Australier nominieren Jackson, Snowsill draußen

Nach wochenlangen Diskussionen um Kriterien, Platzierungen und Verdienste hat der australische Triathlonverband sein Frauenteam für die Olympischen Spiele benannt: Emma Jackson und Erin Densham sollen Emma Moffatt im August nach London begleiten. Beendet ist das abstruse Tauziehen um den letzten Olympia-Startplatz im Team Australia damit aber offenbar immer noch nicht.

Von > | 4. Juni 2012 | Aus: SZENE

Emma Snowsill | Emma Snowsill

Emma Snowsill

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Am Ende war das Pfund der olympischen Goldmedaille von Peking für Emma Snowsill zu wenig. Der australische Verband hat sich für Emma Jackson, und damit - so muss man die Nominierung wohl verstehen - für die Zukunft entschieden. Die vergangenen Siege der wohl erfolgreichsten Kurzdistanz-Athletin aller Zeiten spielten bei den Funktionären letztlich keine Rolle mehr. In einer SMS erfuhr Jackson am vergangenen Freitag in Frankreich von ihrer Nomierung. Sie sei ganz aufgeregt herumgesprungen und er habe sie zum ersten Mal seit langer Zeit wieder richtig lachen sehen, berichtete ihr Heimtrainer Steve Moss einem australischen Internetportal. "Natürlich ist sie extrem glücklich und wir werden jetzt nach London fahren und alles geben, was wir haben." 

Déjà-vu für die Olympiasiegerin

Das, darin bestand sicher auch bei den Verbandsoberen kein Zweifel, hatte auch Emma Snowsill bei ihrem zweiten Olympiastart vor. Doch wie schon bei den Spielen von Athen bleibt für die dreimalige ITU-Weltmeisterin beim größten Sportereignis der Welt wohl wieder nur die Zuschauerrolle. Ironie des Schicksals: Auch damals setzte man ihr mit Maxine Seear ein 20-jähriges Nachwuchstalent vor die Nase. Pikant: Snowsill hatte ein Jahr zuvor nicht nur den WM-Titel geholt, sie sicherte sich in den Rennen nach den Olympischen Spielen auch überlegen den damals noch ausgetragenen Gesamtweltcup. Hier liegt auch der Unterschied zu heute. Denn die Lebensgefährtin von Jan Frodeno ist in ihrer Heimat mittlerweile nur noch die Nummer vier. Zu oft verpasste die 30-Jährige in wichtigen Rennen schon beim Schwimmen den Anschluss. Selbst überragende Laufleistungen reichten dann nur noch selten aus, um die Spitze des Feldes noch abzufangen. Ihren letzten großen Sieg feierte Snowsill beim Grand Final der World Championship Series im September 2010 in Budapest.

Entscheidung am "Grünen Tisch"?

Letztlich hat sich der australische Verband seine Entscheidung leicht gemacht - mit der vorqualifizierten Emma Moffatt, der zuletzt überragenden Erin Densham und Youngster Emma Jackson gehen die Olympiatickets an die drei aktuell im ITU-Olympiaranking bestplatzierten Australierinnen. Offenbar nur noch Makulatur: Das 13-seitige Dokument mit den umstrittenen Nominierungskriterien. Für Emma Snowsill bleibt immerhin ein Fünkchen Hoffnung - der "Grüne Tisch". Triathlon Australia räumt allen Nicht-Nominierten das Recht ein, binnen 48 Stunden Einspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Der mögliche Protest soll nach Informationen des Portals "couriermail.com.au" dann vor einem dreiköpfigen unabhängigen Gremium verhandelt und beurteilt werden. Fazit - wenn man es so nennen mag: Fortsetzung folgt ...