"Wenn es zu viel wird, läuft der Eimer über"

Seinen Start beim Ironman 70.3 Kraichgau musste Patrick Lange kurzfristig absagen. Im Interview spricht der Hawaii-Dritte über seine Verletzung.

Von > | 10. Juni 2017 | Aus: SZENE

Im Gespräch macht Patrick Lange einen ausgeglichenen Eindruck. Er sagt: \"Der Start in Frankfurt ist nicht in Gefahr.\"

Im Gespräch macht Patrick Lange einen ausgeglichenen Eindruck. Er sagt: "Der Start in Frankfurt ist nicht in Gefahr."

Foto >Lennart Klocke / spomedis

Der Ironman 70.3 Kraichgau stand ganz im Zeichen des Duells zwischen Sebastian Kienle und Patrick Lange. Doch wenige Tage vor dem Rennen teilte Lange auf seiner Facebook-Seite mit, dass er seinen Start aufgrund einer anhaltenden Fußverletzungen absagen müsse. Im Interview mit tri-mag.de erklärt der 30-Jährige, wie es zur Verletzung kam.

Patrick Lange, Triathlon-Deutschland hatte sich auf das Duell zwischen Ihnen und Sebastian Kienle beim Ironman 70.3 Kraichgau gefreut. Wenige Tage vor dem Rennen mussten Sie wegen einer Fußverletzung absagen – was ist genau passiert?
Auf das Duell hatte ich mich natürlich auch gefreut. Bei meiner Verletzung handelt es sich um ein Knochenmarködem an der Fußaußenseite. Zustande kam die Verletzung sehr wahrscheinlich durch einen neuen Radschuh in Verbindung mit einer Überbelastung im Training.

Dass die Ursache vom Lauftraining kam, können Sie ausschließen?
Ich gehe davon aus, dass die Verletzung ihre Ursache im neuen Radschuh hat. Aber eine Verletzung ist natürlich auch immer die Summe der Gesamtbelastung. Daher glaube ich, dass so etwas wie das gesteigerte Terminaufkommen auch dazu beigetragen hat. Auch damit muss man lernen umzugehen. Gerade im Winter habe ich mich einfach in unglaublich vielen neuen Situationen wiedergefunden.

Könne Sie uns das näher erklären?
Ich sage immer: Man kann sich das wie einen Eimer vorstellen, den man mit negativen Sachen füllen kann. Und wenn es zu viel wird, dann läuft der Eimer über. Ich habe mich trotz ganz vieler positiven Erlebnisse und Feedback nach Hawaii gedanklich nicht nur mit Schwimmen, Radfahren und Laufen beschäftigen müssen. Und Hawaii hat mich extrem in das Jahr hineingetragen. Vielleicht wollte ich deswegen zu einem frühen Zeitpunkt der Saison schon zu viel?

Haben Sie und Ihr Coach Faris Al-Sultan die Umfänge nach Hawaii im Vergleich zum Vorjahr erhöht?
Im letzten Jahr habe ich ein langes Trainingslager weniger gemacht. Da habe ich im Januar nur eine Woche Skilanglauf gemacht. Und bin dann erst Mitte Februar mit dem ersten Trainingslager in die Saison gestartet. Dieses Jahr war ich mit allem schon viel früher dran, wodurch sich gesteigerte Radumfänge ergeben haben. Das war schon eine Schraube, an der wir drehen wollten. Beim Laufen sind die Umfänge hingegen gleich geblieben.

Den Start beim Ironman Frankfurt sehen Sie nicht in Gefahr?
Nein, der ist nicht in Gefahr – auch dadurch, dass ich das Rennen hier auslasse und mir noch ein bisschen Zeit gebe. Ein Verzicht auf den Ironman 70.3 Kraichgau ist einfach die klügere Entscheidung. Ich kann zwar schon wieder laufen, will jetzt aber nichts überstürzen.