Motivation und Selbstbewusstsein tanken

Egal ob Sie am Sonntag beim Ironman Hamburg starten oder Ihren ersten Triathlon absolvieren: Sie sollten sich vorher auch mental optimal auf Ihren Wettkampf vorbereiten.

Von > | 8. August 2017 | Aus: TRAINING

Mentale Wettkampfvorbereitung | Der Glaube an die eigene Stärke kann ungeahnte Kräfte freimachen.

Der Glaube an die eigene Stärke kann ungeahnte Kräfte freimachen.

Foto >Frank Wechsel

Ein elementarer Punkt in Ihrer direkten Wettkampfvorbereitung ist das mentale Training. Natürlich werden Sie davon nicht direkt schneller, stärker oder besser. Aber Sie können mit der richtigen Einstellung und einer positiven Denkweise an Ihrem Selbstbewusstsein arbeiten und vor allem den Glauben an Ihre Fähigkeiten stärken. Und das wiederum kann später im Wettkampf ein entscheidender Faktor werden, wenn es darum geht, Ihre gesteckten Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und sie Wirklichkeit werden zu lassen. Sie werden merken, dass Sie am Anfang der Trainingsphase voller Energie und Motivation stecken und gar nicht genug bekommen können vom Schwimmen, Radfahren und Laufen. Nach der anfänglichen Euphorie und den ersten Trainingserfolgen kann es aber passieren, dass die Motivation nach und nach weniger wird und es Ihnen schwererfällt, sich immer wieder aufzuraffen. Das ist normal, und mit ein paar wenigen Tricks überstehen Sie solche Phasen ohne Probleme – und werden danach stärker sein als zuvor. Beispielsweise finden Sie im Internet unzählige Videoclips von großen Triathlonevents, vielleicht sogar von jenem, an dem Sie bald teilnehmen wollen. Solche Videoclips sind die reinsten Motiva­tionsgranaten. Das werden Sie bestätigen, wenn Sie aufgrund der emotionalen Aufnahmen, der bombastischen Stimmung beim Zieleinlauf mit Gänsehaut vor dem Bildschirm sitzen und am liebsten sofort die Laufschuhe schnüren würden. Wenn Sie selbst schon an einem Triathlon teilgenommen haben, dann können möglicherweise auch die Gedanken, an Ihren eigenen Zieleinlauf oder an andere tolle Momente während des Wettkampfs ein gutes Mittel sein, um sich selbst zu sagen: „Ja, das war es. Ich weiß, wofür ich es tue. Solche Momente will ich wieder erleben.“

Auch Pausen bringen Sie voran

Was ist jedoch, wenn die Lust auf Training fehlt? Pause machen. Gönnen Sie sich ein wenig Abstand zum Sport, genießen Sie mal wieder Ruhe und tun Sie Körper und Geist bewusst etwas Gutes. Hören Sie auf die Signale, die aus Ihrem Inneren kommen, und gehen Sie darauf ein. Bei manchen hilft schon ein Tag mit Saunabesuch und anschließendem Essen beim Lieblingsitaliener. Bei anderen hingegen dauert so eine Zeit der Unlust aber auch ein bis zwei Wochen, in denen man plötzlich gar nicht mehr weiß, warum man all diesen Aufwand betreibt. Aber seien Sie sich sicher: Nach einigen Tagen kehrt Ihr Biss zurück, Sie wollten sich doch etwas beweisen, und – siehe da – vom einen auf den anderen Tag ist die Bereitschaft zurück, im Training und Alltag wieder die geplante Marschroute zu verfolgen.

Stärker durch Selbstgespräche

Eine weitere, sehr wichtige Verhaltensweise sollten Sie sich sowohl für das Training als auch für den Wettkampf angewöhnen: Selbstgespräche. Denn je mehr Sie trainieren, desto wahrscheinlicher werden Sie in Selbstgespräche verfallen. Das passiert automatisch, ganz unbewusst und ist vollkommen normal. Solche Selbstgespräche sollten stets positiver Natur sein. Versuchen Sie daher, möglichst alle negativen Redewendungen oder Ausdrücke aus Ihrem Sportlerwortschatz zu streichen. Wenn zum Beispiel beim Intervalltraining die Arme und Beine brennen, dann sagen Sie zu sich: „Das macht mich besser und bringt mich meinem Ziel näher!“ Anstatt: „Mir tut alles weh, die Beine sind schwer.“ Mit der Kraft Ihrer Gedanken können Sie einiges bewegen. Was Sie tatsächlich motiviert, müssen Sie für sich selbst herausfinden. So gibt es Athleten, die sich selbst lautstark anfeuern. Für Außenstehende mag das seltsam wirken, für den Athleten hingegen ist das in diesem Moment die größte Motivation und ein Riesenantrieb.