Raelert, Kienle und Clavel in Cannes

Drei der schnellsten Deutschen wagen sich am Sonntag auf die anspruchsvolle und "krumme" Mitteldistanz in Cannes. Dass aber auch einer von ihnen gewinnt, ist längst nicht sicher.

Von > | 13. April 2017 | Aus: SZENE

Andreas Raelert beim Cannes International Triathlon 2016.

Andreas Raelert beim Cannes International Triathlon 2016.

Foto >José Luis Hourcade

Von der Küste ins Gebirge: An der Côte d’Azur ist das binnen weniger Kilometer möglich - was die Triathleten an diesem Wochenende einmal mehr am eigenen Leib erfahren werden. Für die 16. Auflage des Cannes International Triathlon wurde die ohnehin bereits technisch anspruchsvolle und profilierte Radstrecke noch einmal verschärft. Zwei Kilometer Schwimmen, 95 Radkilometer mit insgesamt rund 1.500 Höhenmetern und abschließende 16 Laufkilometer stellen sich den Triathleten in Frankreich am Osterwochenende entgegen.

Clavel in seiner zweiten Heimat

Drei Deutsche wollen diese Herausforderung annehmen - und keiner von ihnen wird hinterher behaupten können, nicht gewusst zu haben, worauf er sich da einlässt. Denn sowohl Sebastian Kienle als auch Andreas Raelert haben sich an dem Rennen in Cannes - wenn auch auf einer etwas anderen Radstrecke - in den vergangenen Jahren schon selbst versucht. Der dritte Deutsche im Bunde, Maurice Clavel, darf die blaue Küste sogar seine zweite Heimat nennen und hat an den Promenaden vor Ort die Grundlagen für seine große schwimmerische Stärke gelegt.

Diese wird Clavel nutzen wollen, um in Cannes eine Chance zu haben. Denn um eine kleine Überraschung zu schaffen, sollte er sich auf den ersten zwei Kilometern nicht nur auf Kienle und Raelert ein kleines Polster erarbeiten, sondern auch einige internationale Konkurrenten im Kopf haben: Vorjahressieger Etienne Diemunsch (FRA), der 2016 speziell durch eine starke Laufleistung überzeugte, wird auch dieses Jahr wieder am Start stehen - ebenso wie der Italiener Giulio Molinari, der das Rennen ebenfalls schon für sich entscheiden konnte und dem die technische und profilierte Radstrecke ebenso in die Karten spielt wie die verkürzte Laufstrecke. Auch Bertrand Billard (FRA), Bart Aernouts (BEL), Alessandro Degasperi (ITA) und Kurzdistanz-Spezialist Dorian Coninx (FRA) haben für den Wettkampf gemeldet und könnten um Podestplatzierungen mitkämpfen.

Vesterby versucht es erneut

Auch im Frauenfeld haben einige starke Langdistanz-Athletinnen ihre Startzusage gegeben. Zumindest in der Papierform gilt die Dänin Michelle Vesterby als Favoritin - allerdings hatte die im vergangenen Jahr in Cannes speziell auf dem Rad große Probleme und verlor in der zweiten Disziplin über zehn Minuten auf viele Konkurrentinnen. Schwer auszurechnen sind zudem zwei andere Däninen: Die in Deutschland ansässige Tine Holst dürfte mindestens in Richtung des Podests schielen, wogegen über die Stärken der 26-jährigen ehemaligen Kurzdistanzlerin Line Thams noch vergleichsweise wenig bekannt ist. Die Französinnen Charlotte Morel und Camille Donat haben außerdem ebenso gemeldet wie Emma Bilham (SUI). Auch Nicole Walters und Katharina Wolff gehen in Cannes ins Rennen.