Basische Ernährung für eine Woche

Eine Woche lang hat sich Ida vom Racing-Aloha-Team basisch ernährt. Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit sollen sich dadurch verbessern. Ihr Selbstversuch.

Von > | 18. November 2016 | Aus: Training

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Foto > Kilian Kreb

“Basische Ernährung steigert das Wohlbefinden sowie die kognitive Leistungsfähigkeit und senkt den Schlafbedarf.” Diese Aussage ist mir immer mal wieder zu Ohren gekommen und klingt, wie ich finde, sehr verlockend. Basische Ernährung soll gesund sein, weil säurebildende Nahrungsmittel vermieden werden. Zu viel Säure im Körper bringt den Säure-Base-Haushalt aus dem Gleichgewicht, was schlechte Effekte für den Körper zur Folge haben soll. Ob das wissenschaftlich erwiesen ist, weiß ich nicht und ich habe auch keine zuverlässigen Quellen dazu gefunden. Meine Devise: Probieren geht über Studieren. Ein Selbstversuch.

Eine Woche konsequent vegan, ohne Zucker, ohne Gluten, ohne Kaffee und ohne Alkohol – was bedeutet das konkret? Zum Frühstück eigentlich nur Obst pur, zum Mittag Salat und abends Gemüse oder Gemüsesuppe. Zu trinken: Wasser und Kräutertee. Als Kohlenhydratquelle hat man Kartoffeln, Reis und Quinoa zur Auswahl. Das klingt jetzt sehr enthaltsam, aber das wichtigste für mich dabei war, dass es keine Diät sein sollte. Ich wollte nicht abnehmen. Sobald Gewichtsverlust auftreten würde, wollte ich sofort damit aufhören. Jetzt werden einige eingefleischte Basenfaster den Kopf schütteln: Das ist doch dann keine richtige Basenkur – vor allem auch, weil ich den Einlauf zu Beginn weggelassen habe. Aber das ist mir egal. Dann nenne ich das jetzt eben “basische Woche”.

Ich sollte vielleicht noch vorweg nehmen, dass mein Lieblingsessen Eis ist, gefolgt von Käsebrot mit viel Butter. Und meine Nahrung besteht im Allgemeinen wohl zu fast 80 Prozent aus Brot und Milchprodukten. Die Sache mit der basischen Ernährung ist für mich also kein Zuckerschlecken – im wahrsten Sinne des Wortes… Und auch sonst bin ich der Überzeugung, dass man Essen genießen sollte und immer das essen sollte, worauf man Hunger hat. Aus diesen Gründen habe ich noch nie vorher gefastet. Meinem Projekt stand ich also eher skeptisch gegenüber.

Keine Sorge, es gibt nun keine detaillierten und täglichen Berichte, nur ein paar Situationen, die während meiner basischen Woche aufkamen:

  • Situation „Frühstück“: Zum Frühstück esse ich normalerweise Müsli aus Haferflocken, Obst, Milch und Quark. Toll! Das einzige, was ich davon essen durfte, war das Obst. Aber Müsli wollte ich trotzdem essen. Müsli mit Wasser statt Milch? Igitt!!! Meine Lösung: Brei aus Amaranth-Flocken, Leinsamen, Chia-Samen und Erdmandel-Flocken angerührt mit heißem Wasser, dann direkt Banane und Apfel dazu sowie Leinöl und wahlweise Nüsse, Rosinen, getrocknete Feigen oder glutenfreie Cornflakes als Topping. Das schmeckt dann doch gar nicht so schlecht … Man gewöhnt sich dran.
     
  • Situation „Treffen mit Freunden und man kommt ein bisschen zu spät“: Die Begrüßung lautet: “Hi Ida. Ich habe schon mal einen Kaffee für dich bestellt. Mit heißer Milch statt Schaum, so wie du es magst.” Aaaaaaaarg, Mist! Jetzt muss ich sagen, dass zurzeit sowohl Milch als auch Kaffee tabu sind. Sehr unangenehm!
     
  • Situation „Hunger auf Käse“: Käse kann man in dem Fall ganz gut durch Oliven ersetzen. Die sind auch salzig. Ist echt gut!
     
  • Situation „Restaurant“: Ich bestelle extra nur Salat und Kartoffeln, vergesse aber bei der Salatsoße zu fragen, was drin ist und dann ist es natürlich eine Joghurtsoße. Aaaaarg ...
     
  • Situation „Hunger auf Schokolade und man ist nicht zu Hause“: Habe in der Cafeteria einen Riegel aus Datteln entdeckt auf dem steht: glutenfrei und vegan. Genial. Aber aaaaarg: enthält Zucker. Also Finger weg! Das einzige, was da hilft ist Studentfutter oder getrocknete Feigen und Datteln. Habe mir eingeredet, dass man sich daran gewöhnen kann. Stimmt aber nicht. Man sollte meiner Meinung nach nicht auf Schokolade verzichten. Das macht auf Dauer unglücklich!
     
  • Situation „Date“: “Sorry, also ich esse kein Fleisch, kein Fisch, keinen Käse, kein Brot und Salat eigentlich nur ohne Soße”. Kommt richtig gut an ...
     
  • Situation „Hunger auf Butter“: Ich liebe Butter. Ich esse sogar Butter unter Leberwurst oder Nutella. In meiner basischen Woche habe ich Butter durch Hummus ersetzt. Hummus kann man ganz einfach selbst machen, indem man Kichererbsen mit Zwiebeln, evtl. Knoblauch, Salz, Pfeffer und Olivenöl püriert.
     
  • Situation „Bar mit Freunden“: Alle stoßen an, außer Ida, die trinkt Wasser ohne Kohlensäure … Oder Kamillentee.

Zuerst das Positive: Ich habe mich richtig gut gefühlt, körperlich und psychisch. Nach zwei Tagen hatte ich auch nicht mehr das Gefühl, dass ich etwas vermisse. Ich war hoch-produktiv in der Bibliothek. Und Schlafen musste ich wirklich weniger. Seit meiner basischen Woche esse ich zwar wieder Schokolade, Butter und ein bisschen Fleisch, aber insgesamt viel weniger Milchprodukte und weniger Brot. Mir persönlich tut das gut. Damit meine ich, dass ich mich nach dem Essen weniger “voll” fühle, sondern angenehm gesättigt. Das kann ich nur jedem empfehlen, mal auszuprobieren!

Das Negative: Konsequent basische Ernährung ist nicht sozial verträglich. Zumindest nicht für mich! Aber eine Woche lang kann man das ja mal aushalten. Und ich bin ein bisschen stolz darauf, dass ich es geschafft habe, ein paar meiner seit Jahren bestehenden Essgewohnheiten einfach mal ein bisschen umzukrempeln ohne dafür auf leckeres Essen zu verzichten.