Ronnie Schildknecht will zehnten Sieg

Knackt Ronnie Schildknecht die Zweistelligkeit? Ein erneuter Sieg beim Ironman in Zürich wäre bereits sein zehnter Erfolg dort. Ein Landsmann könnte ihm aber einen Strich durch die Rechnung machen.

Von > | 26. Juli 2017 | Aus: SZENE

Ronnie Schildknecht beim Ironman Switzerland 2016.

Ronnie Schildknecht beim Ironman Switzerland 2016.

Foto >Getty Images for Ironman

Die Beziehung zwischen Ronnie Schildknecht und Zürich ist eine besondere. Der Schweizer lebt nicht nur in diesem Kanton. In der Stadt gibt es auch einen Triathlon, bei dem der Schweizer mit großer Regelmäßigkeit hervorsticht. Und nicht irgendeinen: Es ist der Ironman Switzerland, bei dem der 37-Jährige mittlerweile beinahe schon zum Inventar gehört. Neunmal entschied Schildknecht das Rennen in den vergangenen zehn Jahren für sich. Ein weiterer Sieg am Sonntag, und der Schweizer hätte in der 21. Auflage des Rennens die Sieges-Zweistelligkeit geknackt.

Kastelein kann die Schweizer aufmischen

Von Abnutzungserscheinungen aufgrund seiner Dauerpräsenz in Zürich will Schildknecht im Vorfeld des diesjährigen Rennens nichts wissen. "Ich sehe mich ganz klar in der Favoritenrolle, der zehnte Sieg ist das Ziel", erklärt Schildknecht im Vorfeld. Sein Coach Lubos Bilek habe ihn in den letzten fünf Wochen noch einmal zu einem Formsprung verholfen, und so "würde ich meine Form als eine der besten in den letzten Jahren bezeichnen", sagt Schildknecht.

Soll es am Sonntag mit dem zehnten Sieg in Zürich klappen, darf es aber auch nicht viel weniger sein. Schildknecht hat angesichts seiner positiven Erinnerungen in diesem Rennen zwar möglicherweise emotionale Vorteile und eine besondere Streckenkenntnis, die Konkurrenz hat es allerdings sportlich in sich. Und sie kommt teilweise aus dem eigenen Land: Der Dritte der Ironman-70.3-Weltmeisterschaften, Ruedi Wild, würde seinem Landsmann wohl nur zu gerne einen Strich durch seine Rechnung machen. Auch die Schweizer Jan van Berkel und Mike Schifferle wird Schildknecht auf der Rechnung - und aus internationaler Sicht vor allem auch Nicholas Kastelein (AUS), dem Trainingspartner von Jan Frodeno. Auch der starke Radfahrer Philip Graves (GBR) und Alessandro Degasperi (ITA) könnten ins Podestrennen eingreifen. "Als Mitfavoriten sehe ich in dieser Reihenfolge Nick Kastelein, Jan Van Berkel und Ruedi Wild", meint auch Schildknecht.

Tritt Schärer in Ryfs Fußstapfen?

Auch bei den Frauen kehrt die Vorjahressiegerin nach Zürich zurück - allerdings nicht zum Ironman. Daniela Ryf, die die Langdistanz im vergangenen Jahr nur eine Woche nach der Challenge Roth gewonnen hatte, tritt in diesem Jahr beim 5150-Rennen am Samstag an. Um ihre Nachfolge bewirbt sich einerseits ihre Landsfrau Emma Bilham - und außerdem Celine Schärer, die seit einigen Wochen auch wieder auf Ryfs Coach Brett Sutton vertraut.  "Der Wechsel zurück zu Brett war definitiv die richtige Entscheidung für mich, und ich bin selber gespannt, was ich am Sonntag bereits wieder zeigen kann", meint Schärer. "Ich konnte in den letzten zwei Monaten perfekt in der Höhe in St.Moritz trainieren und war selber überrascht, über die grossen Fortschritte die ich in dieser kurzen Zeit in allen drei Disziplinen gemacht habe. Ich denke wenn ich einen guten Tag erwische, kann ich ganz vorne mit dabei sein."

Ein Duell um den Sieg wird es deshalb aber nicht zwingend geben. Dafür ist die Konkurrenz zu stark: Regula Rohrbach (SUI), Tine Holst (DEN) und Laurel Wassner (USA) sind ebenfalls Podestplatzierungen zuzutrauen.