Steger und Angert fordern Molinari am Walchsee

Das gesamte Vorjahres-Podest kehrt zurück: Giulio Molinari will am Sonntag zum vierten Mal bei der Challenge Walchsee glänzen. Seine junge Konkurrenz hat aber etwas dagegen.

Von > | 31. August 2017 | Aus: SZENE

Giulio Molinari bei der Challenge Heilbronn 2016.

Giulio Molinari bei der Challenge Heilbronn 2016.

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Einen ETU-Europameisterschaftstitel, wie es ihn noch beim parallel zu den Ironman-70.3-Weltmeisterschaften angesetzten Rennen im vergangenen Jahr zu holen gab, ist diesmal bei der Challenge Walchsee nicht ausgeschrieben. Und trotzdem ist das Startfeld nicht schwächer besetzt als noch im vergangenen Jahr: Auf Männerseite kehrt sogar die Top-Drei aus dem vergangenen Jahr geschlossen nach Österreich zurück - und will den Sieg am liebsten erneut unter sich ausmachen.

In der Schweiz auf Österreich vorbereitet

Wie das geht, weiß Giulio Molinari am besten. Der 29-jährige Italiener hat schon dreimal am Walchsee triumphiert und kehrt am Wochenende zurück, um sich ein viertes Mal im Kampf um den Sieg zu probieren. Leicht wird das aber nicht. Denn schon im Vorjahr hatten es ihm die vier Jahre jüngeren Florian Angert - damals Zweiter - und Thomas Steger (AUT) - Dritter - schwer gemacht. Schwimmspezialist Angert war damals rund eine Minute vor Molinari auf das Rad gestiegen und den Halbmarathon genauso schnell gelaufen wie der Italiener. Nur in der zweiten Disziplin, in der binnen 90 Kilometern etwa 1.140 Höhenmeter auf die Sportler warten, holte der Italiener zweieinhalb Minuten auf Angert heraus und legte somit den Grundstein für seinen dritten Erfolg.

Doch ob das wieder so gelingen wird, bleibt abzuwarten. Denn nach seinem Wechsel zu seinem neuen Trainer Philipp Seipp scheint der 25-jährige Angert auf dem Rad und im Laufen die nächsten Entwicklungsschritte genommen zu haben - und es zu schaffen, seine Trainings- auch in Wettkampfleistungen auf der Mitteldistanz umzusetzen. In den letzten Wochen holte sich der Gießener Student aus dem Erdinger-Profiteam im Trainingslager gemeinsam unter anderem mit Nils Frommhold und Laura Philipp in den Schweizer Bergen den körperlichen Feinschliff, und auch mental dürfte Angert voll auf das Rennen eingestellt sein. Nicht nur, weil ein möglicher Sieg am Walchsee sein erster über die Mitteldistanz wäre - sondern auch, weil seine Generalprobe beim Allgäu-Triathlon ordentlich daneben ging und er nun umso motivierter sein dürfte, es wieder besser zu machen. Im Allgäu war Angert mit einem Platten früh im Rennen gestürzt und musste aussteigen, schwerere Verletzungen zog er sich aber nicht zu.

Tritt Sämmler in Gajers Fußstapfen?

Auch Thomas Steger werden Molinari und Angert allerdings auf der Rechnung haben. Der ebenfalls 25-jährige Österreicher hat zwar erst am zurückliegenden Wochenende den Trans Vorarlberg Triathlon für sich entschieden, doch viele Rennen binnen kurzer Zeit sind für Steger aus den vergangenen Jahren nicht ungewohnt. Wie Molinari hat Steger seine Stärken vor allem auf dem Rad in profiliertem Gelände, und läuferisch ist der Österreicher wohl stärker einzuschätzen als der italienische Titelverteidiger. Mit dem Trio aus Molinari, Angert und Steger ist es aber noch nicht getan: Angerts Erdinger-Teamkollege Julian Erhardt, Tim Meyer, Per Bittner, Trevor Wurtele (CAN) und Dylan McNeice (NZL) gehören ebenfalls zu den Podestanwärtern.

Auf Frauenseite fehlt Vorjahressiegerin Julia Gajer, da die ihre Saison aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig für beendet erklärt hat. So rücken andere Frauen in den Fokus. In Laura Siddall (GBR) und Lisa Roberts (USA) haben zwei der drei schnellsten Damen der diesjährigen Challenge Roth ihre Startzusage gegeben und dürften auf der Favoritenliste ganz oben stehen - für die Deutschen Lena Berlinger, Jenny Schulz, Katharina Wolff, Sonja Tajsich und Daniela Sämmler sind Podestplatzierungen aber ebenfalls erreichbar.