Philipp und Raelert treffen auf Ryf und Gómez

Der Ironman 70.3 Dubai bietet auch 2017 die erste Gelegenheit für ein echtes Triathlon-Kräftemessen. Und einige der weltbesten Sportler wollen das nutzen.

Von > | 25. Januar 2017 | Aus: SZENE

Javier Gómez

Javier Gómez

Foto >Getty Images / Ironman

Dass das Rennen so gut besetzt ist, liegt allerdings nicht nur am Zeitpunkt, sondern vor allem auch an der Börse: Insgesamt 100.000 Dollar Preisgelder werden am Freitag an die Sportler verteilt. Das ist mehr, als es beispielsweise bei der Ironman-70.3-EM 2017 zu holen geben wird - auf der Mitteldistanz ist unter Ironman-Branding lediglich die Weltmeisterschaft in Chattanooga (USA) noch besser dotiert. Zudem soll das Rennen in Dubai laut einer Pressemitteilung des Teams Bahrain Endurance 13 auch 2017 den Auftakt zur "Triple Crown" bilden. Die Spielregen bislang: Wer alle drei zugehörigen Rennen gewinnt, bekommt eine Million Dollar Prämie. Der Ironman-Weltmeisterin Daniela Ryf (SUI) gelang das in der Ausgabe 2015. Welche Rennen 2017 außerdem zur Serie gehören, ist allerdings noch unklar. Die Website der Nasser bin Hamad Triple Crown wurde noch nicht mit den Daten zur Serie 2017 aktualisiert.

Gómez baut vor

Nach dem Rennen in Dubai ist der Gewinn der Prämie aber vermutlich sowieso nur noch für die beiden Sieger möglich. Die Chancen stehen gut, dass das bei den Männern Javier Gómez sein könnte: Der Spanier hat das Training seit seiner verletzungsbedingten Absage der olympischen Spiele vorsichtig wieder aufgebaut und sich von großen Wettkämpfen bislang ferngehalten - aber bereits erklärt, dass er verschärft über ein Langdistanz-Debüt nachdenkt. Das Rennen in Dubai soll für ihn nach eigenen Angaben nun der Validierung seines Startplatzes für die Ironman-70.3-WM dienen – "für den Fall, dass ich da starten will", sagt Gómez im Vorfeld. Die Wahrscheinlichkeit, dass er das möchte, steigt aber mit einem Sieg in Dubai. Denn in den bisherigen zwei Auflagen war das Weltmeisterschaftsrennen jeweils auch Bestandteil der Triple Crown.

Leicht wird es Gómez aber nicht gemacht. Einer seiner Hauptkonkurrenten kommt aus Deutschland: Michael Raelert meldet sich nach einem kurzen Trainingsblock wieder im Wettkampfgeschehen zurück und könnte den Galizier an seine Grenzen bringen. Auch Josh Amberger (AUS), der im vergangenen Jahr Sieger Jan Frodeno jagte, ist wieder mit von der Partie - ebenso wie der meist unspektakulär, aber effizient agierende Schweizer Ruedi Wild, der sich bei den Ironman-70.3-Weltmeisterschaften 2016 in Australien den dritten Rang sicherte. Timothy O'Donnell (USA), Tyler Butterfield (BER), Manuel Küng (SUI) und Martin Jensen (DEN) gehören ebenso zum Feld der Anwärter auf Top-Platzierungen wie auch die Deutschen Per Bittner und Christian Kramer. Außerdem werden aus Deutschland Michael Rünz, Marcus Herbst und Alexander Schilling an den Start gehen. Offensichtlich zurückgezogen haben ihre Startzusage Andreas Dreitz und Terenzo Bozzone (NZL), die sich in einer aktuellen Startliste nicht mehr wiederfinden.

Zwei Schweizerinnen an der Spitze

Das Startfeld der Frauen steht dem der Männer in diesem Jahr in Sachen Spannung in nichts nach - auch wenn zwei altbekannte Schweizerinnen zumindest in der Papierform wieder die Spitzenpositionen einnehmen: Vorjahressiegerin Daniela Ryf und ihre Landsfrau Caroline Steffen gehen als Favoritinnen auf einen Erfolg in Dubai ins Rennen. Konkurrenz bekommen sie beispielsweise durch Laura Philipp, die allerdings erklärt, das Rennen in erster Linie aus Spaß mitzunehmen. "Ich habe in der Saisonvorbereitung bislang vor allem im Grundlagen- und im hochintensiven Bereich gearbeitet und dort neue Bestleistungen aufgestellt. Das wird mir im Rennen jetzt aber noch nicht so viel helfen", sagt sie. Diana Riesler und Mareen Hufe haben ebenfalls für den Wettkampf gemeldet und könnten vorne mitmischen - müssen sich dafür aber mit einer ganzen Reihe ambitionierter Sportlerinnen messen: Kaisa Lehtonen (FIN), Jocelyn McCauley (USA), Tine Deckers (BEL), Yvonne van Vlerken (NED), Emma Bilham (SUI), Sarah Crowley, Linsey Corbin (beide USA), Nikki Bartlett, Emma Pallant und Lucy Charles (alle GBR) können sich ebenfalls Hoffnungen auf Top-Fünf-Platzierungen machen.

Das Rennen in Dubai wird am Freitag um 4:00 Uhr morgens deutscher Zeit gestartet. tri-mag.de berichtet wie gewohnt aktuell von den Ergebnissen.