Brownlee und dann lange nichts

Die Geschwister Brownlee haben auch bei den Europameisterschaften ihren unfassbaren Lauf fortgesetzt. Sie demütigten nicht nur ihren spanischen Herausforderer Javier Gomez sondern auch alle anderen Konkurrenten. Darunter Daniel Unger und Gregor Buchholz.

Von > | 25. Juni 2011 | Aus: SZENE

Kühlung | Den Bedingungen trotzen

Den Bedingungen trotzen

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Sie sind nicht aufzuhalten. Nicht durch ihre Gegner, nicht durch das Wetter und schon gar nicht durch einen technischen Defekt. Die schnellsten Brüder der Triathlongeschichte haben ihrer Erfolgsstory ausgerechnet im Wohnzimmer ihres schärfsten Widersachers ein Kapitel hinzugefügt. Nach einem spektakulären Rennen holen sich Alistair und Jonathan Brownlee in Pontevedra als erstes Geschwister-Paar EM-Gold und Silber. 

Brownlee vor dem Aus

Wie gewohnt mischen beide schon beim Schwimmen vorn mit und organisieren mit einem halben Dutzend Mitstreitern gleich in der ersten von acht Radrunden eine Attacke. Der Grund: Javier Gomez. Der Publikumsliebling und Lokalmatador verpasst im Wasser den Anschluss und ist damit gleich zu Beginn des Rennens im Zugzwang. Drei Runden kämpft der Weltmeister knapp 30 Sekunden hinter den Führenden, um die Lücke zu schließen - dann hilft Alistair Brownlee unfreiwillig selbst etwas nach. Eine Reifenpanne zwingt den 23-Jährigen zu einem Boxenstopp. Blitzschnell schnappt sich der Brite das Laufrad seines Landsmanns Harry Witshire und macht sich wenige Sekunden hinter Gomez' Verfolgergruppe auf eine unmöglich scheinende Aufholjagd. Gomez gelingt wenig später der Sprung nach vorn - doch ein unglaublicher Kraftakt katapultiert auch seinen ärgsten Rivalen, Alistair Brownlee, wenig später wieder zurück an die Spitze.

Gomez gedemütigt

In der vorletzten Radrunde dann der letzte verzweifelte Versuch der Brownlee-Herausforderer. Die Mutigen: der Russe Dmitry Polyansky, Brownlee-Landsmann Todd Leckie und der Ukrainer Pavel Simko. Und tatsächlich: Das Trio verschafft sich einen kleinen Vorsprung und geht mit wenigen Sekunden Vorsprung auf die entscheidenden Laufkilometer. Doch die Brownlees sind ihnen auf den Fersen. Alistair wechselt trotz Zwischenstopp als Fünfter und nimmt seinen Bruder gleich auf den ersten Metern ins Schlepptau - aber auch Javier Gomez ist noch nicht geschlagen. Polyansky beißt und hält sich bis in die zweite Runde an der Spitze. Und nachdem die Brownlees ihren spanischen Widersacher abgeschüttelt haben, gehen sie auch am Russen vorbei. Gomez kämpft schwer geschlagen weiter hinten mit Seitenstechen. Im Ziel hat er als 40. mehr als fünf Minuten Rückstand. Ein herber Dämpfer für den sympathischen Galizier, der sich für seine Niederlage in Athlone revanchieren wollte.

Der doppelte Brownlee

Das verhindert Alistair Brownlee in überragender Manier. In 30:13 Minuten fliegt er über den 10-Kilometer-Kurs, löst sich kurz vor dem Ziel von seinem jüngeren Bruder und verteidigt nach 1:48:48 Stunden seinen EM-Titel. Silber geht an Jonathan, der tapfere Polyansky wird fast eineinhalb Minuten (!) dahinter mit Bronze belohnt. Wie schon in Kitzbühel verpassen die Deutschen auch in Pontevedra den Sprung unter die besten zehn. Gregor Buchholz läuft sich mit einem guten Laufsplit (32:22 Minuten) noch von Platz 32 auf Rang zwölf nach vorn. Franz Löschke landet wenige Sekunden dahinter auf Platz 17. Daniel Unger, der mit dem großen Hauptfeld in die Laufschuhe wechselt, gibt das Rennen vorzeitig auf.

2011 Pontevedra ETU European Championships

  1. Juni 2011, Pontevedra (Spanien)

1,5 km Swim

40 km Bike

10 km Run

Gesamt

1

Alistair Brownlee

GBR

17:50

58:48

30:13

1:48:48

2

Jonathan Brownlee

GBR

17:52

58:45

30:23

1:48:56

3

Dmitry Polansky

RUS

17:53

58:03

32:06

1:50:10

4

Mario Mola

ESP

18:55

57:43

31:38

1:50:17

5

Alessandro Fabian

ITA

17:47

58:46

31:48

1:50:24

6

Joao Pereira

POR

18:00

58:42

31:55

1:50:39

7

Laurent Vidal

FRA

18:04

58:32

32:14

1:50:55

8

Danylo Sapunov

UKR

18:26

58:12

32:10

1:50:56

9

Tony Moulai

FRA

18:24

58:12

32:24

1:51:03

10

Yegor Martynenko

UKR

19:03

57:36

32:22

1:51:04

...

12

Gregor Buchholz

GER

19:14

57:27

32:23

1:51:11

17

Franz Löschke

GER

18:32

58:06

32:46

1:51:24

23

Reto Hug

SUI

19:11

57:28

33:09

1:52:06

32

Franz Höfer

AUT

19:17

57:22

33:58

1:52:49

46

Andrea Salvisberg

SUI

17:53

58:43

38:18

1:56:59

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