Pereira gewinnt, Nygaard-Priester sorgt für Spektakel

Joao Pereira hat die Sprint-Europameisterschaften in Düsseldorf gewonnen. Bis kurz vor dem Ziel sorgte aber ein Deutscher für Furore.

Von > | 24. Juni 2017 | Aus: SZENE

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Im Ziel ballt Lasse Nygaard-Priester die Faust und lässt einen Jubelschrei heraus, dann posiert er kurz für die Kamera. Zwei Jahre lang war bei dem 21-Jährigen wegen Problemen mit der Achillessehne sportlich gar nichts zusammengelaufen. Und jetzt, wo die Europameisterschaften über die Sprintdistanz für Altersklassen und Elite beim T3 Triathlon in Düsseldorf stattfinden, ist er endlich wieder mit von der Partie. Und wie! Über drei der fünf Laufkilometer hinweg führte der Saarbrücker das Rennen sogar an. Am Ende feierte er als Sechster das beste Ergebnis des deutschen Teams an diesem Tag.

Lasse Nygaard-Priester führt nach drei Kilometern das Feld an.

Lasse Nygaard-Priester führt nach drei Kilometern das Feld an.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Lührs schwimmt vorn mit

Dabei war dieser Tag für ihn kein leichter. "Beim Schwimmen habe ich keinen so guten Start erwischt", sagte Nygaard-Priester im Ziel selbst. Rund eine Minute verlor er in der Auftaktdisziplin auf die schnellsten Schwimmer, zu denen sich sein Namensvetter Lasse Lührs aber in Schlagdistanz hielt. Dem jungen Potsdamer glückte so nach wenigen Radkilometern der Sprung in eine etwa zwölf Mann große Spitzengruppe, in der vor allem Vincent Luis (FRA) dafür zu sorgen versuchte, dass die Verfolger um die anderen Deutschen Nygaard-Priester, Lars Pfeifer und Ian Manthey nicht näher kommen würden.

Doch all die Mühe war umsonst: "Unsere Gruppe war mit einigen starken und motivierten Radfahrern gespickt", erzählte Nygaard-Priester. "So haben wir es mit harter Arbeit kurz vor dem zweiten Wechsel dann doch noch geschafft, nach vorne aufzuschließen."

Nygaard-Priester genießt und rast

Auch dieser Wechsel gelang dem 21-Jährigen hervorragend, und so sah er sich nach wenigen Metern plötzlich in Führung laufend. "Nach den schwierigen letzten zwei Jahren wollte ich das Rennen von da an einfach nur noch genießen", sagt Nygaard-Priester, der sich eigentlich gerade erst wieder im Aufbau befinde. Er tat das, indem er auf dem Gaspedal blieb und löste sich zwischenzeitlich um über fünf Sekunden von den schnellsten Verfolgern, ohne dabei wirklich an den Sieg zu glauben.

"Wir hatten vorher im Team darüber gesprochen, dass wir den Zuschauern bei unserem Heimspiel etwas bieten wollen. Ich glaube, das habe ich heute gemacht", sagte Nygaard-Priester anschließend. Erst auf dem letzten Kilometer zogen einige Konkurrenten an dem jungen Deutschen vorbei, in einer Sprintentscheidung setzte sich Joao Pereira (POR) in 57:33 Minuten vor Pierre Le Corre (FRA) und Joao Silva (POR) durch. Hinter dem Sechstplatzierten Nygaard-Priester (57:45 Minuten) wurde Lasse Lührs als Achter zweitbester Deutscher, auch Lars Pfeifer knackte als Neunter die Top-Ten. Der vierte Deutsche, Ian Manthey, wurde auf der Radstrecke in einen Massensturz verwickelt, der durch ein quer auf der Strecke stehendes Polizeimotorrad ausgelöst worden sein soll. Im Gegensatz zu zwei anderen Sportlern soll sich Manthey dabei aber nicht schwerer verletzt haben.