Tim Don gewinnt mit neuer Ironman-Bestzeit

7:40:23 Stunden - Tim Don siegt beim Ironman Brasil in neuer Ironman-Bestzeit. Andreas Raelert mischte lang um das Podium mit, erwischte beim Marathon aber einen schwarzen Tag. Sonja Tajsich wird Zweite.

Von > | 29. Mai 2017 | Aus: SZENE

In 4:06:56 Stunden absolvierte Tim Don die 180 Radkilometer.

In 4:06:56 Stunden absolvierte Tim Don die 180 Radkilometer.

Foto >Paul Phillips

Das starke Teilnehmerfeld beim Kampf um die südamerikanische Meisterschaft ließ zwar schnelle Zeiten erwarten, mit einer neuen Ironman-Bestzeit hat im Vorfeld wohl aber kaum jemand gerechnet. Zumal die Bedingungen alles andere als ideal waren. Teils starker Regen und die dementsprechend nassen Straßen zwangen die Athleten zur Vorsicht. Das hinderte den Briten Tim Don allerdings nicht daran, eine Leistung zu zeigen, wie man sie auf der Triathlon-Langdistanz vorher nur selten gesehen hat.

Don überrascht mit Rekordfahrt

Schon die erste Disziplin deutete darauf hin, dass es ein schneller Tag werden könnte. Die achtköpfige Spitzengruppe kam nach etwas mehr als 44 Minuten aus dem Wasser, darunter auch Andreas Raelert, der bei der ersten Disziplin seine gute Schwimmform unter Beweis stellte. Auf der Radstrecke machte Tim Don schnell klar, dass für ihn an diesem Tag nur der Sieg zählt. Bereits nach der Hälfte des Radkurses betrug der Vorsprung auf die Verfolgergruppe um Andreas Raelert, Igor Amorelli und Reinaldo Colucci bereits über zehn Minuten. Während die Verfolger bis zum Ende der zweiten Disziplin zusammen blieben, baute Don an der Spitze seinen Vorsprung weiter aus. Über 20 Minuten schneller war der Brite als seine direkten Konkurrenten und fuhr mit 4:06:56 Stunden zu einem neuen Radstreckenrekord. Raelert, Amorelli und Colucci legten die 180 Kilometer in 4:26 bis 4:28 Stunden zurück. 

Raelert strauchelt, Don auch mit schnellster Laufzeit

Wer zu diesem Zeitpunkt dachte, Don hätte überzockt und der Kampf um den Sieg sei noch offen, irrte sich gewaltig. Denn der Brite lief mit rasantem Tempo los und schien entschlossen zu sein, Strecken- und Ironman-Rekord zu brechen. Dahinter entfachte ein enger Kampf um Platz zwei. Mittendrin: Andreas Raelert, der sich kurzzeitig von seinen Mitstreitern löste und an zweiter Position lief. Nach etwa einer Stunde im Marathon führten energetische Probleme schließlich dazu, dass Raelert seine Hoffnungen auf eine Podiumsplatzierung aufgeben musste. „Lange Zeit lief das Rennen nicht schlecht für mich“, sagte er nach dem Wettkampf in Florianopolis. „Das Schwimmen war vielversprechend, auf dem Rad war der nötige Druck da und beim Laufen bin ich gut gestartet. Aber dann hat sich ein energetisches Loch aufgetan, das ich nicht mehr schließen konnte.“ 

Währenddessen blieb Tim Don an der Spitze weiterhin auf Rekordjagd. Trotz seines Kraftaktes auf dem Rad schien sich Don seine Reserven richtig eingeteilt zu haben, denn es reichte für den Briten auch zur schnellsten Laufzeit des Tages. In 2:44:46 Stunden absolvierte er den abschließenden Marathon und kam mit einer Fabelzeit von 7:40:23 Stunden ins Ziel. Damit unterbot er den bisherigen Ironman-Rekord um etwas mehr als vier Minuten. Erst im vergangenen November stellte der Kanadier Lionel Sanders beim Ironman Arizona den bis dahin gültigen Rekord von Marino Vanhoenacker ein und finishte in 7:44:29 Stunden. 

