Steffen Justus wird Zweiter in Bahrain

Es war sein letztes Rennen als Profi: Steffen Justus konnte seine erfolgreiche Triathlonkarriere in Bahrain mit einem Paukenschlag beenden. Beim stark besetzten Rennen der Meisterschaft des mittleren Ostens musste sich der ehemalige Kurzdistanz-Spezialist nur knapp dem Neuseeländer Terenzo Bozzone geschlagen geben.

Von > | 10. Dezember 2016 | Aus: Szene

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Nur sechs Tage nach seinem ersten Langdistanz-Sieg beim Ironman Western Australia sicherte sich Terenzo Bozzone auch den Sieg über die halbe Strecke beim Ironman 70.3 Bahrain (Archivbild).

Foto > Delly Carr/ Ironman

Der Renntag des Ironman 70.3 Bahrain begann wie von vielen vermutet: Das hochklassige Teilnehmerfeld schenkte sich im Wasser nichts und Lokalmatador Eric Watson führte die neunköpfige Spitzengruppe aus dem Wasser. Michael Raelert erlangte nach einem guten Auftakt in der ersten Disziplin als zweiter Athlet wieder festen Boden unter den Füßen, gefolgt von Sam Appleton und seinem deutschen Landsmann Steffen Justus. Auch Romain Guillaume, Terenzo Bozzone, Stuart Hayes, Sean Donnelly und Frederic Croneborg.

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Sam Appleton, Eric Watson und Steffen Justus (v. l.) in der ersten Wechselzone.

Foto > Volker Boch / Ironman

Rad- und Streckenrekord für Bozzone

Auf dem Rad ergriff der Neuseeländer Terenzo Bozzone sofort die Initiative: Wie bereits bei seinem Ironman-Sieg vor erst einer Woche fuhr Bozzone ein offensives Rennen und setzte sich gleich zu Beginn schnell von der Spitzengruppe ab. Bereits auf der Hälfte der Radstrecke hatte Bozzone zwei Minuten Vorsprung vor Michael Raelert, der zu diesem Zeitpunkt die sechsköpfige Verfolgergruppe anführte. Auch Steffen Justus hielt sich nach dem schnellen Schwimmen stets in der Verfolgergruppe auf, setzte sich zum Ende der Radstrecke sogar etwas von Raelert ab und fuhr hinter Terenzo Bozzone, der sich bis zum Laufen einen Vorsprung von über fünf Minuten herausfahren konnte, und dem Australier Sam Appleton als Dritter in die zweite Wechselzone. Der relativ starke Wind bescherte dem starken Profifeld extrem schnelle Radzeiten: Terenzo Bozzone fuhr mit 1:56:48 Stunden sogar die schnellste je in einem Ironman-70.3-Rennen erzielte Radzeit. Gleich acht Athleten blieben unter der 2:03-Stunden-Marke für die 90 Radkilometer. 

 

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1:56:48 Stunden - Terenzo Bozzone fährt den schnellsten Radsplit aller Zeiten in einem Ironman-70.3-Rennen.

Foto > Volker Boch / Ironman

Steffen Justus mit schnellsten Laufzeit 

Nachdem Bozzone mit einem komfortablen Vorsprung von über fünf Minuten auf die Laufstrecke ging, wurde es dahinter richtig eng. Sam Appleton stieg einige Sekunden vor Steffen Justus vom Rad, der jedoch sofort die Flucht nach vorn ergriff. Der ehemalige Kurzdistanzler stellte in seinem letzten Profirennen ein weiteres Mal seine Laufqualitäten unter Beweis: Mit 1:11:25 Stunden für den abschließenden Halbmarathon lief Justus all seinen Konkurrenten davon. Am Ende wurde es im Kampf um den Sieg sogar noch knapp, doch Bozzones Vorsprung reichte aus, um das Ziel nach 3:41:32 Stunden knapp eine Minute vor Steffen Justus zu erreichen - mit neuem Streckenrekord. Sam Appleton sicherte sich mit einem schnellen Halbmarathon (1:13:29 Std.) den dritten Platz. Michael Raelert musste im Laufe des Halbmarathons dem hohen Tempo Tribut zollen und landete schließlich auf Rang 14. Für den Deutschen David Breuer reichte es nach starken Leistungen in den Einzeldisziplinen für Platz elf (3:57:27 Std.). 

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Gelungenes Karriereende: Steffen Justus landet im letzten Profirennen seiner Karriere nach einer starken Vorstellung auf Platz zwei.

Foto > Volker Boch / Ironman

Crowley siegt vor Pallant, Riesler wird Fünfte

Im Profifeld der Frauen blieb es bis kurz vor Ende spannend: Nachdem Sarah Crowley (AUS) und Emma Pallant (GBR) lange Zeit mit Caroline Steffen (SUI) und Diana Riesler die Spitze des Feldes anführten, entfachte auf dem letzten Teil der Laufstrecke ein enger Zweikampf, den Sarah Crowley letztlich für sich entscheiden konnte. Nach 4:10:59 Stunden sicherte sich die Australierin den Sieg vor der Britin, die nach 4:12:25 Stunden das Ziel erreichte. Das Podium wurde komplettiert durch die Schweizerin Caroline Steffen (4:15:08 Std.). Diana Riesler lag zwar teilweise sogar an der Spitze des Frauenfeldes, musste sich letztendlich aber mit Platz fünf begnügen. Natascha Schmitt landete auf Platz zehn.