neunter. Nicht zuletzt, weil das Windschattenfahren an diesem Tag  in der Spitzengruppe sehr ausgeprägt gewesen sei, was unter anderem auch Sebastian Kienle, Andreas Dreitz und Josh Amberger nach dem Wettkampf berichteten. Noch vor wenigen Monaten kündigte Sanders an, mit Wut im Bauch nach Chattanooga reisen, und sich den WM-Titel holen zu wollen. Nun die unerwartete Kehrtwende: Im Interview mit dem Triathlon Magazine Canada berichtete Sanders vor seinem Sieg beim Ironman 70.3 Mont-Tremblant am, vergangenen Wochenende, dass er 2017 nicht bei der Ironman-70.3-WM antreten werde. "Solange es bei einer Ironman-70.3-WM keine 20 Meter lange Windschattenbox gibt, werde ich dort nicht antreten", nannte Sanders als Hauptgrund. Bei der Challenge Samorin bewies Sanders zuletzt, dass die neue 20-Meter-Regelung der Challenge-Serie ihm entgegen kommt und setzte sich dort unter anderem gegen den zweifachen Olympiasieger Alistair Brownlee, Sebastian Kienle und Michael Raelert durch.

Stattdessen wird Sanders Ende August bei der ITU-Langdistanz-WM in seinem Heimatland an den Start gehen. Und damit nicht genug. Der große Fokus wird für Sanders in diesem Jahr erstmals auf der Ironman-WM liegen. "Ich fühle mich so, als wenn jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, in Kona voll anzugreifen. Ich habe genug Lehrgeld gezahlt, fühle mich jetzt mental bereit und habe die nötigen Erkenntnisse, was Equipment und Verpflegung angeht", sagt Sanders, der vor der Saison eigentlich für sich beschlossen hatte, nicht mehr auf Hawaii zu starten, solange er sich bei der ersten Disziplin nicht signifikant verbessern würde. Die Schwimmresultate der vergangenen Rennen dürften ihn allerdings zufrieden stellen. Damit dürfte der Favoritenkreis für den Hawaiisieg in diesem Jahr um einen heißen Kandidaten erweitert worden sein.