Varga und Murray glänzen, Brownlee leidet

Am ersten von drei Renntagen der neuen Super League haben Richard Varga und Ryan Murray Ausrufezeichen gesetzt. Einige Favoriten strauchelten dagegen - allen voran Alistair Brownlee.

Von > | 17. März 2017 | Aus: SZENE

Richard Murray

Richard Murray

Foto >Delly Carr

Er hatte die beste Startposition aller Athleten, mit dem kürzesten Weg zur Boje und zudem mit dem schnellsten Schwimmer Richard Varga (SVK) direkt neben sich. Und trotzdem endete der erste von drei Renntagen bei der "Super League" für den zweimaligen Olympiasieger Alistair Brownlee (GBR) katastrophal. Beim "Triple Mix", bei dem mit zehnminütigen Abständen ein normaler Triathlon, ein Run-Bike-Swim und ein Bike-Swim-Run über jeweils 300 Meter Schwimmen, profilierte 6 Radkilometer und 2 Laufkilometer absolviert wurden, konnte Brownlee nicht mithalten und verlor in allen Rennen viel Zeit auf die Spitze. "Ich habe mich von Anfang an schlecht gefühlt. Beim ersten Schwimmen habe ich Schläge kassiert, beim letzten Lauf Seitenstechen bekommen. Ich glaube, sowas hatte ich zuletzt mit 12. In den nächsten Tagen kann es zumindest nicht mehr schlechter werden", sagte Brownlee im Ziel.

Benjamin Shaw prägt den ersten Tag

Gut möglich, dass der hitzeempfindliche Brite auch unter den äußeren Bedingungen gelitten hat: Bei den Rennen, die in Hamilton Island (Queensland / AUS) am Nachmittag ausgetragen wurden, war es heiß und schwül - weshalb auch der richtigen Krafteinteilung eine immense Bedeutung zukam. Jedes Rennen wurde letztlich durch andere Athleten geprägt. Nur eine Konstante blieb in allen dreien Wettkämpfen: Nämlich, dass der Ire Benjamin Shaw teils unfreiwillig für Unterhaltung sorgte.

Im ersten Rennen, in dem sich Richard Varga einen Fünf-Sekunden-Zeitbonus als schnellster Schwimmer sicherte, stürmte Shaw auf dem Rad davon - verzählte sich aber bei der Rundenanzahl, zog die Radschuhe aus und wollte eine Runde zu früh auf die Laufstrecke wechseln, was ihn wieder hinter das Hauptfeld zurückwarf, aus dem heraus der Australier Jacob Birtwhistle das erste Rennen beim Laufen für sich entschied und sich ebenfalls einen fünfsekündigen Zeitbonus sicherte. Im zweiten Rennen, das mit dem Laufen begann, rannte Shaw  zusammen mit Birtwhistle vorne weg - und konnte sich in einem Spurt tatsächlich sogar den Zeitbonus sichern, ehe er auf dem Rad kurz vor dem zweiten Wechsel aus der kleinen Spitzengruppe mit Ryan Bailie und Ryan Fisher (beide AUS) abfiel. Was aber nicht weiter schlimm war: Denn in der letzten Disziplin schwammen Richard Varga und der Schweizer Andrea Salvisberg ohnehin an den Ausreißern vorbei und beendeten das Rennen auf den ersten beiden Plätzen, wodurch sich Varga seinen bereits zweiten Zeitbonus sicherte.

Salvisberg in der Offensive

Im dritten Rennen setzte dann Salvisberg auf Offensive: Der Schweizer löste sich auf dem Rad gemeinsam mit Josh Amberger vom Feld, in dem Benjamin Shaw schon auf der ersten Runde in eine Absperrung stürzte. Amberger sicherte sich kurz vor dem Wechsel zum Schwimmen den kleinen Zeitbonus vor Salvisberg, ehe sogar Ryan Bailie noch einmal zu den Ausreißern aufschloss und gemeinsam mit ihnen mit etwa 15 Sekunden Vorsprung auf die 300 Meter Schwimmen startete.

Dort war es erneut Varga, der Akzente setzte. Der Slowake schaffte es, die Spitzenleute um Salvisberg zu überholen und stürmte als erster auf die abschließenden zwei Laufkilometer. Auf diesen ergriff dann aber zum ersten Mal an diesem Tag der bis dato unauffällige, aber konstante Richard Murray (RSA) die Initiative, löste sich um fast zehn Sekunden vom schnellsten Verfolger Varga und strich mit seinem Sieg im dritten Rennen ebenfalls einen Fünf-Sekunden-Bonus ein. Im Gesamtranking, in dem die Zeiten zusammengezählt werden, hat sich Murray damit nach dem ersten Tag auf die Spitzenposition geschoben, dicht gefolgt von Richard Varga. Dritter ist Ryan Bailie (AUS). Mario Mola und sein Landsmann Javier Gomez (ESP) haben am ersten Wettkampftag noch keine Akzente gesetzt. Am Samstag (7:30 Uhr deutscher Zeit) geht es bei der Super League weiter mit dem "Equalizer": Nach einem Sechs-Kilometer-Zeitfahren wartet dann ein "Swim-Run-Swim-Bike-Run"-Rennen, in das die Athleten im Jagdstart mit den Abständen aus dem Zeitfahren starten.