Raelert sammelt Rennhärte gegen Javier Gómez

Andreas Raelert möchte seinen Traum von Hawaii nicht aufgeben. Die nächste Etappe auf dem Weg nach Kona führt ihn nach Schottland, wo er sich unter anderem mit Javier Gómez messen wird.

Von > | 30. Juni 2017 | Aus: SZENE

Foto >José Luis Hourcade

Eigentlich wollte Andreas Raelert die Hawaii-Qualifikation in diesem Jahr endlich mal wieder ohne größere Umwege abhaken. Doch so reibungslos, wie er sich das wünscht, läuft es bei dem 40-Jährigen schon seit einer ganzen Weile nicht mehr. Sein frühzeitiger Qualifikationsversuch beim Ironman Brasilien Ende Mai missglückte dem Rostocker mit dem 25. Rang gründlich - und nun steht Raelert wieder einmal vor einer schwierigen Aufgabe. Mit einem beinahe blanken Kona-Punktekonto hatte er sich zuletzt sogar einen Start zusammen mit seinem Bruder Michael bei der Ironman-EM in Frankfurt offengehalten, sich nun aber dagegen entschieden. Wie das Team um Raelert verlautbaren ließ, wird der wohl erst im August kurz nach seinem 41. Geburtstag in Kanada noch einmal in einem Ironman auf Punktejagd gehen. Und sammelt bis dahin auf kürzeren Distanzen so viele Kona-Qualifikations-Punkte wie möglich.

Raelert sammelt Rennhärte

Schon an diesem Wochenende will Raelert in Schottland sein Konto ein wenig auffüllen, auch wenn es beim Ironman 70.3 Edinburgh "nur" 750 Punkte zu holen geben wird und Raelert zu einer erneuten Hawaii-Qualifikation ein Mehrfaches dessen benötigen wird. Doch ihm geht es in Schottland nicht nur um die Punkte allein, sondern auch um Rennhärte. Nach einem Mitteldistanz-Sieg in Ungarn und einem regionalen Kurzdistanz-Rennen am zurückliegenden Wochenende wird der Wettkampf bereits der dritte Renneinsatz des Rostockers binnen etwas mehr als einem Monat seit dem Ironman Brasilien - und Raelert scheint zuversichtlich, dass seine Form in die richtige Richtung zeigt. Die wird allerdings auch stimmen müssen, wenn der 40-Jährige in Schottland Zähler einfahren will.

Denn mit rund 1.000 Höhenmetern auf dem 90 Radkilometern hat es dort nicht nur der Kurs in sich, sondern auch die Konkurrenz. Allen voran Javier Gómez dürfte Andreas Raelert das Punktesammeln in Schottland äußerst schwer machen, hat der spanische Kurzstrecken-Spezialist in diesem Jahr doch schon beim Ironman 70.3 in Dubai bewiesen, dass ihm die Mitteldistanz weiterhin exzellent liegt. Gemeldet ist zudem auch der Dritte der Ironman-70.3-WM, Ruedi Wild (SUI), der allerdings auch beim Ironman Klagenfurt an diesem Wochenende auf der Startliste steht. Und noch einige andere Sportler könnten für Raelert zum Problem werden: Fraser Cartmell (GBR) hat in Schottland Heimvorteil, zudem gehen David McNamee, Ritchie Nicholls (beide GBR), Alessandro Degasperi (ITA), David Breuer und Martin Bader (AUT) mit guten Aussichten ins Rennen.

Holst gegen Frederiksen, True und Co.

Im Rennen der Frauen hat die in Hessen lebende Dänin Tine Holst Podestchancen - zumindest, sofern sie die Strapazen des siebten Rangs beim Ironman Carins Anfang des Monats bereits verdaut hat. Auch in guter Form wird sie sich für eine Podestplatzierung allerdings strecken müssen: In Helle Frederiksen (DEN), Lucy Gossage, Emma Pallant, Alice Hector (alle GBR), Eimear Mullan (IRL), Jeanne Collonge (FRA) und der eigentlichen Kurzdistanz-Spezialistin Sarah True (USA) ist die Konkurrenz im Kampf um die Podestplatzierungen gewaltig.