Murray sichert sich den Jackpot

Richard Murray hat das erste Drei-Tages-Event der Super League für sich entschieden und eine Siegprämie in Höhe von 100.000 Dollar eingestrichen. Für den Tagessieg reichten seine Kraftreserven am letzten Wettkampftag aber nicht mehr.

Von > | 19. März 2017 | Aus: SZENE

Richard Murray

Richard Murray

Foto >Delly Carr

Am dritten und letzten Tag der "Super League" stand für die Sportler auf Hamilton Island (Queensland / Australien) der "Eliminator" an: In drei Kurztriathlons mussten jeweils 300 Meter Schwimmen, fünf Radkilometer und zwei Laufkilometer absolviert werden. Zwischen jeder Runde bekamen die Sportler zehn Minuten Pause, und nach jeder mussten Sportler das Rennen verlassen: Nur die 15 besten der 23 Starter durften ins zweite Rennen starten, in die dritte und letzte Runde kamen nur die zehn Bestplatzierten aus dem zweiten Rennen. Während Alistair Brownlee am dritten Tag krankheitsbedingt aussetzte, startete Richard Murray als klarer Gesamtführender ins Rennen: Für seine zwei Tagessiege hatte er jeweils 20 Punkte im Gesamtranking gutgeschrieben bekommen und führte dieses mit 40 Zählern vor Mario Mola (ESP, 31) und Richard Varga (SVK, 30) an. Um sich den Jackpot in Höhe von 100.000 Dollar für den Gesamtsieg bei dem Drei-Tages-Event zu sichern, brauchte Murray am letzten Tag, an dem der Sieger erneut 20 Punkte erhielt, daher im Grunde nur noch ein solides Top-Ten-Ergebnis.

Murray behält alles unter Kontrolle

Dieser Situation und den speziellen Anforderungen dieses Formats schien sich der Südafrikaner durchweg bewusst. Denn Murray agierte zunächst auf Sparflamme: Nach gutem Schwimmen hielt er sich auf dem Rad im hinteren Teil des großen Radfelds schadlos - wogegen der Ire Benjamin Shaw wie schon am am ersten Renntag stürzte, diesmal allerdings auf regennassen Straßen. Weil er in der schwer einsehbaren Kurve zunächst liegen blieb, kamen auch zwei weitere Sportler zu Fall, konnten das Rennen aber zunächst fortsetzen. Beim Laufen war es um sie alle aber geschehen. Denn dort präsentierten sich die Favoriten souverän und gaben sich keine Blöße - während Murray zwischenzeitlich die Konkurrenten sogar mit seinen Fingern durchzählte, um sicherzugehen, dass er auch wirklich unter den besten 15 liegt, die den Sprung in die zweite Runde schaffen würden.

Auch in dieser blieb Murray zurückhaltend, aber aufmerksam. Bei der Laufentscheidung aus einer 13 Mann großen Spitzengruppe heraus hielt er sich meist um Platz fünf, ignorierte aber Tempoverschärfungen, wie sie etwa der Russe Igor Polyanskiy initiierte. So glückte Murray ähnlich souverän wie auch Mario Mola und Javier Gomez (beide ESP) der Sprung unter die besten Zehn und damit in das letzte Rennen des Wochenendes - für das er sogleich Offensive ankündigte.

"Big gear, no fear"

Sein Motto für diese finale Runde im Kampf um die 100.000 Dollar Gesamtsieg-Prämie sei "big gear, no fear", erklärte Murray noch zwischen den beiden letzten Rennen. Und er hielt sich zunächst daran: Beim Schwimmen stieg Murray als Fünfter aus dem Wasser und riss damit eine kleine Lücke zu den übrigen Verfolgern um Mario Mola. Auf dem Rad probierte er zunächst, das zu nutzen - doch weil Mola und die übrigen Konkurrenten am fünfmal zu bewältigenden Berg beherzt nachsetzten, beendete Murray dieses Unterfangen nach wenigen hundert Metern und ließ das Feld zusammenrollen. "Mein Fokus lag dann eher darauf, nicht auf den nassen Straßen wegzurutschen. Denn 100.000 Dollar sind verdammt viel Geld", erklärte er später. Stattdessen war es einmal mehr der Australier Ryan Fisher, der auf der bergigen und technisch anspruchsvollen Radstrecke die Offensive suchte und sich vor dem letzten Wechsel des Tages etwas löste: Scheinbar komfortable 16 Sekunden Vorsprung nahm er auf die letzten zwei Laufkilometer des langen Rennwochenendes mit.

Doch in der letzten Disziplin legte Murray dann wirklich den großen Gang ein: Er jagte den flüchtigen Australier zusammen mit Jacob Birtwhistle (AUS) und dem amtierenden ITU-Weltmeister Mario Mola und überholte Fisher schon nach wenigen hundert Metern. Den Gesamtsieg hatte Murray damit bereits so gut wie sicher - doch er wollte mehr und kämpfte mit Birtwhistle und Mola um seinen dritten Tagessieg. Diesmal aber hatten die anderen größere Reserven als der Südafrikaner: Nach einer Tempoverschärfung Molas musste Murray die Konkurrenten ziehen lassen, wenige Sekunden später legte Birthwistle sogar noch einen Gang nach und sicherte sich den Tagessieg vor Mario Mola. Richard Murray wurde Dritter und sicherte sich damit im Gesamtranking den Sieg vor Mario Mola, der für den zweiten Rang eine Prämie in Höhe von 50.000 Dollar erhält. Den mit 25.000 Dollar dotierten dritten Rang sicherte sich knapp hinter Mola Tagessieger Jake Birtwhistle. Der Tages-Sechste Javier Gomez wurde im Gesamtranking punktgleich mit Richard Varga Vierter.