"Auf der zweiten Runde Platz zwei abgesichert"

Franz Löschke zeigte sich mit dem zweiten Platz beim Ironman 70.3 in Rügen sehr zufrieden. Trotzdem sieht der Kurzdistanzler noch Verbesserungspotential im Radfahren und Schwimmen.

Von > | 11. September 2017 | Aus: SZENE

Das Podium des Ironman 70.3 Rügen von links nach rechts: Franz Löschke, Patrick Lange und Lukasz Kalaszczynski aus Polen.

Das Podium des Ironman 70.3 Rügen von links nach rechts: Franz Löschke, Patrick Lange und Lukasz Kalaszczynski aus Polen.

Foto >Getty Images for IRONMAN

Franz Löschke, Platz zwei beim Ironman 70.3 Rügen. Wie ist das Rennen für dich gelaufen?
Das Schwimmen lief leider nicht so gut. Ich konnte zwar die ersten Meter noch anführen, aber dann hat sich gezeigt, dass mir in diesem Jahr doch einige Trainings-Kilometer fehlen und ich leider abreißen lassen musste. Auf dem Rad hat mein Wattmesser nicht funktioniert, so dass ich nach Gefühl fahren musste, was ich nicht so gern und vor allem ganz selten mache. Da kam mir entgegen, dass Timo Bracht irgendwann vor mir gefahren ist und sein Tempo gut gepasst hat. Bei ihm weiß ich vor allem, dass er konstant fährt und ich mich an ihm orientieren kann. Ich habe auf dem Rad schon das Rechnen angefangen und wusste, dass ich läuferisch gut drauf bin und das Podest bei vier bis fünf Minuten Rückstand in Reichweite ist.

Du bist dementsprechend auch schnell angegangen …
Genau, ich bin die erste Runde in ungefähr 3:20 Minuten pro Kilometer gelaufen und in der zweiten Runde bei dem Anstieg an Nils Frommhold vorbei auf Platz zwei gelaufen. Patrick hatte vorn einen guten Tag beim Laufen und mein Abstand zu ihm war so groß, dass ich nicht auf Teufel komm raus gelaufen bin, sondern lieber den zweiten Platz abgesichert habe.

Hinter dir waren noch einige andere schnelle Läufer auf dem Weg nach vorn. Warst du dir sicher, dass du den zweiten Platz auf der letzten Runde verteidigen wirst?
Da war ich mir relativ sicher, gerade weil es hier einige Passagen gibt, auf denen man die anderen Läufer sehen kann. Meine Support-Crew hat auch gute Arbeit geleistet und mir regelmäßig die Abstände durchgegeben, daher war ich zu jeder Zeit über den Rennverlauf im Bilde.

Der zweite Platz ist mit Sicherheit dein bisher größter Erfolg auf der Mitteldistanz. Wo gilt es jetzt vor allem anzusetzen, um dich langfristig auf der Mitteldistanz zu etablieren?
Vor allem beim Radfahren. Ich glaube, dass ich außerdem mehr Krafttraining machen muss, weil mir der Gluteus von der Zeitfahrposition ziemlich stark zugeht. Muskulär kann ich die Position einfach noch nicht gut halten und glaube, dass ich da zusammen mit mehr Kilometern in den Beinen Potenzial für die nächste Saison habe.

Klingt nach längerfristigen Maßnahmen ...
Das werde ich sicherlich erst in das Training für die nächste Saison einbauen. Ich glaube nicht, dass es Sinn macht noch vor den letzten beiden Rennen in den USA neue Reize zu setzen. In der Saisonpause werde ich mich mit meinem Trainer zusammensetzen und den weiteren Verlauf besprechen. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich bislang schon sehr zufrieden bin auf der Mitteldistanz.