Schmitt, Bruns und Bachor beim Klassiker auf Lanzarote

Der älteste europäische Ironman muss in diesem Jahr ohne prominente Aushängeschilder auskommen. Einige Deutsche wollen die Gunst der Stunde nutzen und bewerben sich um Podestplatzierungen.

Von > | 17. Mai 2017 | Aus: SZENE

Natascha Schmitt

Natascha Schmitt

Foto >Michael Rauschendorfer

Der 25. Ironman Lanzarote im vergangenen Jahr stand im Vorfeld ganz im Zeichen der Deutschen. Durch Meldungen unter anderem von Streckenrekordhalter Timo Bracht und Jan Frodeno standen die Vorzeichen auf den Jubiläumssieg eines Deutschen gut, doch am Ende triumphierten andere. Ein Jahr später muss der Ironman Lanzarote ohne die ganz prominenten Zugpferde auskommen - die braucht das Rennen aber auch nicht unbedingt. Denn der Wettkampf auf Lanzarote steht in der Szene für sich, über 2.500 Höhenmeter warten allein auf der Radstrecke. "Der Ironman Lanzarote kann bei starkem Wind und Hitze eine Bestie werden, die dich auseinander nimmt, wenn du nicht gegenhalten kannst", erzählte Timo Bracht einmal. Es gehe neben den physischen Fähigkeiten vor allem um Wille und Hingabe. "Am Ende des Tages wird der stärkste Athlet gewinnen.“

Im vergangenen Jahr war der stärkste Athlet Jesse Thomas. Der US-Amerikaner ist geradezu ein Spezialist für schwierige Kurse, fing Jan Frodeno im vergangenen Jahr auf der zweiten Hälfte des Marathonlaufs ab und will sich das Rennen auf Lanzarote auch in diesem Jahr nicht entgehen lassen. Konkurrenz bekommt er unter anderem durch die Spanier Carlos Lopez Diaz, Nicholas Ward Munoz, Alessandro Degasperi (ITA), Romaine Guillaume (FRA) und den laufstarken Belgier Bart Aernouts. Und auch aus Deutschland gehen am Samstag einige ambitionierte Athleten ins Rennen: Konstantin Bachor und Malte Bruns können sich unter Umständen sogar Hoffnung auf eine Podestplatzierung machen. Dazu kommen der aussichtsreiche Schweizer Mike Schifferle, Daniel Herlbauer (AUT) und Philipp Mock, ein Schützling des Bayreuther Trainers Rainer Skutschik.

Berg- und Talfahrten

Skutschik hat auch im Frauenrennen ein heißes Eisen im Feuer - zumindest, sofern seine Athletin Natascha Schmitt bis zum Start ihre Materialprobleme noch gelöst bekommt. Denn das Wettkampfrad der Frankfurterin, die nach ihrem Rennabbruch beim Ironman Südafrika auf Lanzarote einen großen Schritt in Richtung Hawaii machen wollte, hat die Reise auf die Kanareninsel nicht unbeschadet überstanden. Dabei hatte sich Schmitt im Vorfeld betont positiv gegeben: "Auf keiner anderen Insel habe ich bisher mehr Kilometer gesammelt, sie geliebt und am nächsten Tag wieder gehasst", meinte sie. Angesichts dieses gewohnten Auf und Ab auf Lanzarote besteht zumindest die Chance, dass auf das Material-Tief im Rennen am Samstag wieder ein sportliches Hoch folgt.

Dafür muss Schmitt es aber mit den drei stärksten Frauen des Vorjahres aufnehmen: Die ebenfalls in Hessen ansässige Tine Holst (DEN), Alexandra Tondeur (BEL) und Lucy Charles (GBR) sind auch in diesem Jahr wieder am Start, dazu kommen in Lucy Gossage, Corinne Abraham (beide GBR) und Jeanne Collonge (FRA) noch einige weitere starke Athletinnen. Aus Deutschland haben außer Schmitt außerdem auch Lina-Kristin Schink und Annabel Diawuoh als Profis gemeldet.

Update, 18.5.: Natascha Schmitt hat ihren Start wegen Sicherheitsbedenken aufgrund der Beschädigungen an ihrem Rad abgesagt.