So meistern Sie das Open-Water-Schwimmen

Rookies haben meist großen Respekt vor der ersten Triathlondisziplin. Der Freiwasser-Experte Steven Munatones erklärt, wie man die hektische Startphase erfolgreich meistert.

Von > | 6. Juni 2017 | Aus: TRAINING

Open Water Teaser | Das Schwimmen im Freiwasser ist für Triathloneinsteiger eine besondere Herausforderung.

Das Schwimmen im Freiwasser ist für Triathloneinsteiger eine besondere Herausforderung.

Foto >Frank Wechsel

Wenn Sie noch neu in der Welt des Open-Water-Schwimmen sind oder mit den schnellsten Athleten (noch) nicht mithalten können, bieten sich taktische Verhaltensweisen an, um erfolgreicher und angenehmer durchs Wasser zu kommen. Diese Empfehlungen können Ihnen dabei helfen:

Der Start

Die Startphase von Freiwasser-Rennen ist, besonders bei Massenveranstaltungen, für fast jeden Schwimmer eine anstrengende und stressige Angelegenheit.

  • Wenn Sie Angst haben, Ihre Schwimmbrille während des Rennens zu verlieren, so lässt sich diese Sorge dadurch minimieren, dass Sie das Band der Brille unter der Schwimmkappe tragen oder, bei zwei Kappen, zwischen den Kappen platzieren.
  • Vor dem Tragen eines neuen Schwimmanzugs oder Neos am Renntag sollten Sie sicherstellen, dass Sie ihn vorher ausreichend eingeschwommen haben. Verschiedene Schwimm- und Neoprenanzüge scheuern auch an verschiedenen Stellen.
  • Gegen die Nervosität am Start hilft ein Gespräch mit anderen Startern. Fragen Sie nach dem Streckenverlauf und dem Reglement. Die meisten Schwimmer fühlen sich geschmeichelt, wenn man ihnen freiwasserspezifische Fragen stellt, und geben ihr taktisches Wissen gern weiter. Falls Sie an einen ultra-ambitionierten und deshalb wortkargen Sportler geraten, dann gönnen Sie ihm seine selbstgewählte Isolation und wenden Sie sich lieber an Athleten des anderen Geschlechts oder Sportler einer anderen Altersklasse als Ihrer eigenen, die Sie nicht als Konkurrenten sehen.
  • Bei Land- wie Wasserstarts positionieren Sie sich am besten am Rand oder am Ende des Feldes. Als Rookie haben Sie nichts mitten im Getümmel Hunderter erfahrener Freiwasserschwimmer zu suchen, wo Sie sicher Tritte und Schläge abbekommen. Dasselbe gilt auch noch für die erste Boje mit Richtungswechsel, an der meistens ebenfalls Chaos herrscht.
  • Schwimmen Sie auf den ersten Metern verhalten, bis das Feld sich ausdünnt. Das Schwimmen macht deutlich mehr Spaß, wenn man nicht zu sehr von anderen Schwimmern bedrängt wird.

Wellen und "Storchenschritte"

  • Falls am Start eines Ozeanschwimmens Wellen herrschen und Sie noch wenig Erfahrung mit rauem Wasser haben, lassen Sie sich Zeit, um ruhig und kontrolliert durch den Brandungsgürtel zu kommen. Beim Hinausschwimmen halten Sie den Kopf hoch. Rollt eine Welle heran, holen Sie tief Luft und tauchen unter ihr hindurch. Die Welle bricht dann über Ihnen, behindert aber nicht Ihr Vorankommen. Wenn Sie spüren, dass die Kraft der Welle nachlässt, kommen Sie rasch wieder an die Wasseroberfläche und halten Ausschau nach der nächsten Welle, während Sie sich weiter durch die Brandung kämpfen. Diese Tauchgänge setzen Sie fort, bis Sie in tieferes Wasser gelangen, wo die Wellen sich nicht mehr brechen.
  • Falls Sie nach einem landseitigen Start ins Wasser laufen, halten Sie die Knie durch hohe „Storchenschritte“ über der Wasseroberfläche und schwingen Sie Ihre Füße so lange wie möglich über das flache Wasser. Bei besonders langen Laufabschnitten kann es auch vorteilhaft sein, die Beine seitlich abgewickelt nach vorn zu bringen. Bei mitteltiefem Wasser, das bis zur Mitte des Oberschenkels reicht, tauchen Sie mit einem Hechtsprung ins Wasser und beginnen zu schwimmen oder sich im Delfinstil vorwärts zu bewegen. Starten Sie Delfinsprünge, indem Sie Ihre Hände über dem Kopf platzieren und vorwärts tauchen. Erreichen Sie den Grund, stützen Sie sich kurz ab und ziehen die Beine unter dem Körper hervor. Dann stoßen Sie sich in einer Vorwärtsbewegung nach oben ab. Zurück an der Wasseroberfläche holen Sie tief Luft und entscheiden, ob das Wasser noch flach genug für einen weiteren Delfinsprung ist. Bei weiterhin flachem Wasser setzen Sie den Delfinstil fort, bis eine ausreichende Tiefe zum Schwimmen in normalem Tempo erreicht ist.
  • Mit zunehmender Entfernung vom Ufer werden Sie eventuell auf beträchtliche Meeresdünung stoßen. Durchschwimmen Sie diese Dünung, indem Sie den Kopf der Welle mit der Führungshand durchstoßen. Ein tiefes Untertauchen jeder einzelnen Welle ist nicht notwendig und wäre zu zeitaufwendig.