Michael Raelert wird Ironman-70.3-Europameister

Im hochkarätigen Feld der Ironman-70.3-EM in Dänemark behielt Michael Raelert am Ende die Nase vorn. Andreas Böcherer und Nils Frommhold machten den deutschen Dreifachsieg perfekt.

Von > | 18. Juni 2017 | Aus: SZENE

Michael Raelert feiert zwei Wochen nach dem dritten Platz bei \"The Championship\" seinen dritten Ironman-70.3-EM-Titel.

Michael Raelert feiert zwei Wochen nach dem dritten Platz bei "The Championship" seinen dritten Ironman-70.3-EM-Titel.

Foto >Getty Images

Nach seinen Verletzungssorgen aus 2016 und einer kleinen Durststrecke am Anfang des Jahres bewies Michael Raelert bereits vor zwei Wochen bei der Challenge Samorin (The Championship), dass man wieder mit ihm rechnen sollte. Schon im Vorfeld kündigte Raelert an, bei der Ironman-70.3-EM 2017 seinen dritten EM-Titel über diese Distanz holen zu wollen. Seinen Worten ließ er Taten folgen: Der 36-Jährige legte im Vergleich zu seiner Performance vor zwei Wochen noch eine Schippe drauf und demonstrierte, dass er in guter Verfassung keine Schwäche in den einzelnen Disziplinen besitzt. 

Raelert führt schnelle Schwimmgruppe an

Bereits bei den 1,9 Kilometern der Auftaktdisziplin übernahm Raelert die Führungsarbeit. Mit einer schnellen Zeit von 21:45 Minuten stieg der 36-Jährige als Erster aus dem Wasser. Binnen 20 Sekunden folgten zehn weitere Athleten, darunter auch die Mitfavoriten Nils Frommhold, Andreas Böcherer, Ruedi Wild und Patrick Dirksmeier. Auf der Radstrecke setzten die Favoriten sofort erste Akzente: Auch hier war es Michael Raelert, der mit Nils Frommhold im Schlepptau die Flucht nach vorn versuchte. Bei Kilometer 30 lag das Duo 45 Sekunden vor der großen Verfolgergruppe um Patrick Dirksmeier, Andi Boecherer, Patrik Nilsson (SWE) , Ruedi Wild (SUI), Rodolphe von Berg (USA), Pieter Heemeryck (BEL), Andreas Dreitz, Ivan Tutukin (RUS) und Sylvain Sudrie (FRA). Mit ständigen Positionswechseln innerhalb der Gruppe versuchten die Athleten permanent, den relativ geringen Vorsprung zu egalisieren.

Michael Raelert machte auf dem Rad von Anfang an Druck.

Michael Raelert machte auf dem Rad von Anfang an Druck.

Foto >Ironman

Wenige Kilometer später begann die große Gruppe auseinander zu fallen. Besonders Andi Böcherer und Andreas Dreitz ergriffen die Initiative und fuhren immer weiter nach vorn. Währenddessen mussten Patrick Dirksmeier und Ruedi Wild etwas abreißen lassen, Patrik Nilsson wurde durch einen Platten bei Kilometer 40 zum Aufgeben gezwungen. Böcherer schaffte es als einziger Athlet noch, bis zum Führungsduo aufzufahren und die drei Deutschen rollten gemeinsam in die zweite Wechselzone. Zwei Minuten später folgte Andreas Dreitz, kurz darauf Patrik Dirksmeier, Pieter Heemeryck und Ruedi Wild. 

Nils Frommhold überzeugte mit einer starker Radleistung.

Nils Frommhold überzeugte mit einer starker Radleistung.

Foto >Ironman

Raelert läuft allen davon

Schon zu Beginn der Laufstrecke schlug Michael Raelert ein hohes Tempo an und brachte auf den ersten drei Kilometern 30 Sekunden zwischen sich und seine Verfolger. Die Führung sollte er auch bis zum Ende des Halbmarathons nicht mehr hergeben. In 1:14:36 Stunden lief Raelert eineinhalb bis zwei Minuten schneller als seine direkten Verfolger und sicherte sich den EM-Titel mit einer Gesamtzeit von 3:42:52 Stunden. Platz zwei ging an einen starken Andi Böcherer (3:44:26 Std.), der sich bei Nils Frommhold für das Laufduell beim Ironman 70.3 St. Pölten revanchierte und dieses Mal die schelleren Beine hatte. Frommhold komplettierte das deutsche Podest nach 3:45:25 Stunden. Patrick Dirksmeier landete eine Woche nach seinem Gewinn des ETU-EM-Titels auf Platz sechs, Andreas Dreitz erwischten beim Laufen keinen guten Tag (1:24 Std. Halbmarathon) und landete auf Platz neun. 

Michael Raelert gab seine Führung beim Laufen nicht mehr her.

Michael Raelert gab seine Führung beim Laufen nicht mehr her.

Foto >Ironman

Luxford gewinnt spannendes Frauenrennen

Auch bei den Frauen entfachte von Beginn an ein spannender Kampf um den EM-Sieg. Annabel Luxford (AUS) stieg mit den beiden dänischen Lokalmatadorinnen Helle Frederiksen und Camilla Pedersen nach 23:34 Minuten aus dem Wasser. Auch die Radstrecke absolvierte das Trio gemeinsam an der Spitze. Es spitzte sich also auf eine Laufentscheidung zu. Dort bewies Luxford ihre Stärke und setzte sich mit dem schnellsten Halbmarathon (1:21:42 Stunden) durch. Nach 4:07:00 Stunden kam die Australierin zweieinhalb Minuten vor Helle Frederiken (4:09:34 Std.) ins Ziel. Platz drei erlief sich durch einen Halbmarathon in 1:23 Stunden noch die Finnin Kaisa Sali (4:10:28 Std.). Camilla Pedersen landete schließlich auf Rang vier. Die Deutsche Diana Riesler landete nach 4:21:01 auf Rang acht, Astrid Stienen beendete das Rennen vorzeitig auf der Laufstrecke.

Die drei ersten Frauen ließen bei der Siegerehrung die Korken knallen.

Die drei ersten Frauen ließen bei der Siegerehrung die Korken knallen.

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