Schmitt startet auf Mallorca ins Insel-Ironman-Doppel

Natascha Schmitt startet in gut zwei Wochen zum ersten Mal beim Ironman Hawaii. Als ob das nicht Abenteuer genug wäre, wagt sie in der Vorbereitung auch noch ein besonderes Experiment: Bereits an diesem Wochenende geht Schmitt beim Ironman Mallorca aufs Ganze.

Von > | 21. September 2016 | Aus: SZENE

Ironman 70.3 Mallorca 2016 - Rad - 21 | Natascha Schmitt beim Ironman 70.3 Mallorca

Natascha Schmitt beim Ironman 70.3 Mallorca

Foto >Michael Rauschendorfer

Sind aller guten Dinge drei? Zumindest kann es für Natascha Schmitt nach zwei Anläufen beim Ironman Mallorca fast nur besser werden. Bei ihrem ersten Start über die volle Distanz auf Mallorca im Jahr 2014 hatte Schmitt energetische Probleme, verlor den Kampf gegen ihren "inneren Schweinehund" und stieg kurz nach der Halbmarathonmarke aus. Im Jahr darauf war es dann nicht der Kopf, sondern der Körper, der Schmitt einen Streich spielte. Geschwächt von einer dicken Erkältung startete sie zwar ins Rennen, beendete es aber erneut vorzeitig rund um die Halbmarathonmarke. 2016 wagt sie nun ihren dritten Ironman-Versuch auf der Balearen-Insel - und wird dann an der Halbmarathonmarke hoffentlich ausblenden können, dass sie nicht mehr nur 21,1 weitere Laufkilometer vor sich hat, sondern auch ihr Debüt beim Ironman Hawaii zwei Wochen später bevorsteht.

Hawaii zur Vorbereitung auf 2017

Denn Natascha Schmitt und ihr Trainer Rainer Skutschik hatten eine besondere Idee: Der Ironman Mallorca dient der Frankfurterin als eigentliches Ziel - zwei Wochen später nimmt sie aber auch noch ihre Startgelegenheit auf Hawaii wahr, um die Gegend und die Strecken aktiv zu erkunden und einen Eindruck zu gewinnen, auf welches Material sie setzen muss, wenn sie dort 2017 möglicherweise mit vollem Fokus starten will. Den Hawaii-Sack für 2017 könnte sie im Oktober nämlich schon beinahe zumachen: Auf Mallorca kann Schmitt ihr Pflichtfinish in einem vollen Ironman für die neue Qualifikationsperiode abhaken - und mit den bis zu 2.000 Punkten für einen möglichen Sieg auf Mallorca zusätzlich zu den Punkten, die sie bei den satt dotierten Ironman-Weltmeisterschaften bekommen könnte, auch in dieser Hinsicht bereits ordentlich vorlegen.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Schmitts Körper mitspielt - im Winter hatte die 30-jährige ehemalige Leichtathletin noch an einem Knochenödem, einer Überlastungsverletzung, laboriert. Zuletzt, erklärte sie im Vorfeld der Ironman-70.3-Weltmeisterschaften Anfang des Monats im triathlonTV-Interview, sei sie allerdings wieder beschwerdefrei große Umfänge gelaufen. Und sie schien deshalb optimistisch, allmählich wieder zur alten Laufstärke zurückzufinden, nachdem sie ihr Lauftrainingsrückstand beim Ironman in Frankfurt noch vom ersten Rang nach dem Radfahren bis auf den vierten Rang zurückgeworfen hatte.

Fachbach, Reichel und Bachor mit Siegchancen

Trotzdem wäre Schmitt mit Hawaii im Hinterkopf sicherlich nicht böse, wenn sie auf Mallorca beim Laufen nicht alles aus sich herausholen müsste - wobei sie sich ein Kräftesparen wohl kaum wird leisten können, wenn sie den Traum vom ersten Ironmansieg Wirklichkeit werden lassen will. Denn auf der Startliste findet sich außer Schmitt beispielsweise die starke Radfahrerin Diana Riesler, der zuzutrauen wäre, dass sie eine Woche nach ihrem Ausstieg beim Ironman Wales den nächsten Langdistanz-Versuch wagt - und steht sie am Start, ist Riesler immer eine Kandidatin für den Sieg. Auch die Schweizerin Emma Bilham gilt als starke Radfahrerin und hat für das Rennen gemeldet, wohingegen ein Start der ebenfalls gemeldeten Nikki Bartlett (GBR) eine Woche nach ihrem dritten Rang in Wales unwahrscheinlich scheint. Maja Stage-Nielsen (DEN) und Lauren Parker (AUS) könnten ebenfalls in den Kampf um den Sieg eingreifen. Aus Deutschland haben außerdem auch Lina-Kristin Schink, Nicole Woysch und Nina Kuhn für den Wettkampf gemeldet.

Auch im Rennen der Männer haben die Deutschen gute Karten - und wie Schmitt auf Seiten der Frauen ist einer der Favoriten Hesse: Nachdem Horst Reichel beim Ironman Kopenhagen wegen muskulärer Probleme im Hüftbeuger vorzeitig ausstieg, hat er sich für einen Start auf Mallorca entschieden. Ein Selbstläufer wird der mögliche zweite Ironman-Sieg seiner Karriere aber nicht: Mit Marcel Zamora (ESP), Herve Faure, Trevor Delsaut (beide FRA) und Ritchie Nicholls (GBR) haben mehrere starke internationale Athleten gemeldet. Auch der gute Radfahrer Konstantin Bachor aus Niedersachsen und Markus Fachbach aus Rheinland-Pfalz dürften bei der Vergabe der Podestplatzierungen ein Wörtchen mitzureden haben. Zudem gehen im Profifeld die Deutschen Roman Diesenhofer, Michael Ruenz, Alexander Schilling und Afred Rahm ins Rennen.