Scharfer Saisonstart mit Gómez, Mola und Murray

Die World Triathlon Series startet ins erste nacholympische Jahr. Die Protagonisten bleiben auf Männerseite aber zunächst die gleichen wie im Vorjahr. Auf Frauenseite fehlen zu Saisonauftakt Hochkaräter.

Von > | 1. März 2017 | Aus: SZENE

Weltmeister Mario Mola und Herausforderer Javier Gómez

Weltmeister Mario Mola und Herausforderer Javier Gómez

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Die ersten zwei Jahre nach Olympischen Spielen sind im Lager der Kurzdistanztriathleten häufig von großen Umbrüchen geprägt. Und tatsächlich kündigt sich das auch für diesen Olympiazyklus an: Gwen Jorgensen (USA) ist bereits schwanger und wird in dieser Saison daher wohl kein Triathlonrennen bestreiten, der mehrfache Weltmeister Javier Gómez (ESP) und Doppel-Olympiasieger Alistair Brownlee (GBR) wollen sich im Laufe des Jahres zunehmend auf längeren Triathlondistanzen versuchen. Zumindest in den ersten Rennen um die World Triathlon Series 2017 in Abu Dhabi am Freitag und Samstag bleibt das sportliche Gesamtbild auf Seiten der Männer zunächst aber trotzdem noch ein gewohntes.

Brownlees fehlen, Gómez kehrt zurück

Denn die Favoriten sind alte Bekannte: Weltmeister, Vielstarter und Lauf-Ass Mario Mola (ESP) startet bereits frühzeitig in die Saison, um sich die ersten Punkte auf dem Weg zur Titelverteidigung zu sichern. Sein Gelegenheits-Trainingspartner Richard Murray (RSA) wird sich ihm anschließend - und darauf brennen, seine beim Weltcup in Kapstadt bewiesene gute Frühform auch auf die olympische Distanz in Abu Dhabi zu transferieren. Immerhin war er Mola im letzten Jahr läuferisch schon mehrfach arg auf die Pelle gerückt. Beide kämpfen aber nach wie vor auch mit einem Defizit: Im Schwimmen haben Mola und Murray auch im vergangenen Jahr meist einige Sekunden auf die Spitze verloren. Konnten sie dort über den Winter nicht deutliche Fortschritte machen, wird Javier Gómez in seinem Comeback in der World Triathlon Series wohl parat stehen wollen, um das auszunutzen: Gemeinsam mit den ebenfalls starken Schwimmern und Läufern Vincent Luis (FRA) und Henri Schoeman (RSA) sowie Pierre Le Corre und Aurelien Raphael (beide FRA) dürfte der Galizier dann darauf drängen, seine laufgewaltigen Konkurrenten, zu denen auch Joao Pereira (POR) und Crisanto Grajales (MEX) gehören, bis zum zweiten Wechsel auf Distanz zu halten.

Dabei spielt es Gómez in die Karten, dass der WM-Auftakt prompt über die volle olympische und nicht über die von ihm ungeliebte Sprintdistanz ausgetragen wird. Nur auf das Quartett aus Mola, Murray, Schoeman und Luis darf er sich aber trotzdem nicht fokussieren: In Fernando Alarza (ESP) und Kristian Blummenfelt (NOR) drohen noch mindestens zwei weitere ernsthafte Konkurrenten, außerdem wollen die Briten Thomas Bishop und Grant Sheldon der Weltspitze näherrücken - wogegen Jonathan Brownlee dem frühen Saisonstart in der WM-Serie einmal mehr eine Absage erteilte und, wie auch sein Bruder Alistair, erst beim "Super League"-Event Mitte März ins Geschehen eingreifen wird. Für Deutschland wird in Abu Dhabi lediglich Jonathan Zipf ins Rennen gehen, der bei seinem Saisonauftaktrennen in Kapstadt kurz vor dem zweiten Wechsel gestürzt war und sich großflächige Abschürfungen zugezogen hatte. Ebenfalls aus, aber nicht für Deutschland starten in Abu Dhabi der derzeit nationenlose Jonas Schomburg (befindet sich im Wechselprozess von der Türkei nach Deutschland), Stefan Zachäus (LUX) und Thomas Springer (AUT). Aus Österreich gehen außerdem Lukas Pertl, Lukas Hollaus und Alois Knabl ins Rennen, aus der Schweiz Andrea Salvisberg, Adrien Briffod und Sylvain Fridelance.

Duffy verzichtet

Anders als bei den Männern fehlt bei den Frauen die Titelverteidigerin: Flora Duffy von den Bermudas hat sich entschieden, dem WM-Auftakt in Abu Dhabi eine Absage zu erteilen. Da auch Olympiasiegerin Jorgensen fehlt, werden früh in der Saison andere Athletinnen in den Fokus geraten. Mit der niedrigen Startnummer wird dabei die Japanerin Ai Ueda ins Rennen gehen, mit den größten Siegchancen aber andere: Katie Zaferes und Sarah True (USA) sind wohl die Favoritinnen, aber auch Andrea Hewitt (NZL), Jodie Stimpson (GBR), Charlotte McShane (AUS), Emmie Charayron (FRA) und Rachel Klamer (NED) sowie die unberechenbare "zweite Reihe" der US-Amerikanerinnen um Summer Cook, Renee Tomlin und Kirsten Kasper könnten um Podestplatzierungen kämpfen. Deutsche Sportlerinnen fehlen in dem mit nur 30 Athletinnen sehr mageren Startfeld. Für Österreich gehen Sarah Vilic und Lisa Perterer ins Rennen, für die Schweiz Jolanda Annen.