Mola und Duffy gewinnen in Yokohama

Die Weltmeister triumphieren in Japan: Mario Mola und Flora Duffy haben das dritte Rennen der World Triathlon Series gewonnen. Für das größte Aufsehen sorgte aber erneut Jonathan Brownlee.

Von > | 15. Mai 2017 | Aus: SZENE

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Beim Weltmeisterschafts-Finale auf Cozumel kollabierte Jonathan Brownlee im vergangenen Jahr wenige Meter vor der Ziellinie, wurde von seinem Bruder Alistair ins Ziel geschleift und verpasste dadurch zwar den Gewinn des Weltmeistertitels, erfuhr für diese bemerkenswerten Bilder aber immerhin breite mediale Aufmerksamkeit über die Triathlonszene hinaus. Bei seinem ersten Rennen seit dem missglückten Versuch des Titelgewinns in Mexio, dem WM-Serienrennen in Yokohama, sorgte Jonathan Brownlee nun erneut für besondere Fernsehbilder. In einer großen Gruppe an der Spitze liegend wurde der Brite auf den letzten Radkilometern vor dem zweiten Wechsel zu Boden gerissen, weil ein Konkurrent im japanischen Regen stürzte. Brownlees Rad wurde dabei demoliert - doch statt auszusteigen und sich auf andere Rennen zu konzentrieren, schulterte Brownlee seinen fahruntüchtigen Rennboliden und rannte das restliche Stück zum zweiten Wechsel barfuß und anschließend sogar noch die regulären zehn Laufkilometer bis ins Ziel.

Mola beim Laufen überlegen

Sympathien hat Brownlee mit dieser Willensleistung gewonnen - der Sieg im Rennen war für ihn durch das Missgeschick natürlich außer Reichweite. Denn in einem Wettkampf, der geprägt war von starken Regenfällen, kam es dort ganz auf das Laufen und eine gute Position beim zweiten Wechsel an. Diese Ausgangslage nutzte der amtierende Weltmeister Mario Mola, der den Wettkampf vor seinem Landsmann Fernando Alarza für sich entschied, Dieser war die zehn Kilometer sogar noch wenige Sekunden schneller gelaufen als Mola, hatte beim Wechsel zuvor aber entscheidende 13 Sekunden auf Mola liegen lassen. Den dritten Rang erkämpfte sich knapp hinter Alarza der Norweger Kristian Blummenfelt vor Henri Schoeman (RSA). Javier Gomez, der im Vorfeld des Rennens gesundheitliche Probleme gehabt hatte, musste sich mit dem neunten Rang begnügen. Der deutsche Nachwuchsathlet Lasse Lührs erreichte das Ziel auf dem 29. Rang. Der zweite Deutsche am Start, Justus Nieschlag, fuhr sich früh im Rennen einen Platten ein. Zwar rettete er sich auf nasser Fahrbahn noch bis zu einer Materialstation, dort konnte dem Niedersachsen aber nicht geholfen werden, weshalb er das Rennen aufgab.

Duffy spielt ihre Offroad-Qualitäten aus

Auch bei den Frauen entschied die amtierende Weltmeisterin den dritten WM-Wettkampf des Jahres für sich. Nachdem Flora Duffy (BER) die ersten beiden Saisonrennen verletzungsbedingt abgesagt hatte, war das allerdings nicht selbstverständlich - und einmal mehr auch ihrer außergewöhnlichen Radbeherrschung zuzuschreiben. Denn in dem Regen spielte die mehrfache Xterra-Weltmeisterin Duffy ihre Offroad-Qualitäten aus und löste sich auf den 40 Radkilometern zusammen mit Sophie Coldwell (GBR) von den starken Läuferinnen im Verfolgerfeld. Anschließend ließ sie in 34:25 Minuten noch die viertschnellste Zehn-Kilometer-Laufzeit des Tages folgen und gewann das Rennen mit beeindruckenden fast zwei Minuten Vorsprung vor Katie Zaferes und Kirsten Kasper (beide USA). Die einzige deutsche Starterin, Laura Lindemann, beendete den Wettkampf auf dem 21. Rang und ärgerte sich hinterher über taktische Fehler, die sie eine besssere Platzierung gekostet haben könnten.