Michael Raelert will Triple in Florida

In Miami greift Michael Raelert nach seiner langen Verletzungspause erstmals wieder ins Renngeschehen ein - mit hohen Ambitionen. Ein Sieg für den Rostocker würde das Triple auf dem schnellen Kurs des Ironman 70.3 Miami bedeuten. Doch den dritten Sieg in Folge bekommt Raelert nicht geschenkt, denn auch andere große Namen gehen an den Start.

Von > | 20. Oktober 2016 | Aus: SZENE

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Auch wenn die Triathlon-Saison in Deutschland vorbei ist, locken späte internationale Rennen die Top-Athleten, ihre Spätform unter Beweis zu stellen - wie der Ironman 70.3 Miami. Viele von den Startern lassen dort ihre Saison ausklingen. Nicht so Michael Raelert: Für den Rostocker ist das Rennen ein Comeback, und erst sein zweiter Triathlon im Jahr 2016, nachdem bei Raelert im Anschluss an den Ironman 70.3 St. George im Mai der Epstein-Barr-Virus wieder aufflammte. Nach längerer Pause steigt der Rostocker am Wochenende nun wieder ins Wettkampfgeschehen ein. Der Ironman 70.3 Miami spielt für Raelert eine besondere Rolle: Die vergangenen beiden Jahre konnte der 35-Jährige das Rennen für sich entscheiden. Ob es beim Comeback prompt zum "Triple" reicht? "Das ist ein hoher Anspruch an mich selbst. Ich fühle mich aber bereit für einen Wettkampf mit richtig hohem Tempo", sagt Raelert vor dem Rennen am Sonntag.

In der Vorbereitung auf die Mitteldistanz in Florida nutzte Michael Raelert den Hanse-Run in Lübeck über 10 Kilometer, um schnelle Trainingskilometer zu sammeln. Die Anreise aus Rostock verzögerte sich jedoch so lange, dass Raelert in letzter Minute ohne Startnummer am Start stand und außerhalb der Wertung lief. Dennoch gewann er mit großem Abstand. Auch beim Ostsee-Staffelmarathon ging der Mitteldistanz-Spezialist für eine harte Trainingseinheit an den Start. „Die letzten Trainingswochen haben mir gezeigt, dass ich wieder auf einem hohen Leistungslevel bin“, blickt Raelert optimistisch auf das Rennen. Der Kurs des Ironman 70.3 Miami gilt als besonders schnell. 2014 gelang es Raelert mit einer Radzeit von 2:01:56 Stunden fast, die magische Zwei-Stunden-Marke zu unterbieten, während Radrakete Andrew Starykowicz mit 1:56:11 Stunden die schnellste Ironman-70.3-Radzeit aller Zeiten aufstellte, jedoch beim Laufen von Raelert auf Rang zwei verdrängt wurde. 

Offener Schlagabtausch ist wahrscheinlich

Doch auf dem Weg zum Triple hat es Raelert mit starker Konkurrenz zu tun. Der Neuseeländer Terenzo Bozzone wurde bei der diesjährigen Ironman-70.3-WM Vierter und konnte das Rennen in Miami bereits 2013 für sich entscheiden. Auch der starke Kurzdistanzler Sven Riederer aus der Schweiz versucht sich in Miami an der für ihn ungewohnten Mitteldistanz und gilt vor allem als extrem starker Läufer. Aus deutscher Sicht können auch Horst Reichel und der Kurzdistanzler Franz Löschke um die vorderen Plätze mitmischen. Als weiterer Mitfavorit auf den Sieg gilt der Russe Ivan Tutukin, der zuletzt beim Ironman Barcelona den zweiten Platz belegte. Tutukin war vor wenigen Wochen positiv auf das in diesem Jahr verbotene Meldonium getestet worden, muss dafür aber keine Sperre absitzen. Der Vorjahresdritte Santiago Asceno (BRA) und Landsmann Fabio Carvalho sind ebenfalls gemeldet und können sich gute Chancen ausrechnen. Guy Crawford aus Neuseeland und der US-Amerikaner Matt Hanson runden das starke Feld der Profis ab. 

Lawrence gegen Cave

Im Frauenfeld der Profis bahnt sich ein Zweikampf an. Ironman-70.3-Weltmeisterin Holly Lawrence aus Großbritannien ist am Start und gilt somit als Top-Favoritin. Die größte Konkurrentin der Weltmeisterin ist Landsfrau Leanda Cave, die im vergangenen Jahr bereits beim Ironman 70.3 Miami auf dem zweiten Platz landete. Die drei US-Amerikanerinnen Jennifer Spieldenner, Jessica Chong und Ashley Clifford sind ebenfalls gut für vordere Platzierungen. Auch Ellie Salthouse (AUS) und Amanda Stevens (USA) können sich Chancen auf das Podium ausrechnen.