Patrick Lange gewinnt Ironman 70.3 Rügen

Fünf Wochen vor dem Ironman Hawaii fand Patrick Lange beim Ironman 70.3 Rügen zu alter Laufstärke zurück und gewann souverän seinen letzten Form-Check vor der WM.

Von > | 10. September 2017 | Aus: SZENE

Patrick Lange gewinnt den Ironman 70.3 Rügen.

Patrick Lange gewinnt den Ironman 70.3 Rügen.

Foto >Alexander Siegmund

Patrick Lange gewinnt souverän die vierte Ausgabe des Ironman 70.3 Rügen und zeigt sich fünf Wochen vor der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii in Top-Form. Franz Löschke sorgt für einen deutschen Doppelsieg, Nils Frommhold erwischte keinen guten Tag.

Bei besten Bedingungen deutete alles hin auf einen deutschen Zweikampf auf der Ferieninsel Rügen: Patrick Lange und Nils Frommhold planten das Rennen als letzten Formtest vor der Weltmeisterschaft ein – und machten schon im Vorfeld des Rennens deutlich, dass nur der Sieg zählt: „Ich möchte mich immer dort befinden, wo es um den Sieg geht und mein eigenes Ding durchzuziehen“, war die Kampfansage von Frommhold vor dem Rennen. 

Patrick Lange setzt Akzente auf der Radstrecke

Auf dem Rad war es aber nicht der starke Radfahrer Frommhold, der Akzente setzte, sondern Patrick Lange, der als Erster das Wasser verließ und nach dem Wechsel einen 30-sekündigen Vorsprung rausfahren konnte. Erst zum Ende der ersten Runde konnte der in Freiburg lebende Frommhold die Lücke schließen und zusammen mit Patrick Lange rund zwei Minuten vor den nächsten Verfolgern auf die zweite Runde gehen.

An der Konstellation änderte sich bis zum Ende der zweiten Disziplin nichts. Gemeinsam fuhren die beiden Top-Favoriten Frommhold und Lange in die Wechselzone. Dahinter bildete sich eine zweiköpfige Verfolgergruppe mit Johannes Moldan und Marcus Herbst, die sich mit nur 30 Sekunden Rückstand in Schlagdistanz gebracht haben. Timo Bracht, der auf Rügen das vorletzte Rennen seiner Karriere absolvierte, und Franz Löschke langen zu diesem Zeitpunkt knapp fünf Minuten hinter der Spitze auf Platz sechs und sieben.

Kampf um die weiteren Podest-Plätze

Auf der Laufstrecke spielte Patrick Lange von Beginn an seine Stärke aus und konnte sich innerhalb der ersten Kilometer einen einminütigen Vorsprung auf Nils Frommhold erarbeiten. Lange, der zu Beginn der Woche noch eine Leistungsdiagnostik absolvierte, und sich vor dem Rennen optimistisch gab („Ich freue mich darauf, die Werte auf die Straße zu bringen“), zeigte ein Rennen ohne Schwächen und baute seinen Vorsprung auf der Laufstrecke kontinuierlich aus. Dahinter entfachte der Kampf um die Podest-Plätze. Vor allem Franz Löschke konnte seiner Ankündigung vor dem Rennen („Ich werde für ordentlich Speed sorgen“) Taten folgen lassen. Nach rund 13 Kilometern konnte der Kurzdistanz-Spezialist seinen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber Frommhold ausspielen und den zweiten Platz übernehmen. Frommhold, der das Rennen zwei Wochen nach einem langen Höhentrainingslager als „Experiment“ gesehen hat, verlor daraufhin noch weitere Plätze und kam schließlich als Elfter ins Ziel.

Patrick Lange im Ziel: "Rügen rockt!"

Nichts mehr anbrennen hingegen ließ Patrick Lange, der den Halbmarathon in unter 1:12 Stunden lief und das Rennen mit sechs Minuten Vorsprung für sich entscheiden konnte. Sichtlich zufrieden zeigte er sich daraufhin im Ziel, freute sich über die schnelle Laufzeit und die Atmosphäre an der Strecke: „Rügen rockt!“

Franz Löschke überzeugte mit einem schnellen Halbmarathon in 1:13 Stunden und sicherte sich mit Platz zwei den größten Erfolg auf seiner noch jungen Mitteldistanz-Karriere. Das Podest komplettiert der Pole Lukasz Kalaszczynski, der erst auf dem letzten Kilometer den Deutschen Marcus Herbst von Platz drei verdrängen konnte.

Mit Marcus Herbst (4.), Christopher Hettich (6.), Johannes Moldan (7.), Timo Bracht (8.) und Tobias Drachler (10.) finden sich insgesamt sieben Deutschen unter den Top 10 wieder.

Ironman 70.3 Rügen, Ergebnisse der Männer

  1. September 2017

Name

Nation

Gesamt

1,9 km Swim

90 km Bike

21,1 km Run

1

Patrick Lange

GER

3:43:46

24:37

2:02:43

1:11:51

2

Franz Löschke

GER

3:49:48

25:13

2:07:02

1:13:07

3

Lukasz Kalaszczynski

POL

3:51:08

26:41

2:05:50

1:14:05

4

Marcus Herbst

GER

3:51:22

26:04

2:02:07

1:18:48

5

Adrian Haller

CHE

3:52:07

26:01

2:04:13

1:16:53

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