Sebastian Kienle gewinnt den Ironman Frankfurt

Sebastian Kienle zeigt beim Ironman Frankfurt keine Schwäche und verteidigt seinen EM-Titel. Andreas Böcherer landet - wie bereits 2016 - mit starker Leistung auf Platz zwei.

Von > | 9. Juli 2017 | Aus: SZENE

Sebastian Kienle verteidigt in Frankfurt seinen EM-Titel mit einer starken Vorstellung.

Sebastian Kienle verteidigt in Frankfurt seinen EM-Titel mit einer starken Vorstellung.

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Die 3,8 Schwimmkilometer im Langener Waldsee begannen wie erwartet. Sofort ergriff der ehemalige Schwimmer Lukasz Wojt die Initiative und schwamm seinen restlichen Konkurrenten davon. Bereits nach dem Landgang (1,5 km) distanzierte Wojt die Spitzengruppe um Böcherer, Lange, Raelert und Nilsson um 45 Sekunden. Nur 35 Sekunde danach folgte Sebastian Kienle in der Verfolgergruppe. Auf der zweiten Runde dehnten sich die Abstände etwas aus. Lukasz Wojt kam nach 45:44 Minuten als erster Athlet aus dem Wasser. Böcherer, Lange, Raelert, Nilsson und fünf weitere Athleten folgten innerhalb der nächsten zwei Minuten. Sebastian Kienle zeigte eine solide Leistung im Wasser und musste drei Minuten Rückstand auf die Spitzengruppe hinnehmen. Rund eine Minuten weniger als 2016.

Böcherer und Kienle attackieren auf dem Rad

Auf dem Rad waren es am Anfang Andreas Böcherer und Patrick Lange, die die Flucht nach vorn suchten. Böcherer übernahm schnell alleine die Führung, dahinter fuhren Sebastian Kienle und James Cunnama nach gut 60 Kilometern auf Lange auf. Bei Kilometer 72 war das Trio 1:30 Minuten hinter Böcherer. Dann attackierte Sebastian Kienle und löste sich von seinen beiden Mitstreitern. Nach der ersten Radrunde lag Kienle 50 Sekunden hinter Böcherer und 35 Sekunden vor Lange und Cunnama. Die Verfolgergruppe um Michael Raelert und Patrik Nilsson hatte zu diesem Zeitpunkt 3:20 Minuten Rückstand. Doch das reichte Sebastian Kienle noch nicht und er machte noch mehr Druck. Schnell schloss er auf Andreas Böcherer auf und beide fuhren – wie bereits 2016 – gemeinsam Richtung zweite Wechselzone. Dabei beschleunigte das Duo noch einmal und vergrößerte den Vorsprung auf die Verfolger enorm. 30 Kilometer vor dem zweiten Wechsel lagen die beiden fünf Minuten vor Patrick Lange und James Cunnama. Die Verfolgergruppe um Patrik Nilsson hatte zu diesem Zeitpunkt neun Minuten Rückstand. Michael Raelert stieg wegen Krämpfen nach 100 Kilometer auf dem Rad aus dem Rennen aus. Gemeinsam wechselten Kienle und Böcherer dann schließlich in die Laufschuhe. Das Duo um Lange und Cunnama kam sechs Minuten danach in die Wechselzone. Die Verfolgergruppe begann den Marathon mit zwölf bis 14 Minuten Rückstand. 

Kienle siegt im Laufduell, Nilsson rennt 2:40 Stunden

Beim Laufen übernahm Sebastian Kienle sofort die Führung und versuchte, sich von Andreas Böcherer abzusetzen. Nach 15 Kilometern konnte Kienle knapp 1:30 Minuten auf Böcherer herauslaufen. Dahinter liefen Patrick Lange und James Cunnama gemeinsam und hielten den Rückstand konstant bei sechs Minuten. Nach 21 Kilometern bekam Patrick Lange jedoch Probleme, fing stückweise an zu gehen und ließ Cunnama ziehen. Sebastian Kienle zeigte an der Spitze keine Schwäche, vergrößerte seinen Vorsprung kontinuierlich und lief einem ungefährdeten Sieg entgegen. Dahinter standen die Platzierungen jedoch noch lang nicht fest. Der Schwede Patrik Nilsson, bekannt als einer der schnellsten Läufer, flog sprichwörtlich über die Laufstrecke. Der 25-Jährige absolvierte den Marathon in 2:40:58 Stunden, überholte damit noch Patrick Lange und James Cunnama und landete mit der schnellsten Laufzeit auf Rang drei. Sebastian Kienle siegte schließlich in einer Gesamtzeit von 7:41:42 Stunden. Wichtig zu sagen ist allerdings, dass die Radstrecke in diesem Jahr aufgrund einer Baustelle um drei Kilometer gekürzt wurde. Andreas Böcherer kam als Zweitplatzierter mit 4:25 Minuten Rückstand ins Ziel. Patrik Nilsson überquerte nach 7:50:16 Stunden die Ziellinie. Patrick Lange hatte weiterhin kleine Probleme und wurde wenige hundert Meter vor dem Ziel noch vom Russen Ivan Tutukin überholt. Am Ende reichte es für Platz sechs (7:52:06 Stunden).