Sebastian Kienle gewinnt Saisoneinstand in Cannes

Sebastian Kienle hat seine Saison 2017 mit einer Erfolgsmeldung eröffnet: In Cannes präsentierte sich der Deutsche in hervorragender Rad-Form und gewann deutlich.

Von > | 17. April 2017 | Aus: SZENE

Foto >José Luis Hourcade

Im Vorfeld ließ Sebastian Kienle bereits anklingen, dass seine Saisonvorbereitung so gut gelaufen sei wie schon seit einigen Jahren nicht mehr. Bei seinem ersten "öffentlichen" Formtest in Cannes konnte er das bestätigen. Und das nicht nur, indem er das Rennen gewann, was angesichts dieser Konkurrenz bereits eine respektable Leistung gewesen wäre. Der Knittlinger präsentierte sich speziell auf dem Rad in hervorragender Verfassung und distanzierte die Mitfavoriten deutlich.

Enges Rennen ums Podest

Nur beim Schwimmen lief es für Kienle nicht ganz nach Plan, denn auf den ersten rund zwei Kilometern verlor er auf Leo Bergere (FRA) und Maurice Clavel fast drei Minuten - konnte allerdings mit Andreas Raelert mithalten, der nur wenige Sekunden vor Kienle den Weg zu seinem Rad antrat und schon beim Wechsel von Kienle überholt wurde. Auf dem Rad galt es dann 95 auch technisch anspruchsvolle Kilometer mit insgesamt etwa 1.500 Höhenmetern zu absolvieren. Und dort drehte Kienle auf, wie man es von ihm aus seinen Weltmeister-Jahren kennt: In 2:29:49 Stunden fuhr er die Strecke sechseinhalb Minuten schneller als Bergere, der den zweiten Wechsel als Zweiter hinter dem Deutschen erreichte. Raelert und Clavel brauchten für die 95 Kilometer sogar neun bzw. zehn Minuten länger als der stark aufgelegte Kienle.

Mit diesem Polster hatte Kienle keine Probleme, seinen Sieg auf den abschließenden 16 Laufkilometern abzusichern - sorgte aber trotzdem auch da noch einmal für eine der schnelleren Zeiten. Nur Vorjahressieger Etienne Diemunsch (FRA, 51:18 Minuten) und Andreas Raelert (52:05) liefen noch etwas schneller als Kienle (52:53), der das Rennen sechs Minuten vor Leo Bergere gewann. Diemunsch rannte noch auf den dritten Rang, indem er sich kurz vor dem Ziel am letztlich Viertplatzierten Maurice Clavel vorbeischob. Andreas Raelert wurde 40 Sekunden hinter Clavel Fünfter - nur zweieinhalb Minuten lagen beim Zieleinlauf letztlich zwischen dem Zweit- und Fünftplatzierten.

Bilham rast davon

Dagegen konnte die Siegerin der Frauen den Zieleinlauf, ähnlich wie Kienle, genießen: Sieben Minuten trennten Emma Bilham (SUI) im Ziel von Charlotte Morel und sogar zehn von Johanna Daumas Carrier (beide FRA), die auf den Plätzen zwei und drei ins Ziel liefen. Die Dänin Michelle Vesterby hatte auf dem anspruchsvollen Kurs erneut Probleme und wurde mit elf Minuten Rückstand vor Landsfrau Tine Holst Vierte.

Grundlage für diesen Erfolg Bilhams war das Radfahren: In der zweiten Disziplin war die Schweizerin, die beim Schwimmen zunächst wenige Minuten auf die Spitze verloren hatte, sieben Minuten schneller unterwegs als Holst und sogar zehn Minuten schneller als Morel, der die in 1:01:34 Stunden beste Laufleistung des Tages immerhin noch zu Silber reichte.