Sanders gewinnt in Buenos Aires, Wild auf den Philippinen

Während Lionel Sanders in Argentinien ungefährdet seiner Favoritenrolle gerecht wurde, konnte Ruedi Wild auf den Philippinen mit einem Sieg überraschen. Michael Raelert wurde Vierter.

Von > | 13. März 2017 | Aus: SZENE

Michael Raelert (Archivbild)

Michael Raelert (Archivbild)

Foto >AsiaTri.com/ Vinnie Santana

Ironman 70.3 Subic Bay

Das hochkarätig besetzte Startfeld ließ ein spannendes Rennen erwarten. Beim Schwimmen schenkten sich die Favoriten nichts und kamen – mit Ausnahme von Tim Van Berkel­ – alle gemeinsam nach gut 23 Minuten aus dem Wasser. Auf der 90 Kilometer langen Radstrecke fiel keiner der Siegesanwärter zurück und auch der Australier Tim Van Berkel egalisierte seinen Schwimmrückstand schnell und fuhr zur Spitzengruppe auf. Über weite Strecken fuhr die elfköpfige Gruppe um Michael Raelert zusammen, bis der junge Australier Jake Montgomery die Initiative ergriff und die Flucht nach vorne antrat. Mit etwas mehr als einer Minute Vorsprung erreichte Montgomery als Erster die zweite Wechselzone. Schnell musste er seinem hohen Tempo auf dem Rad und dem Trainingsrückstand beim Laufen – aufgrund eines schweren Autounfalls im vergangenen Jahr – Tribut zollen und fiel zurück.

Dafür konnten zwei andere durch ein rasantes Lauftempo auf sich aufmerksam, und die Sieg unter sich ausmachen: Der Schweizer Ruedi Wild schnappte sich mit der schnellsten Laufzeit des Tages (1:14:07 Stunden) seinen dritten Gesamtsieg bei einem Ironman-70.3-Rennen. Mit 33 Sekunden Rückstand überquerte der dreifache Ironman-Weltmeister Craig Alexander nach 3:48:57 Stunden die Ziellinie. Trotz seiner 43 Jahre scheint der Australier noch keinen Gedanken daran zu verschwenden, im Triathlon etwas kürzer zu treten. Komplettiert wurde das Podium durch den Ironman-70.3-Weltmeister Tim Reed, der nach 3:50:17 Stunden ins Ziel kam. Reichlich Trubel gab es um Michael Raelert: Bis zum Ende des Radfahrens lag der Rostocker in einer aussichtsreichen Position, musste aber in der zweiten Wechselzone eine fünfminütige Zeitstrafe wegen Windschattenfahrens absitzen. Damit reichte es vorläufig nur für Platz sieben. „Ich bin einfach nur frustriert und enttäuscht über den Rennverlauf und die Zeitstrafe", sagte er direkt nach dem Rennen. Doch er hatte Glück: Direkt nach dem Rennen legte Raelert Einspruch gegen die Zeitstrafe ein - mit Erfolg. Die fünf Minuten wurden nachträglich wieder von seiner Endzeit abgezogen und er landete mit einer Gesamtzeit von 3:51:17 Stunden auf Rang vier. Mehrere Profis bestätigten, dass sich Raelert auf dem Rad korrekt verhalten habe. „Das ist ein superfaires Verhalten und davor habe ich großen Respekt“, sagte der 36-Jährige. 

Das Rennen der Frauen entschied die Tschechin Radka Kahlefeldt (geb. Vodickova) nach 4:22:13 Stunden für sich. Caroline Steffen (SUI) konnte auf der Laufstrecke dem Tempo ihrer Konkurrentin nicht mehr folgen und landete mit dreieinhalb Minuten Rückstand auf Rang zwei. Dimity Duke aus Australien sicherte sich den dritten Platz (4:41:57 Stunden). 

Ruedi Wild zeigte auch auf den Philippinen wieder, dass er in der dritten Disziplin nur schwer zu stoppen ist. (Archivbild)

Ruedi Wild zeigte auch auf den Philippinen wieder, dass er in der dritten Disziplin nur schwer zu stoppen ist. (Archivbild)

Foto >Getty Images / Ironman

Ironman 70.3 Buenos Aires

In Argentinien wurde Lionel Sanders seiner Favoritenrolle gerecht. Dabei zeichnete sich von Beginn an das gewohnte Bild ab: Auf den 1,9 Schwimmkilometern musste der Kanadier einen Rückstand von gut drei Minuten hinnehmen, geschwommen wurde allerdings ohne Neoprenanzug. Bei seiner Paradedisziplin zeigte Sanders wieder einmal, warum er einer der besten Radfahrer in der Szene ist. 1:59:27 Stunden brauchte der Mitteldistanz-Spezialist für die 90 Radkilometer und unterbot damit bereits zum dritten Mal in einem 70.3-Rennen die 2-Stunden-Marke. Nur der Brasilianer Igor Amorelli blieb beim Überholkommando des Kanadiers dran und fuhr mit ihm zusammen in die zweite Wechselzone. Amorellis schnelle Radzeit (2:01:40 Stunden) hatte zur Folge, dass er auf der Laufstrecke schnell distanziert wurde. Sanders schnappte sich ebenfalls die schnellste Laufzeit des Tages (1:13:10 Stunden) und damit den ungefährdeten Gesamtsieg. Mit dreieinhalb Minuten Vorsprung überquerte er nach 3:42:47 Stunden die Ziellinie vor dem US-Amerikaner Rodolphe Von Berg. 37 Sekunden später folgte Igor Amorelli als Drittplatzierter.

Bei den Frauen ging es noch enger zur Sache: Die US-Amerikanerin Haley Chura setzte sich nach 4:17:42 Stunden mit nur 47 Sekunden Vorsprung gegen die Britin Kimberley Morrison durch. Platz drei sicherte sich die Brasilianerin Ariane Monticeli nach 4:25:13 Stunden.

Radrakete: Bereits mehrfach unterbot Lionel Sanders auf den 90 Kilometern die 2-Stunden-Marke.

Radrakete: Bereits mehrfach unterbot Lionel Sanders auf den 90 Kilometern die 2-Stunden-Marke.

Foto >Michael Rauschendorfer