Stein gewinnt in Polen, Castro in Maastricht

Boris Stein eröffnet seine zweite Saisonhälfte mit einem Erfolg: Im polnischen Gynia gewinnt er - wenn auch knapp. In den Niederlanden triumphiert die Spanierin Saleta Castro.

Von > | 6. August 2017 | Aus: SZENE

Saleta Castro gewinnt den Ironman Maastricht.

Saleta Castro gewinnt den Ironman Maastricht.

Foto >Getty Images for Ironman

Im Heimatland seines Trainers Peter Sauerland hat Boris Stein einen erfolgreichen Start in die zweite Saisonhälfte gefeiert, die von dem Rheinland-Pfälzer mit einer Top-Platzierung beim Ironman Hawaii gekrönt werden soll. Leicht machte es Stein die Konkurrenz speziell aus der Schweiz und Deutschland beim polnischen Ironman 70.3 Gdynia aber nicht. Beim Radfahren hielt zunächst vor allem der Schweizer Manuel Küng dagegen und nutzte seine gute Ausgangslage nach dem Schwimmen, nach welchem Stein wie gewohnt zunächst einem Rückstand aufholen musste. Nach einem beherzten Ritt wechselte der Schweizer Küng, der rund drei Minuten vor Stein auf die Radstrecke gestartet war, noch eine Minute vor Stein auf den abschließenden Halbmarathon.

Deutsche laufen stark auf

Dort fackelte Stein aber nicht lange und setzte sich schnell an die Spitze des Feldes, von wo aus er seinen Sieg souverän verwaltete. Führte der 32-Jährige zwischenzeitlich deutlich, wurde es im Zielkanal dann aber trotzdem nochmal eng. Möglicherweise, weil Stein auf der zweiten Hälfte bewusst etwas Tempo herausgenommen haben könnte - aber auch, weil zwei Deutsche exzellente Laufbeine erwischten. Vor allem Christopher Hettich: Der ehemalige Kurzdistanzler und Olympia-Aspirant lief den abschließenden Halbmarathon in 1:10:45 Stunden fast genau fünf Minuten schneller als Sieger Stein und damit am Ende noch bis auf 43 Sekunden an ihn heran, was Hettich auf den Silberrang katapultierte. Auf dem dritten Rang behauptete sich mit einer in 1:13:51 Stunden ebenfalls starken Laufleistung Markus Liebelt rund 70 Sekunden hinter Hettich und 50 Sekunden vor Küng.

In der Frauenkonkurrenz gewann mit der Österreicherin Lisa Hütthaler ebenso eine in der Vergangenheit schon einmal gesperrte Dopingsünderin wie über die volle Distanz beim Ironman Maastricht ihr Landsmann Michael Weiss. Während Hütthaler die Grundlage für ihren Sieg vor Corinne Abraham (GBR) und Maria Czesnik (POL) vor allem auf dem Rad legte, sorgte Weiss in Maastricht beim Marathonlauf für die Entscheidung. Seine Laufzeit von 2:45:16 Stunden war die mit großem Abstand schnellste des Tages und bescherte ihm eine Gesamtzeit von 8:18:09 Stunden und den Sieg vor Michael van Cleven (BEL, 8:23:27) und Bas Diederen (NED, 8:25:50). Die beste Deutsche beim Ironman 70.3 Gdynia war Jenny Schulz, die knapp zehn Minuten hinter Hütthaler Fünfte wurde.

Im Rennen der Frauen feierte in Maastricht die 29-jährige Vorjahreszweite Saleta Castro emotional ihren ersten Ironmansieg. Die Spanierin hatte den meisten Konkurrentinnen schon beim Schwimmen einen großen Rückstand aufgebrummt und legte in 5:24 Stunden eine der besseren Radzeiten der Damen in den Niederlanden nach. Mit dem schnellsten Marathon des Tages - in 3:14:31 Stunden lief sie ähnlich wie Weiss fast zehn Minuten schneller als die Zweitschnellste - sicherte sich Castro nach insgesamt 9:37:17 Stunden den Sieg vor Brooke Brown (CAN, 9:48:13) und Kate Comber (GBR, 9:55:47).