Raelert, Frommhold, Böcherer und Dreitz wollen EM-Titel

Nach dem Wiesbaden-Aus werden die EM-Titel im Ironman 70.3 am Wochenende im dänischen Helsingør vergeben. Die Deutschen sind besonders scharf darauf - und haben auch beim parallelen Rennen in Luxemburg Siegchancen.

Von > | 16. Juni 2017 | Aus: SZENE

Nils Frommhold (in blau) und Andreas Böcherer im Ziel des Ironman 70.3 St. Pölten.

Nils Frommhold (in blau) und Andreas Böcherer im Ziel des Ironman 70.3 St. Pölten.

Foto >Getty Images for Ironman

Erst vor einer Woche gab es Mitteldistanz-Europameistertitel der ETU in Dänemark im Rahmen der Challenge Denmark zu holen - und schon stehen die nächsten EM-Titelkämpfe erneut in Dänemark an, diesmal aber initiiert von Ironman. Keine Frage: Das ist für Leute, die nicht zum harten Kern der Triathlon-Insider gehören, schwer zu verstehen - und auch sportlich eher fragwürdig. Müsste man aber anhand der sportlichen Qualität der Startfelder ermitteln, welche der beiden Meisterschaften nun den wertigeren Titel verspricht, ginge der Sieg in diesem Jahr an Ironman.

Deutsche Triathleten stürmen Dänemark

Denn auch wenn die Europameisterschaftsrennens nach dem Aus des beliebten Rennens in Wiesbaden zumindest vorerst nicht mehr in Deutschland stattfinden, scheinen speziell die deutschen Top-Triathleten scharf darauf, den Titel trotzdem in die Heimat zu holen. Gemeldet hat für das Rennen nämlich eine ganze Armada von Sieganwärtern. Da ist zum Beispiel Andreas Dreitz, der in Dänemark in sein drittes Rennen binnen drei Wochen starten wird - der allerdings bei den ETU-Meisterschaften vergangene Woche wegen Nackenproblemen vorzeitig ausgestiegen war und daher Kräfte sparen konnte. Auch Michael Raelert, der bei "The Championship" vor zwei Wochen eine gute Form bewies, sowie Nils Frommhold und Andreas Böcherer, die sich schon beim Ironman 70.3 St. Pölten mit dem besserem Ende für Frommhold duellierten, haben für den Wettkampf in Dänemark gemeldet. Dazu kommt außerdem der neue ETU-Europameister Patrick Dirksmeier - und aus der Schweiz Ruedi Wild, der den Deutschen einen Strich durch die Siegrechnung machen könnte. Auch der Schwede Patrik Nilsson hätte das Zeug, das zu schaffen. Ergänzt wird das deutsch-dominierte, aber auch international mit Hochkarätern gespickte Startfeld durch Etienne Diemunsch (FRA), Andreas Giglmayer (AUT) und Sylvain Sudrie (FRA).

Auf Frauenseite hat Anja Beranek Titelchancen - wenn sie sich denn für einen Start entscheiden sollte. Am vergangenen Wochenende hatte die Deutsche das Rennen im Kraichgau wegen eines verschleppten Infekts abgesagt, auf der Startliste für die 70.3-EM findet sie sich aber noch. Wenn sie startet, wird sie sich für den Titel aber strecken müssen: Die Däninen Camilla Pedersen, Helle Frederiksen, Maja Stage Nielsen und Line Thams haben ebenfalls ein Auge darauf geworfen - wie auch Diana Riesler und Astrid Stienen, die für das Rennen gemeldet haben. Außerdem könnten Natalie Seymour, Alice Hector, Sarah Lewis (alle GBR) und Jessica Ahlund (SWE) den drei Deutschen das Leben schwer machen. Aus Übersee reisen zudem Angela Naeth (CAN) und Annabel Luxford (AUS) an.

Löschke testet in Luxemburg

Parallel geht es beim Ironman 70.3 in Luxemburg zwar nicht um EM-Titel, aber um Preisgelder, Standortbestimmungen und Punkte für die WM-Qualifikationslisten. Mitfavoritin Natascha Schmitt hat ihren Start dort aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen - weshalb andere Frauen in den Fokus rücken. Aus Deutschland haben im Nachbarland Annabel Diawuoh, Franziska Bossow, Katharina Grohmann, Jenny Schulz und Katja Konschak gemeldet. Internationale Konkurrenz bekommen sie unter anderem durch Corinne Abraham, Susie Cheetham (beide GBR) und Alexandra Tondeur (BEL).

Im Rennen der Männer wagt Kurzdistanzspezialist Franz Löschke seinen nächsten Ausflug auf die Mitteldistanz, auch wenn ein 10.000-Meter-Rennen vor wenigen Tagen nicht zu seiner Zufriedenheit verlaufen war. Er trifft in Luxemburg auf seine Landsmänner Johann Ackermann, Markus Hörmann, Dominik Sowieja, Thomas Kaiser, Kevin Thewes, Lukasz Wojt, David Breuer und Marcus Herbst - sowie einige starke Athelten aus anderen Nationen. Ganz oben auf der Favoritenliste steht Marino Vanhoenacker (BEL), dicht gefolgt allerdings von Bas Diederen, Evert Scheltinga (beide NED) und Victor Del Corral.