Stein, Lange, Justus, Beranek und Philipp beim Showdown in Wiesbaden

Das Jubiläumsrennen dürfte eines der heißesten in der Geschichte des Ironman 70.3 in Wiesbaden werden: Bei der zehnten Auflage des Wettkampfes, der als Ironman-70.3-Europameisterschaft gilt, treffen einige der besten Deutschen über Kurz-, Mittel- und Langdistanz direkt aufeinander. Und mittendrin im Feld der deutschen und europäischen Elite verstecken sich ein kanadischer Überflieger und eine australische Sieganwärterin.

Von > | 11. August 2016 | Aus: SZENE

Ironman 70_3 Wiesbaden 2015 - 22 | Boris Stein auf dem Weg zum Sieg beim Ironman 70.3 Wiesbaden 2015.

Boris Stein auf dem Weg zum Sieg beim Ironman 70.3 Wiesbaden 2015.

Foto >Michael Rauschendorfer / triaphoto.com

Es ist ein Startfeld einer Qualität, wie es einer Europameisterschaft würdig ist - und wie es in der weltweiten Ironman-70.3-Serie nur höchst selten vorkommt. Wenn am Sonntag ab 8 Uhr die Ironman-Europameisterschaften gestartet werden, versammelt sich bis auf wenige Ausnahmen die deutsche Elite von verschiedenen Triathlondistanzen im Raunheimer Waldsee: Die einen, weil sie vor den Ironman-70.3- oder Ironman-Weltmeisterschaften in Australien und auf Hawaii ihre Form testen wollen. Die anderen, weil sie nach der Enttäuschung um die Olympianominierungen aktive Frustbewältigung betreiben und sich in einem neuen Format ausprobieren wollen.

Ein Kanadier unter Europäern

Gleich drei deutsche ITU-Kurzdistanzathleten werden in Wiesbaden nämlich ihre Mitteldistanz-Premiere feiern: Steffen Justus, der in Wiesbaden wohnhafte Gregor Buchholz und Anja Knapp, die sich bis zum Rechtsstreit vor wenigen Wochen alle beinahe sicher bei den Olympischen Spielen wähnten, probieren sich in Wiesbaden auf neuem und ungewohntem Terrain. Vor allem Knapp könnte die Mitteldistanz entgegenkommen: Die starke Schwimmerin hat in der Vorbereitung auf Rio, wo sie eine Helferrolle für Anne Haug ausüben sollte, die Laufumfänge und -intensitäten stark zurückgeschraubt und dafür sehr viel ins Radtraining investiert - was sich auf dem anspruchsvollen Kurs in Wiesbaden auszahlen könnte. Auch Steffen Justus und Gregor Buchholz, der seine Karriere nach dieser Saison ausklingen lassen will, haben in den vergangenen Wochen vermehrt auf dem Rad gearbeitet, um mit den Mittel- und Langdistanzspezialisten mithalten zu können.

Denn davon haben sich für den Wettkampf in Wiesbaden einige angekündigt. Vor allem ein Kanadier sticht aus dem hochkarätigen und breit besetzten Startfeld hervor: Lionel Sanders scheint in diesem Jahr kaum zu besiegen, nur beim Ironman 70.3 Racine passierte dem überragenden Radfahrer und starken Läufer ein Ausrutscher: Weil er mit Verdauungsproblemen mehrere Stopps einlegen musste, wurde Sanders nach einer beinahe unheimlichen Siegesserie erstmals wieder geschlagen. In Wiesbaden kann er nun beweisen, dass er seine Verdauung wieder in Griff hat - und muss dann unter anderem gegen Titelverteidiger Boris Stein, die Schweizer Ruedi Wild und Ronnie Schildknecht, Ironman-Texas-Sieger Patrick Lange, Radrakete Andreas Dreitz, Maurice Clavel, Alessandro Degasperi (ITA), Ivan Rana (ESP), Thomas Steger (AUT) und Bart Aernouts (BEL) ran.

Beranek gegen Pedersen, Philipp und Gajer

Die Besetzung des Frauenrennens steht dem kaum nach: In Camilla Pedersen (DEN), Anja Beranek und Alexandra Toneur (BEL) haben die drei Schnellsten des Vorjahres auch für das Jubiläumsrennen gemeldet. Und bekommen hochkarätige Herausfordererinnen: Die Frankfurterin Natascha Schmitt, Ricarda Lisk, Laura Philipp, Kaisa Lehtonen (FIN), Vanessa Raw (GBR), Bianca Steurer (AUT), Melissa Hauschildt (AUS), Helle Frederiksen (DEN), Emma Pallant und Jodie Swallow (beide GBR) sind in Wiesbaden allesamt Kandidatinnen für Podestplatzierungen. Und natürlich auch Julia Gajer: Die Deutsche will nach einem ersten Trainingsblock überprüfen, ob ihre Formentwicklung für den erhofften Angriff auf das Podest beim Ironman Hawaii im Oktober passt.