Raelert verpasst beim Ironman 70.3 Austin das Podium

Mit seinem Wiedereinstieg in das Renngeschehen beim Ironman 70.3 Miami war Michael Raelert zwar äußerst zufrieden, eine Woche später wollte er in Austin aber das Treppchen stürmen. Mit müden Beine und müdem Kopf reichte wurde es für Raelert aber erneut der vierte Rang.

Von > | 31. Oktober 2016 | Aus: SZENE

Michael Raelert (Archiv)

Michael Raelert (Archiv)

Foto >Nis Sienknecht / spomedis

Schon bevor das Rennen beim Ironman 70.3 Austin überhaupt gestartet war, wurde es für die Teilnehmer spannend. Denn der Veranstalter musste sich aufgrund des starken Nebels spontan eine Möglichkeit suchen, den Wettkampf ohne das Schwimmen auszutragen. Statt eines Duathlons wurde die Mitteldistanz direkt mit dem Radfahren begonnen und mit jeweils 30 Sekunden Abstand starteten die Athleten nach und nach auf die 90 Kilometer lange Radstrecke. Gerade für Michael Raelert als starken Schwimmer hätte die erste Disziplin ein maßgeblicher Vorteil sein können, war er eine Woche zuvor beim Ironman 70.3 Miami doch als Erster aus dem Wasser gestiegen.

Raelert fährt vorne mit, Hanson startet Aufholjagd

Doch Raelert machte auch auf der Radstrecke ordentlich Druck. Nach 2:07:12 Stunden rollte der Rostocker "virtuell" an Position vier liegend in die Wechselzone. Dabei musste er 1:36 Minute Rückstand auf TJ Tollakson (USA) hinnehmen, der mit 2:05:36 Stunden die schnellste Radzeit des Tages fuhr. Nur Chris Leiferman (USA) und Top-Favorit Sam Appleton (AUS) blieben mit 24 Sekunden und 1:21 Minuten Rückstand außerdem vor Michael Raelert. Auf dem abschließenden Halbmarathon gelang es Raelert zwar schnell, den Favoriten Sam Appleton zu überholen und zu distanzieren, jedoch kam Matt Hanson (USA) von weit hinten immer näher. Der starke Läufer stieg mit 7:22 Minuten Rückstand als Neuntplatzierter vom Rad, lief jedoch um einiges schneller als jeder seiner Konkurrenten an diesem Tag. Auch Michael Raelert wurde das: im Ziel landete Hanson nach seiner Aufholjagd nur 15 Sekunden vor dem Rostocker, der die Ziellinie zwar als Zweiter überlief, dessen Zeit aber nur für den vierten Rang reichte. Das Rennen gewann nach 3:23:13 Stunden Chris Leiferman (USA) mit 1:23 Vorsprung vor seinem Landsmann TJ Tollakson. Hanson und Raelert folgten mit 2:30 beziehungsweise 2:45 Minuten Rückstand. „Nach 70 Kilometer auf der Radstrecke habe ich deutlich zu spüren bekommen, dass mir Miami noch ordentlich in den Beinen steckt. Ich lag lange sehr gut im Rennen, leider konnte ich am Ende nichts mehr zusetzen. Auch vom Kopf her war ich müde. Ich freue mich jetzt auf die Rückkehr nach Deutschland und eine kurze Pause“, erklärte Raelert im Anschluss. In den darauffolgenden Wochen plant der 36-Jährige ein Trainingslager in Thailand. Am 10. Dezember will der Rostocker dann beim Ironman 70.3 Bahrain erneut angreifen.

Im Frauenfeld dominierte die Südafrikanerin Jeanni Seymour, die nach 3:49:34 Stunden mit fast elf Minuten Vorsprung gewann. Auf Platz zwei folgte Jennie Hansen (USA) nach 4:00:05 Stunden. Komplettiert wurde das Podium durch Landsfrau Beth Shutt, die eine Minute später ins Ziel kam. 

Mendez gewinnt nach XTERRA-WM auch den Ironman 70.3 Los Cabos

Den jungen Mauricio Mendez sollte man in der Zukunft auf der Rechnung haben. Der erst 21-jährige Mexikaner war im Oktober kaum zu bremsen und gewann am Wochenende sein eigenes kleines Triple. Nach dem Ironman 70.3 Cozumel, seinem ersten Ironman-70.3-Sieg, gewann der Cross-Spezialist die XTERRA-WM auf Maui. Nur eine Woche später siegte Mendez nun auch beim Ironman 70.3 Los Cabos. Dabei schlug der 21-jährige Crossweltmeister sogar die erfahrenen Langdistanzler Andy Potts (USA), Richie Cunningham (AUS), Matt Chrabot (USA) und Cody Beals (CAN). Mendez gilt als starker Schwimmer und bringt durch seine jahrelange Crosserfahrung jede Menge Kraft fürs Radfahren mit. Zudem lief er bei seinen beiden Ironman -70.3-Siegen mit Abstand die schnellste Laufzeit. Gemeinsam mit Matt Chrabot stieg Mendez beim Ironman 70.3 Los Cabos vom Rad, lief jedoch mit einer Zeit von 1:13:17 Stunden den Halbmarathon fast fünf Minuten schneller als der US-Amerikaner. Nach 3:52:17 Stunden kam der Mexikaner ins Ziel. Cody Beals folgte nach Chrabot auf Platz drei in 4:00:04 Stunden. Andy Potts landete auf Rang vier. Das Rennen der Frauen gewann sehr deutlich die Kanadierin Angela Naeth nach 4:19:42 Stunden mit knapp acht Minuten Vorsprung.