Ryf siegt überlegen, Beranek beste Deutsche

Daniela Ryf hat den Ironman Hawaii zum zweiten Mal infolge gewonnen – und nach 8:46:46 Stunden einen neuen Streckenrekord aufgestellt. Anja Beranek kämpft sich zu Platz vier.

Von > | 9. Oktober 2016 | Aus: Szene

 |

Daniela Ryf gewinnt den Ironman Hawaii 2016.

Foto > Nils Flieshardt / spomedis

Um 6:30 Uhr, fünf Minuten, nachdem sich die Profi-Männer in die Fluten des Pazifiks stürzten, fiel der Startschuss für die Frauen. Kaum waren zwei Minuten im Rennen um die Ironman-Weltmeisterschaft vergangen, führte Jodie Swallow bereits mit rund zehn Metern Vorsprung – die Britin ist bekanntlich eine der schnellsten Schwimmerin im Feld. Hinter ihr formierten sich elf Frauen zu einer Verfolgergruppen, darunter Daniela Ryf und Anja Beranek. Mirinda Carfrae musste schon zu diesem Zeitpunkt abreißen lassen und hielt sich in der zweiten Gruppe auf. Nach 3,86 Kilometer im wellen Meer führten Leanda Cave und Jodie Swallow zwölf Spitzendamen aus dem Wasser: Ryf war dabei, aber auch Beranek, Katja Konschak und ganz am Ende der Gruppe auch Julia Gajer brachten sich in eine komfortable Ausgangsposition fürs Radfahren. Carfrae verlor hingegen vier Minuten auf die Spitze.

Auf dem Rad zum Streckenrekord

Ryf hielt sich überraschenderweise in ihrer Paradedisziplin zurück und rollte in der Spitzengruppe mit. Als erste Frauen fielen Julia Gajer und Heather Wurtele aus dieser Gruppe und kassierten nach zehn Kilometern bereits 45 Sekunden Rückstand. Gajer schien keinen guten Tag erwischt zu haben – nach 30 Kilometer betrug ihr Rückstand bereits zwei Minuten. Die laufstarke Carfrae konnte ihren Rückstand erstmal bei vier Minuten halten. Eine halbe Stunde später zog Ryf die Zügel an und sprengte die Spitzengruppe. Nur Alicia Kaye, Beranek und Kessler blieben direkt an ihr dran, der Rest verlor nach 45 Kilometern deutlich an Boden. Das Gespann Beranek und Ryf erreichten den Wendepunkt in Hawi als erstes – die Deutsche ließ die Schweizerin nicht ziehen. Ihr Vorsprung auf die Verfolger betrug komfortable drei Minuten. Der Parforceritt von Beranek ging bis Kilometer 120, danach zog Ryf alleine davon und schob ihr Rad nach 4:52:26 Stunden mit acht Minuten Vorsprung auf Beranek in die Wechselzone.

Daniela Ryf mit starker Laufleistung

Dass Ryf nicht mehr nur die Flucht auf dem Rad suchen muss, hat die Siegerin der Challenge Roth bereits im Vorfeld angekündigt. Einen Marathon unter drei Stunden halte sie für realistisch, prognostizierte die Schweizerin. Von Beginn an schlug Ryf ein kontrolliert hohes Tempo an und distanzierte ihre Konkurrentinnen. Dahinter entbrannte ein heißer Kampf: Nach 13 Kilometern war Carfrae bereits Siebte – das heißt, dass sie seit dem Wechsel bereits sechs Plätze aufgeholt hatte. Nur knapp hinter ihr lief Melissa Hauschildt. Damit lagen die beiden nur noch zehn Minuten hinter der Zweiten Beranek. Carfrae fand gut ins Laufen machte weiter Boden gut, lief sogar an Swallow vorbei auf Rang vier. Ryf lag zu diesem Zeitpunkt bereits 23 Minuten in Führung – und lief konsequent auf ein neuen Streckenrekord zu. 28 Minuten später wird Beranek von Heather Jackson überrannt und bei Kilometer 31 auch von Carfrae überholt, die sich sogar noch Jackson schnappte. Nach 8:46:46 Stunden und einem Marathon in 2:56:51 Stunden für Ryf sind der neue Streckenrekord, WM-Titel und zweiter Hawaii-Sieg infolge pefekt. Carfrae lässt sich den zweiten Rang nicht mehr nehmen und überquert die Ziellinie in 9:10:30 Stunden vor Jackson (9:11:32 Stunden). Beranek lief mit einem Lächeln als Vierte über die Ziellinie.