Vanhoenacker und Brown mit großen Plänen in Neuseeland

Marino Vanhoenacker und Cameron Brown haben die Chance, beim Ironman Neuseeland denkwürdige Marken zu setzen. Der Zweikampf der beiden Über-40-Jährigen könnte aber gesprengt werden.

Von > | 28. Februar 2017 | Aus: SZENE

Foto >Castelli

Der eine könnte dieses besondere Rennen zum bereits 13. Mal gewinnen. Der andere könnte mit einem Triumph in Neuseeland seine beeindruckende globale Siegessammlung komplettieren und hätte dann Ironman-Rennen auf jedem Kontinent gewonnen. Gemeinsam haben sie beide, dass sie zwar im fortgeschrittenen Sportalter sind, aber noch nicht zum alten Eisen gehören: Cameron Brown (NZL, 44) und Marino Vanhoenacker (BEL, 40) stehen immer noch voll im Saft. Und wollen das beim Ironman Neuseeland, der bereits seit 1985 besteht und damit passenderweise zu den ältesten Rennen im internationalen Triathlonkalender gehört, erneut beweisen.

Bozzone und Bittner gegen die Routiniers

Im vergangenen Jahr gewann Kiwi Brown sein Heimrennen nicht nur zum mittlerweile zwölften Mal, er stellte dabei in 8:07:58 Stunden auch gleich noch einen neuen Streckenrekord auf. Nur drei Sportler konnten Brown seit dessen erstem Sieg in Neuseeland 2001 über die volle Distanz überhaupt vom Siegertreppchen stoßen: Einmal der Este Ain-Alar Juhanson, außerdem Bevan Docherty (NZL) - und Marko Albert (EST), der für das diesjährige Rennen ebenfalls gemeldet hat. Marino Vanhoenacker gewann das Rennen zwar auch schon einmal, allerdings war der Wettkampf damals witterungsbedingt auf die halbe Distanz verkürzt worden. Für Vanhoenacker ist der Ironman Neuseeland daher ein besonderes Rennen, hat der Belgier doch in Nord- und Südamerika, Europa, Asien und Afrika bereits Ironman-Rennen über die volle Distanz gewonnen. Nur Australien fehlt in dieser Kontinental-Sammlung nun noch.

Den Fehler, die Konkurrenz zu unterschätzen, werden die Routiniers aber sicher nicht machen. Allen voran Terenzo Bozzone ist ein ernstzunehmender Herausforderer, nachdem der im Dezember erst den Ironman Western Australia und eine Woche später den Ironman 70.3 Bahrain gewinnen konnte. Auch Cyril Viennot (FRA) und Clayton Fettell (AUS) gehen mit guten Aussichten ins Rennen. Und Per Bittner: Der 31-jährige Deutsche war vor zwei Wochen bei der Challenge Wanaka auf der Laufstrecke ausgestiegen. Trotz eines Insektenstiches, an dem er zwischenzeitlich laborierte und der Bittners Fuß deutlich anschwellen ließ, will er in Taupo für Wiedergutmachung sorgen.

Kessler peilt sechsten Sieg an

Um eine nicht ganz so lange, aber doch beeindruckende Serie geht es in Neuseeland auch für Meredith Kessler: Die US-Amerikanerin blieb bei dem Rennen zuletzt fünfmal in Folge ungeschlagen und hofft nun auf ihren sechsten Erfolg. Herausgefordert wird sie unter anderem von Carrie Lester (AUS), der Drittplatzierten des vergangenen Jahres - und von Yvonne van Vlerken: Nur zwei Wochen nach ihrem Langdistanz-Erfolg in Wanaka will die 38-Jährige in Taupo tatsächlich um ihren nächsten Sieg über die volle Distanz kämpfen. Annabel Luxford (AUS), die in Wanaka Zweitplatzierte Laura Siddall (GBR), Jocelyn McCauley (USA) und Emma Bilham (SUI) wollen der Niederländerin das Leben möglichst schwer machen.