Einschwimmen, -radeln und -laufen

Noch 140 Tage sind es bis zum Ironman Hamburg 2017. Unser Herausgeber Frank Wechsel trainiert seit heute bei unserem Reisepartner Hannes Hawaii Tours im Trainingslager auf Fuerteventura.

Von > | 26. März 2017 | Aus: SZENE

Morgenstund hat Gold ... an der Brille. Mit einem Trainingstest über 3.000 Meter begann mein Fuerteventura-Trainingslager 2017.

Morgenstund hat Gold ... an der Brille. Mit einem Trainingstest über 3.000 Meter begann mein Fuerteventura-Trainingslager 2017.

Foto >Ricarda Lisk

Zum vierten Mal habe ich gestern auf Fuerteventura im Las Playitas eingecheckt, zum ersten Mal allerdings in vorwiegend sportlicher Mission: Während ich in den vergangenen Jahren als Fotograf in der Freizeit das eine oder andere Mal trainiert habe, mache ich jetzt in den raren Trainingspausen vielleicht mal das eine oder andere Foto.

Denn es sind heute noch exakt 140 Tage bis zum Ironman Hamburg, meiner ersten Langdistanz nach 19 Jahren, auf die ich mit seit dem September vorbereite. War ich in den vergangenen Jahren hier, um die Sportler zu fotografieren, bin ich nun einer von ihnen: ein Sportler. Einer, der seit gut einem halben Jahr akribisch auf den Tag X, den 13. August 2017, hinarbeitet, mit einem ausgetüftelten Trainingsplan der Experten von STAPS und dem Willen, meine Grenzen auszutesten.

Und so fühlt sich der Aufenthalt hier dieses Mal ganz anders an: Statt mit 300 Kilometern in den Beinen bin ich mit fast 3.000 angereist (wenn auch 85 Prozent davon auf der Rolle). Statt einmal zum Nachtischbüfett gehe ich zweimal zur Salatbar (solange es kein Mousse au Chocolat gibt). Und statt an den Bergen mich, mein Rad und den Wind zu verfluchen, frage ich mich, wo die Berge geblieben sind (okay, das war erst der erste Tag, sie werden spätestens Dienstag wieder da stehen, wo sie in den anderen Jahren auch waren).

Schwimmen: Test im Sonnenaufgang

Los ging es heute früh mit dem Schwimmen – und zwar vor Sonnenaufgang. Der findet nämlich seit der Umstellung auf die Sommerzeit erst um 8 Uhr statt. Tja, die Sommerzeit gibt es auch hier. Eine Stunde Zeitumstellung und eine Stunde in einer anderen geografischen Zeitzone - das war für einen übermüdeten Triathleten wie mich gestern Abend zu viel der Mathematik, so dass mein Wecker heute morgen zweimal um 7 Uhr klingelte. Einmal zum falschen und einmal zum richtigen 7 Uhr.

Schwamm drüber, um Punkt 7.30 Uhr stand ich am Pool zum freien Training. Das nutzte ich für einen kleinen Trainingsformtest: 3.000 Meter gegen die Uhr. Nach knapp der Hälfte war sie dann da, die Sonne – und als ich da war, standen exakt 50 Minuten auf der Uhr bzw. eine Langstreckentrainingspace von genau einem Meter pro Sekunde. Damit lässt es sich doch zu diesem Saisonzeitpunkt leben.

Radfahren: Streifenhörnchen und Radfahrerstreifen

Nicht ganz so einsam wurde es dann auf dem Rad. Ich bin ja nicht der Großgruppenfahrer, aber mit vier Freunden durch die sonnenbeschienene Extremlandschaft von Fuerteventura zu radeln, ist toll. Für Fuerte-Kenner: Über La Florida nach Tuineje, den legendären „Herr-Kienle-warten-Sie-Berg“ hinauf und auf der anderen Seite hinunter nach Pajara, die Serpentinen hoch zu den  Streifenhörnchen und wieder runter nach Betancuria, rauf zu den Eisenmännern und an jener Kultstätte, die Triathleten nur als „Die Bäckerei“ kennen, vorbei zurück nach Las Playitas. Vorbei? Ja, vorbei. Die Bäckerei wird ihre Chance noch bekommen, ganz bestimmt. Dafür hatte die Sonne heute schon ihre Chance und sich mit ersten Radfahrerstreifen auf meiner Haut verewigt.

Laufen mit Tanztrick

Zurück in Las Playitas ein kurzes Päuschen und ab in die Laufschuhe, jetzt wieder in größerer Gruppe. Mit den Gästen von Hannes Hawaii Tours ging es zwei Runden durch und um den Club. Als die Massen zur Rumpfstabi abbogen, hatte ich eine Ausrede in Form meiner zu holenden Kamera (ein Trick, der übrigens auch gut auf Hochzeiten funktioniert, wenn es ums Tanzen geht). Also ran an die Arbeit (heute: Fotos am Pool) und den Nachschlag beim Abendessen verdienen. Den Hauptgang hatte ich mir ja beim Sport erarbeitet.