Anja Dittmer: "Ich würde alles nochmal so machen"

Deutschlands erfolgreichste Kurzdistanztriathletin hat zum Ende des Jahres ihre Karriere beendet. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Triathlon mit einem EM-Titel, zwei Weltcupsiegen in Hamburg und vier Olympiateilnahmen wechselt Anja Dittmer die Seiten und wird nun ihre Erfahrungen an den Nachwuchs weitergeben.

Von > | 8. Januar 2014 | Aus: SZENE

AnjaDittmer_Portrait3_byfx | Anja Dittmer

Anja Dittmer

Foto >Felix Rüdiger / Plan A GmbH

Mit vier Olympiateilnahmen hat sich Anja Dittmer nicht nur in Triathlon-Deutschland ein Denkmal gesetzt - auch wenn es weder in Sydney, noch in Athen, Peking oder London zu einer Medaille gereicht hat. Dafür setzte die introvertierte Neubrandenburgerin in ihren 21 Triathlonjahren andere Glanzlichter: 1999 holte sie in Portugal EM-Gold, 2003 und 2004 triumphierte sie beim Weltcup in Hamburg, ein Jahr später gewann sie als erste und einzige Deutsche den Gesamt-Weltcup. Dazu sammelte die gelernte Bauzeichnerin insgesamt sechs nationale Titel. Auch wenn sie es verdient hätte - aufs Altenteil will sich Dittmer auch nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn nicht setzen. Die 38-Jährige hat ein Studium an der Europäischen Sport Akademie aufgenommen und am 1. Januar im Trainerteam von Ron Schmidt am Bundesstützpunkt Nachwuchs in Potsdam angeheuert.

Anja Dittmer, was überwiegt bei Ihnen nach mehr als 20 Jahren Triathlon: Stolz oder Wehmut?
Natürlich überwiegt der Stolz auf das, was ich sportlich geleistet habe, die lange Zeit, die ich in der Weltspitze mitgemischt habe und mit welcher Hingabe. Trotzdem ist auch ein bisschen Wehmut dabei, denn es war meistens eine wunderschöne Zeit mit dem Leistungssport und vielleicht hätte das eine oder andere Rennen besser laufen können. Wenn ich noch einmal 20 Jahre alt wäre, würde ich aber fast alles nochmal genauso machen.

An welche Momente Ihrer Karriere erinnern Sie sich am liebsten?
Es gibt so viele Momente in meiner Karriere, an die ich gern zurückdenke. Besonders oft erinnere ich mich an Wettkämpfe, bei denen der Sieg oder eine gute Plazierung unerwartet waren. Wie bei meinem ersten Deutschen Meistertitel, dem ersten Weltcupsieg oder dem EM-Titel 1999. Die beiden Weltcupsiege von Hamburg werde ich auch nie vergessen, genau wie die Qualifikationsrennen für Olympia bei der Heim-WM in Hamburg 2007 und 2011 in London. Natürlich denke ich auch oft an die vier Olympischen Spiele. In Erinnerung sind mir auch die besonders harten Trainingstage und die vielen gemeinsamen Stunden mit Freunden, Trainingspartnern und Trainern geblieben. Außerdem erinnere ich mich noch sehr gut an einige After-Race-Partys.

Seit dem 1. Januar arbeiten Sie als Nachwuchstrainerin am Bundesstützpunkt Triathlon in Potsdam. Was reizt Sie an dieser neuen Aufgabe?
Es ist für mich eine große Herausforderung und eine neue Lebensaufgabe. So bleibe ich dem Triathlon treu und kann meine Erfahrungen und die Begeisterung für den Sport an den Nachwuchs weitergeben. In Potsdam gibt es einen sehr guten Bundesnachwuchsstützpunkt mit vielen jungen Talenten und einem guten Trainerteam unter der Leitung von Ron Schmidt. Dieses Team möchte ich unterstützen und die jungen Sportler fördern.