Wer schnappt sich den WM-Titel in Rotterdam?

Das Grand Final der World Triathlon Series in Rotterdam ist hochkarätig besetzt. Während Mario Mola von der Titelverteidigung träumt, will Landsmann Javier Gomez seinen sechsten WM-Sieg einfahren.

Von > | 13. September 2017 | Aus: SZENE

Jacob Birtwhistle, Javier Gomez, Fernando Alarza, Mario Mola und Richard Murray (v.r.n.l.) gehen beim Grand Final in Rotterdam alle mit guten Siegchancen an den Start.

Jacob Birtwhistle, Javier Gomez, Fernando Alarza, Mario Mola und Richard Murray (v.r.n.l.) gehen beim Grand Final in Rotterdam alle mit guten Siegchancen an den Start.

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Die World Triathlon Series 2017 biegt in Rotterdam auf ihre Zielgerade ein. Nach den acht Rennen in Abu Dhabi, an der Gold Coast, in Yokohama, Leeds, Hamburg, Edmonton, Montreal und Stockholm folgt am Wochenende das Grand Final in Rotterdam. Über die olympische Distanz geht es für die Profis um die letzten Punkte im Kampf um das WM-Gesamtranking. Dabei werden beim Grand Final nicht nur mehr Punkte als sonst verteilt, sondern auch deutlich mehr Preisgeld. Statt den 18.000 Dollar, die es bei herkömmlichen WTS-Rennen für den Gewinner gibt, werden beim Grand Final 30.000 Dollar für den Tagessieg ausgelobt. Start für die Männer ist am Samstag um 12:50 Uhr. 

Gomez fordert Mola im Kampf um sechsten WM-Titel

Die Chancen für Vorjahressieger Mario Mola, seinen Titel zu verteidigen, stehen günstig. Der Spanier führt die Gesamtwertung mit 3701 Punkten an und liegt damit 340 Zähler vor Landsmann Javier Gomez, der auf dem zweiten Rang lauert. Auf Platz drei liegt derzeit Richard Murray aus Südafrika mit 3197 Punkten. Im Kampf um das Podium können auch Fernando Alarza (ESP/3172 Punkte) und Kristian Blummenfelt (NOR/3171 Punkte) noch eingreifen und sich mit vorderen Platzierungen bei einer schlechten Performance von Gomez sogar bis auf Platz zwei vorarbeiten. Chancen auf den Sieg bestünden für Murray, Alarza und Blummenfelt nur, wenn Mola jenseits einer Top-10-Platzierung landet und auch Gomez mit mindestens zwei Plätzen Abstand distanziert wird. Sollte Javier Gomez das Rennen gewinnen, würde Mario Mola der fünfte Platz genügen, um seinen WM-Titel zu verteidigen. Wird Gomez Zweiter, reicht Mola Rang sieben. In erster Linie wird es für den fünfmaligen Kurzdistanz-Weltmeister Gomez entscheidend sein, wie er sich vom Rennen bei der Ironman-70.3-WM erholen konnte, bei der er am vergangenen Sonntag seinen zweiten WM-Titel über diese Distanz gewann.

Beiden Spaniern wird im Kampf um den Gesamtsieg allerdings nichts geschenkt. Denn beim Grand Final treten so ziemlich alle Athleten an, die auf der Kurzdistanz Rang und Namen haben – mit Ausnahme des verletzten Alistair Brownlee. Neben Mola, Gomez, Murray, Alarza und Blummenfelt sind auch Jonathan Brownlee (GBR), Ryan Sissons (NZL), Jacob Birtwhistle (AUS) und Henri Schoeman (RSA) am Start und in der Lage, ein Wörtchen um den Tagessieg mitzureden. Der sonst als sehr stark einzuschätzende Franzose Vincent Luis ist ebenfalls gemeldet, lief in jüngster Vergangenheit allerdings seinen Ansprüchen hinterher und äußerte sich unzufrieden über seine bisherigen Leistungen in der Saison. Hinter Luis' Form beim Grand Final dürfte deshalb ein kleines Fragezeichen stehen. Weiterhin sind Thomas Bishop (GBR) und Pierre Le Corre (FRA) Kandidaten für vordere Platzierungen. Das Grand Final der Elite-Männer findet ohne deutsche Beteiligung statt.