Platz zwei ging – 25 Minuten später – an den Südafrikaner Kyle Buckingham, der sich mit einem schnellen Marathon in 2:45 Stunden an seinen Mitstreitern vorbei schob und in 8:05:43 Stunden finishte. Komplettiert wurde das Podium von Igor Amorelli (BRA), der sich beim Laufduell mit Colucci durchsetzte und nach 8:06:58 Stunden ins Ziel kam. Andreas Raelert beendete den Marathon in 3:45:59 Stunden und kam nach 9:02:20 Stunden als 15. Profi ins Ziel. „Das Ende des Rennens war alles andere als erhofft“, sagte Raelert in einer ersten Analyse. „Vielleicht hat sich in dieser Phase doch bemerkbar gemacht, dass ich einige Grundlagenkilometer verletzungsbedingt verpasst habe und noch etwas die Substanz fehlt.“ Dennoch nimmt Andreas Raelert auch Positives aus Brasilien mit zurück nach Deutschland: „In den ersten sechs Stunden konnte ich das Rennen offensiv und auf einem guten Niveau gestalten. Darauf möchte ich weiter aufbauen.“
 

 

 

Auf dem Rad überzeugte Andreas Raelert in Florianopolis mit einer starken Leistung.

Auf dem Rad überzeugte Andreas Raelert in Florianopolis mit einer starken Leistung.

Foto >wagner.araujo.photo.

Name

Country

Total

3.8 km Swim

180 km Bike

42.2 km Run

1

Tim Don

GBR

7:40:23

0:44:16

4:06:56

2:44:46

2

Kyle Buckingham

RSA

8:05:43

0:47:12

4:28:48

2:45:18

3

Igor Amorelli

BRA

8:06:58

0:44:23

4:27:20

2:51:00

4

Reinaldo Colucci

BRA

8:10:04

0:44:22

4:26:58

2:53:58

5

Thiago Vinhal

BRA

8:11:46

0:45:44

4:30:08

2:50:35

6

Luis Ohde

BRA

8:12:45

0:46:18

4:30:15

2:51:29

7

Patrick Evoe

USA

8:16:26

0:51:07

4:26:30

2:54:04

8

Mario De Elias

ARG

8:19:17

0:48:51

4:37:40

2:48:05

9

Fellipe Santos

BRA

8:23:40

0:44:27

4:38:05


10

Philipp Koutny

SUI

8:27:27

0:50:58

4:35:21


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Cheetham siegt, Tajsich wird starke Zweite

Im Rennen der Frauen klappte es mit einer deutschen Podiumsplatzierung: Die 41-jährige Sonja Tajsich musste sich bei ihrem Comeback nur der starken Britin Susie Cheetham geschlagen geben. Während Cheetham mit konstanten Leistungen in allen Disziplinen nach 8:52:00 Stunden das Ziel mit neuem Streckenrekord erreichte, überzeugte Tajsich vor allem beim Radfahren und Laufen. Nach 8:57:36 Stunden sicherte sich die Deutsche mit einer guten Minute Vorsprung den zweiten Rang vor Haley Chura aus den USA (8:58:45 Stunden) und bewies, dass man auf der Langdistanz immer noch mit ihr rechnen kann. Mareen Hufe wurde Sechste in 9:01:44 Stunden und verpasste damit knapp ein Sub-9-Finish. 

Name

Country

Total

3.8 km Swim

180 km Bike

42.2 km Run

1

Susie Cheetham

GBR

8:52:00

0:50:42

4:53:02

3:02:41

2

Sonja Tajsich

GER

8:57:36

0:55:42

4:53:48

3:02:41

3

Haley Chura

USA

8:58:45

0:48:09

4:55:18

3:09:30

4

Gurutze Frades

ESP

9:01:00

0:55:38

4:53:20

3:06:42

5

Linsey Corbin

USA

9:01:13

0:54:41

4:54:12

3:01:45

6

Maureen Hufe

GER

9:01:44

0:55:31

4:51:16

3:09:15

7

Annah Watkinson

RSA

9:04:59

0:55:35

4:53:44

3:10:04

8

Pamela Tastets

CHI

9:07:56

0:53:08

4:55:51

3:12:57

9

Elisabeth Gruber

AUT

9:08:16

0:55:33

5:04:39

3:00:38

10

Magali Tisseyre

CAN

9:09:49

0:50:15

4:58:40

3:14:12

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