Richtig atmen beim Kraulschwimmen

Im Vergleich zum Beckenschwimmer atmen Sie als Triathlet häufiger. Damit Sie weder Zeit oder Nerven verlieren, ist die richtige Bewegungsausführung wichtig. Wir erklären Ihnen, wie es geht!

Von > | 8. Februar 2017 | Aus: TRAINING

Keine Panik! Die richtige Atmung ist eine Frage der Übung.

Keine Panik! Die richtige Atmung ist eine Frage der Übung.

Foto >Frank Wechsel

Das Thema Atmung ist bei ­Anfängern und Fortgeschrittenen gleichermaßen von entscheidender Bedeutung, allerdings haben vor allem die Schwimmeinsteiger unter den Triathleten mit Beklemmungen zu kämpfen.

Ausatmen

Beim Ausatmen schaut der Kopf in Richtung des Beckengrunds, der Blick ist leicht nach vorn gerichtet. Die Ausatmung erfolgt während der gesamten Unterwasserphase des Armzugs und sollte im Idealfall bis zum Ende der Druckphase andauern. Die Luft wird dabei nicht stoßartig ausgeatmet, sondern langsam ohne großen Druck. Die Ausatmung erfolgt über den Mund.

Einatmen

Zum Einatmen wird der Kopf zur Seite gedreht. Drehen Sie den Kopf nicht in Richtung Himmel beziehungsweise zur Decke! Der Mund sollte während der Einatmung nur minimal über der Wasseroberfläche liegen. Durch das vorherige Ausatmen in der ­Unterwasserphase strömt die Luft nun schnell in die Lunge ein. Der Atemzug ist ­dabei schnell, aber nicht hektisch. Zu dem Zeitpunkt, in dem sich der Arm in der Überwasserphase auf der Höhe des Kopfs befindet, sollte Ihr Gesicht wieder Richtung Becken­grund gedreht werden. Das Einatmen ist somit deutlich kürzer als das Ausatmen. Wichtiger Tipp: Das Verhältnis von Einatemzeit zu Ausatemzeit liegt bei circa eins zu zwei.

Typische Fehler beim Atmen

Schwierig wird es für viele Triathleten, wenn sie die Atmung zusammen mit den Armbewegungen koordinieren sollen. Das Einatmen sollte mit dem Ende der Druckphase beginnen. Der häufigste Fehler dabei ist, dass die Kopfbewegung nicht aus der Halswirbelsäule kommt, sondern der komplette Körper zur Seite gedreht wird. Dadurch wird die Wasserlage sehr unruhig, und auch die Zugphase wird negativ beeinflusst. Zusätzlich wird der Kopf meist noch leicht nach vorn angehoben. Dies hat zur Folge, dass die Beine nach unten absinken und der Wasserwiderstand steigt. Fortgeschrittene Schwimmer sollten zusätzlich darauf achten, dass das Einatmen nicht zu lange dauert. Das Ende der Einatemphase leitet den Zug in der Unterwasserphase des arbeitenden Arms ein. Solange Ihr Kopf zur Seite gedreht ist, kann der andere Arm keine saubere Zugphase ausführen, denn er fungiert in der Gleitphase als Stütze. Ein weiterer Fehler, der beim Atmen passieren kann, ist bedingt durch die Tatsache, dass die Atembewegung wie jede andere Bewegung im Wasser durch eine Gegenbewegung ausgeglichen werden muss.

Gibt der Arm in dieser Phase dem Druck der Atembewegung nach, sinkt er gerade nach unten ab. Er wirkt dann in der Gleitphase, in der es insgesamt auf eine möglichst wasserwiderstandsarme Position ankommt, wie ein Bremsfallschirm. Durch das Absinken geht außerdem wertvoller Zugweg verloren. Neigen Sie dazu, beim normalen Kraulen fast Abschlag zu schwimmen? Auch dieses Fehlerbild ist sehr oft die Folge­erscheinung einer fehlerhaften Atem­bewegung. Die Seitwärtsdrehung zum Atmen blockiert, wie schon beschrieben, die Zugphase des anderen Arms. Wenn Sie sich nun zum Einatmen zu viel Zeit lassen, ähnelt Ihr Armrhythmus sehr dem Abschlagschwimmen. Achten Sie daher auf eine kurze Einatemphase, und Sie werden weniger Probleme haben, eine flüssige Frequenz anzuschlagen. Tipp: Wenn der Unterarm auf Höhe Ihres Kinns angelangt ist, müssen Sie die Atembewegung durch das Zurückdrehen des Kopfs wieder abschließen.