Starke Ryf überzeugt auch ohne Weltbestzeit

Daniela Ryf hat die Challenge Roth erneut gewonnen. Mit der erhofften Weltbestzeit wurde es zwar nichts - gekämpft hat die Schweizerin aber darum.

Von > | 9. Juli 2017 | Aus: SZENE

Glückliche Siegerin: Daniela Ryf gewinnt die Challenge 2017.

Glückliche Siegerin: Daniela Ryf gewinnt die Challenge 2017.

Foto >Daniel Eilers / spomedis

Den Kampf um die Weltbestzeit konnte sie nicht gewinnen - beeindruckt hat Daniela Ryf bei der Challenge Roth aber trotzdem. Die Schweizerin trotzte bei ihrem zweiten Sieg in Serie nicht nur einer misslungenen Vorbereitung, während derer sie mehrere Wochen lang wegen anhaltender Rückenprobleme kaum trainieren konnte, sondern ließ sich auch von einem durchwachsenen Rennauftakt nicht aus dem Konzept bringen.

Ryf gibt nie auf

Gelungen war das Schwimmen für Daniela Ryf nämlich nicht. Die Schweizerin stieg nach 52:34 Minuten zwar als Führende rund 20 Sekunden vor Heather Wurtele (CAN) und über zwei Minuten vor den nächsten Konkurrentinnen aus dem Wasser, war dabei aber rund drei Minuten langsamer als im vergangenen Jahr, in dem sie knapp an Chrissie Wellingtons Weltbestzeit von 8:18:13 Stunden vorbeigeschrammt war. Ryf blieb auf dem Rad trotzdem auf dem Gas. Mit einer Splitzeit von 4:36:33 Stunden verlor sie gegenüber ihrer Vorjahresleistung weitere fünf Minuten, drückte ihren Konkurrentinnen aber gewaltige Abstände auf: Erst 13 Minuten nach ihr erreichte Laura Siddal (GBR) den zweiten Wechsel, eine weitere Minute später folgte Yvonne van Vlerken (NED) - und erst 27 Minuten nach Ryf die zu diesem Zeitpunkt Viertplatzierte Lisa Roberts (USA).

Mit einem beruhigenden Vorsprung auf Rang zwei und einem satten Rückstand auf ihre Vorjahresleistung hätte Ryf es zum Start in den Marathon also ruhig angehen lassen können. Das tat sie aber nicht. Die Schweizerin, die zum Marathonstart rund 20 Sekunden schneller war als Wellington bei ihrem Rekordrennen, benötigte einen Marathonlauf über 2:45 Stunden, um doch noch die Weltbestzeit zu schaffen - und probierte sich im Kampf gegen ihren Körper und für die Weltbestzeit.

Über zehn Kilometer lang lief die Schweizerin auch wirklich auf Rekordkurs, doch dann wurden die Signale ihres Körpers zu stark. Ryf musste immer weiter zurückstecken. Trotzdem reichte es für sie zu ihrem zweiten Roth-Sieg in Serie - wenn auch nicht erneut zu einem Tänzchen im Zielbereich, wie sie es 2016 aufgeführt hatte. Ryf gewann elf Minuten vor Laura Siddal (GBR) und über 17 Minuten vor Lisa Roberts. Yvonne van Vlerken konnte das Treppchen beim Laufen nicht verteidigen und wurde Vierte.

Platz

Name

Nation

Gesamt

Swim (3,8 km)

Bike (180 km)

Run (42,195 km)

1

Daniela Ryf

SUI

8:40:03

52:34

4:37:34

3:06:46

2

Laura Siddal

GBR

8:51:38

58:16

4:44:59

3:05:40

3

Lisa Roberts

USA

8:57:14

1:01:31

4:55:20

2:56:35

4

Yvonne van Vlerken

NED

9:07:40

58:15

4:45:51

3:20:09

5

Corina Hengartner

SUI

9:25:28

1:01:20

4:57:45

3:23:21

6

Jane Hansom

USA

9:33:15

1:01:17

5:03:26

3:25:16

7

Georgina Gadient

SUI

9:42:36

1:09:17

4:57:03

3:30:34

8

Steffi Jansen

GER

9:43:02

1:10:57

5:08:39

3:19:09

9

Julie von Gruenigen

SUI

9:46:05

1:07:28

4:54:26

3:39:51

10

Sasja Vinther

DEN

9:46:44

1:02:42

5:07:45

3:31:43

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