Anne Haug qualifiziert sich für Olympia

Die DTU hat den ersten Olympia-Startplatz vergeben: Mit dem vierten Platz beim WM-Serienrennen in Kapstadt hat Anne Haug ihre Olympiaqualifikation bestätigt. Das Rennen gewann Non Stanford - die beeindruckendste Leistung zeigte aber eine andere Athletin.

Von > | 24. April 2016 | Aus: SZENE

Anne Haug - London 2014 | Anne Haug fällt nach dem London-Sturz länger aus als erhofft.

Anne Haug fällt nach dem London-Sturz länger aus als erhofft.

Foto >DTU/ Petko Beier

Rechtzeitig zu den Olympischen Spielen findet Anne Haug wieder zurück zu alter Stärke. Beim dritten Rennen der World Triathlon Series 2016 mischte die 33-Jährige nach zwei wegen gesundheitlicher Probleme sportlich schwierigen Jahren wieder in der Weltspitze mit. Als Tages-Vierte sicherte sie sich ihren Startplatz bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im August.

Duffy beweist Kämpferherz

Zunächst aber hatte Haug wieder mit ihrem altbekannten Problem zu kämpfen: Beim Schwimmen verlor die Deutsche, wie auch ihre Nationalmannschaftskolleginnen Hanna Philippin und Sophia Saller, rund 30 Sekunden auf die Spitze des Hauptfeldes. Das wiederum hatte auf den 750 Auftaktmetern des Sprintrennens in Kapstadt den Anschluss an zwei bekannt starke Schwimmerinnen verloren: Flora Duffy von den Bermudas und die Spanierin Carolina Routier schwammen dem kompakten Hauptfeld um etwa 20 Sekunden davon - eine Chancce, die Duffy sich nicht entgehen lassen wollte. "Ich habe mitbekommen, dass wir eine Lücke hatten. Da habe ich mir gedacht: Es sind doch nur 20 Radkilometer. Also versuch es einfach!" Und das tat sie dann auch.

Routier, ohnehin keine starke Radfahrerin, verlor schon beim Wechsel den Anschluss an Duffy, und so war die mehrfache Cross-Weltmeisterin auf sich alleine gestellt. Zehn Kilometer lang kämpfte die 28-Jährige, die zu den stärksten Radfahrerinnen im ITU-Triathlon gehört, verbissen um ihren Vorsprung - und hielt ihr Polster bei rund 30 Sekunden auf ein 40 Frauen großes Feld, in dem alle Favoritinnen inklusive der drei Deutschen fuhren.

"Nur nicht schon wieder Vierte"

Nach zehn Kilometern aber bildete sich eine britisch-neuseeländische Allianz: Die frühere Weltmeisterin Non Stanford und Kiwi Rebecca Spence, die sich auf diese Weise wohl für eine Olympia-Nominierung als Helferin für das neuseeländische Team zu empfehlen versuchte, jagten Duffy und machten kontinuierlich Sekunden auf die Spitzenreiterin gut. "Wir mussten wirklich sehr hart arbeiten. Flora hat ein unglaubliches Tempo vorgelegt", erkannte Non Stanford nach dem Rennen an. Doch mit dem zweiten Wechsel hatten die 40 Verfolgerinnen zu Duffy aufgeschlossen. "Davon wollte ich mich nicht unterkriegen lassen. Ich hatte gerade noch genug Polster, ein paar Mal durchzuatmen und mich auf einen harten Fünf-Kilometer-Lauf einzustellen", erklärte Duffy.

Und so wurde die 28-Jährige, die sich in den vergangenen zwei Jahren läuferisch stark verbessert hat, Teil der Spitzengruppe, die die Britinnen Non Stanford, Vicky Holland, Jodie Stimpson und die Deutsche Anne Haug auf der Laufstrecke eröffneten. Immer wieder schien Duffy aus der Spitze abzufallen - doch immer wieder kämpfte sie sich zurück. Zwei Kilometer vor dem Ziel sorgte Non Stanford dann aber für die Entscheidung: Sie verschärfte das Tempo und riss eine Lücke, Haug und Stimpson folgten ihr mit einigen Metern Abstand im Kampf um Silber - und Duffy, Vierte bereits bei den beiden ersten WM-Serienrennen des Jahres, schien das Podium einige Meter hinter diesem Duo erneut knapp zu verpassen. Erst auf der letzten 400-Meter-Runde, die in Kapstadt im Leichtathletikstadion vor dem Zieleinlauf absolviert wurde, kam sie zurück: Nachdem Stimpson sich von Haug gelöst hatte und der Silbermedaille entgegensprintete, schob sich Duffy an der Deutschen vorbei und sicherte sich Bronze. "Schon wieder Vierte zu werden kam für mich einfach nicht in Frage", lachte Duffy im Ziel anschließend. Haug wehrte sich kaum gegen die Attacke Duffys, reichte ihr doch eine Top-15-Platzierung, um ihre schon im Vorjahr geglückte Qualifikation für die Olympischen Spiele formal zu bestätigen. Die Deutschen Hanna Philippin und Sophia Saller landeten auf den Plätzen 14 und 29.

ITU World Triathlon Cape Town

  1. April 2016, Kapstadt (Südafrika)

Name

Nation

Gesamt

750 m Swim

20 km Bike

5 km Run

1

Non Stanford

GBR

59:49

9:27

32:36

16:18

2

Jodie Stimpson

GBR

59:56

9:36

32:37

16:26

3

Flora Duffy

BER

59:59

8:55

33:21

16:29

4

Anne Haug

GER

1:00:07

9:47

32:21

16:36

5

Kirsten Kasper

USA

1:00:08

9:18

32:51

16:34

6

Vicky Holland

GBR

1:00:15

9:22

32:41

16:44

7

Ai Ueda

JPN

1:00:21

9:49

32:22

16:42

8

Yurie Kato

JPN

1:00:26

9:33

32:36

16:50

9

Sarah True

USA

1:00:33

9:27

32:35

16:57

10

Kaidi Kivioja

EST

1:00:34

9:39

32:28

17:00

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