Ein Mix aus Training und Erholung

Jakob Schmidlchner, Chef des Rennrad- und Triathlonhotels Mohrenwirt, erklärt im Interview, welche Vorzüge die Sportregion Fuschl am See für Triathleten bietet.

Von > | 31. Dezember 2016 | Aus: Training

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Entspannte Radtouren entlang des Fuschlsees.

Foto > Rennrad- und Triathlonhotel Mohrenwirt

Sehr geehrter Herr Schmidlchner, jedes Jahr strömen Rennradfahrer und Triathleten in Scharen in Ihr Sporthotel. Die wichtigste Frage zuerst: Wie werden Sie dem Büffet-Ansturm Herr?
Wir sind in der komfortablen Situation, dass bei uns das Essen serviert wird. Da wir ein sehr familiäres Sporthotel sind, würde sich ein Büfett gar nicht lohnen. Maximal 130 Gäste beherbergen wir bei Vollbelegung, verteilt auf 70 Zimmer in unserem Traditionshotel. Daher bekommen bei uns die Athleten verschiedene Menüs zur Auswahl und werden am Tisch bedient. Die gesparten Schritte können die Athleten dann am nächsten Tag ins Training investieren (lacht).

Sie sagten, Sie seien ein familiäres Sporthotel. Wie viele Gäste begrüßen Sie jährlich?
Ganz genau kann ich Ihnen das gar nicht sagen, dazu müsste ich einen Blick in meine Unterlagen werfen. Aber gehen Sie mal von 6.500 Übernachtungen pro Jahr aus.

Wie viele Sportler sind darunter?
Mittlerweile sind wir im Sommer bei einer Sportlerquote von 30 Prozent, die Mehrheit sind Triathleten. Das Niveau ist sehr breit gefächert – vom blutigen Anfänger bis zum Langdistanz-Finisher in 9 Stunden. Regelmäßig begrüßen wir auch Profis bei uns, beispielsweise Marino Vanhoenacker, Faris Al-Sultan, Dirk Bockel, Michi Raelert, Andi Dreitz und noch andere haben schon bei uns übernachtet. Natürlich sind auch unsere Athleten vom Pro Team Mohrenwirt regelmässig bei uns im Haus. Die meisten Sportgäste  kommen aus Österreich und Deutschland. Die Triathlon-Leidenschaft ist bis aufs Personal durchgeschlagen: Unter unseren Mitarbeitern befinden sich vier aktive Triathleten. Und ich selbst bin auch Triathlet, sonst wäre die Idee zum Sporthotel nie geboren.

Können Sie uns erzählen, wie aus Ihrem Hotel eine Destination für Sportler wurde?
Unser Traditionshotel steht seit 1846 in Familienbesitz. Ich habe es von meinem Vater übernommen, er von seinem Vater. Viel Herzblut steckt in unserem Betrieb. Vor ein paar Jahren habe ich mit dem Rennrad fahren begonnen – es müsste rund 10 Jahre her sein. Nach und nach verstand ich, wie genial die Landschaft rund um den Fuschlsee zum Rennrad fahren ist. Eines Tages war ich bei den „Eddy Merckx Classic“ am Start, einem Radmarathon über 100 Kilometer durchs Salzburger Land. Über Tausend Radfahrer versammelten sich bei dem Event. In diesem Moment wurde mir klar: Das ist die Spezialisierung, nach der ich für unseren Betrieb gesucht hatte: ein Sporthotel für Rennradfahrer. Übrigens: Die "Eddy Merckx Classic" haben wir mittlerweile nach Fuschl am See geholt.

Aber Sie sagten, die Mehrheit Ihrer Gäste sind Triathleten?
Diese Entwicklung folgte ein Jahr später. Wieder war ein Wettkampf Schuld, an dem ich selbst teilgenommen habe. Die Idee, eine Destination für Triathleten zu schaffen, entstand bei einer Olympischen Distanz am Mondsee im Jahr 2009. Der Triathlon hat mir damals soviel Spaß gemacht, dass ich mir dachte: auch das willst du anbieten. Wie ich bereits sagte, haben wir mittlerweile mehr Triathleten als Rennradfahrer in unserem Hotel. Während der Sommermonate bieten wir spezielle Rennrad- und Triathlonwochen an – das Programm umfasst geführte Touren, ein Besuch auf dem Salzburg-Ring und Schwimmeinheiten unter Anleitung. Zudem bietet wir Rennräder (einige davon mit Wattmessgerät) sowie Neoprenanzüge zum Mieten an. Mittlerweile bin ich Veranstalter verschiedener Events. Es hat sich viel getan in den letzten Jahren und unser Konzept wird bei den Menschen sehr gut angenommen

Wodurch unterscheiden Sie sich von den klassischen Destinationen wie „Las Playitas“ auf Fuerteventura und „Club La Santa“ auf Lanzarote?
Ich kenne diese Sportkomplexe gut, weil ich dort selbst schon zu Besuch war. Der größte Unterschied ist sicherlich, dass wir viel kleiner, überschaulicher und familiärer sind. Man ist nicht ein Athleten unter vielen Tausend. Wir können viel gezielter auf die Bedürfnisse der Gäste eingehen. Ich selbst führe einmal pro Woche eine Sightseeing-Tour und begleite die Tour auf den exklusiv für uns gemieteten Salzburg-Ring. Unser Ass ist sicherlich der nur drei bis vier Gehminuten entfernte Fuschlsee, der sich perfekt zum Schwimmen im Freiwasser eignet.

Sie sind bestimmt mit vielen Sportlern im Austausch: Was macht Ihrer Meinung nach ein gutes Sporthotel für Triathleten aus?
Sportler brauchen erstmal ein gescheites Frühstück, damit sie gut genährt in den Tag starten. Wer unsere „Sportpauschale“ bucht, kriegt ein Après-Bike-Snack. Hinzukommen weitere Leistungen, wie zwei reservierte Bahnen im beheizten 25-Meter-Außenpool im Fuschlseebad, Radwerkstatt, ein kostenloser Waschservice u.v.m. Wir haben uns gefragt: Was brauchen Sportler – und haben das Angebot danach konzipiert. Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Meiner Meinung nach ist ein gutes Sporthotel, wenn es den Bedürfnissen von den Gästen so gut es geht gerecht wird.

Für viele Triathleten ist das Trainingslager die einzige Zeit im Jahr, ohne Alltagsbelastung trainieren zu können. Für andere Athleten ist es die Möglichkeit, den Familienurlaub mit dem Training verbinden zu können – welche Fraktion überwiegt Ihrer Meinung nach?
Wir begrüßen beide Gruppen in unserem Hotel: Sportler, die ausschließlich zum Trainieren kommen, und andere, die ihre Familie mitbringen und einen Teil der Zeit zum Sporttreiben nutzen. Das Nebeneinander beider Gruppen funktioniert sehr gut. Denn auch für Nicht-Triathleten bietet die Urlaubsregion rund um den Fuschlsee und die Stadt Salzburg viele Outdoor- und kulturelle Aktivitäten.

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