Buschhütten gnadenlos: Hewitt und Murray siegen

Nach dem kleinen Wackler beim Heimrennen hat das EJOT Team Buschhütten im Kraichgau seine Vormachtstellung in der Triathlon Bundesliga eindrucksvoll unterstrichen. Während Andrea Hewitt bei den Frauen überlegen zum Sieg lief, gelang den Männern um Südafrikas Superstar Richard Murray und Sven Riederer sogar ein Dreifacherfolg.

Von > | 6. Juni 2015 | Aus: SZENE

Andrea Hewitt | Andrea Hewitt gewinnt im Kraichgau

Andrea Hewitt gewinnt im Kraichgau

Foto >Jan Sägert / spomedis

Die Zuschauer und selbst Kenner der Szene trauten ihren Augen kaum als Richard Murray nach nur 1,25 Kilometern mit einem Vorsprung von 30 Meter die erste Laufrunde beendete. Keine vier Minuten zuvor waren die DTU-Kaderathleten Maximilian Schwetz (Bromelain POS Team Saar) und Valentin Wernz (Schunk Team TV Mengen) knapp zehn Sekunden vor der etwa 50-köpfigen Gruppe mit allen Favoriten zum zweiten Wechsel gekommen. Mutig hatte das Duo eingangs der letzten von vier Radrunden attackiert und sich ein kleines Polster erarbeitet. Doch die Meute dahinter gönnte den beiden nur wenige Minuten dieses Gefühls. Dann zeigte Murray, warum er aktuell neben Javier Gómez und den Brownlee-Brüdern zu den weltbesten Kurzdistanzathleten gehört. Binnen einem Kilometer verwandelte der Südafrikaner den kleinen Rückstand in einen vorentscheidenden Vorsprung.

Murray lässig, Buschhütten-Team geschlossen

Als er eingangs der vierten Laufrunde aufreizend lässig rückwärts um die Wendemarke lief, war klar: Buschhütten würde auch ohne die deutschen Topathleten Justus Nieschlag und Steffen Justus den zweiten Saisonsieg einfahren. Nachdem Murray auf der Zielgerade geschätzte hundert Hände abgeklatscht hatte und ins Ziel spaziert war, machten Sven Riederer und der Franzose David Hauss das Dreifachpodium für die Siegerländer perfekt. Schwetz und Wernz zahlten für ihre Attacke zwar Lehrgeld - lieferten den begeisterten Zuschauern am Hardtsee aber eine gute Show. In der Mannschaftswertung verwiesen sie das junge Potsdamer Team um Lasse Lührs und Stefan Konrad auf Platz zwei. MRRC München, in Buschhütten noch abgeschlagen Elfter, holte sich überraschend den dritten Rang.

Hewitt überragend, Sieburger stark

Eine Weltklasse-Show lieferte auch die Neuseeländerin Andrea Hewitt. Mit all ihrer Erfahrung schaute sie sich das Rennen über die Sprintdistanz von 750 Metern Schwimmen, 20 Kilometern Radfahren und fünf Kilometern Laufen aufmerksam an und zog das Tempo beim Laufen im richtigen Moment an. Zuvor hatte sie sich als einzige ihres Teams in der zehnköpfigen Führungsgruppe platziert, die beim Radfahren davon profitierte, dass sich die Damen in der Verfolgung nicht einig wurden, wer sich im teils heftigen Wind für die Begleiterinnen "opfert". So vergrößerte sich der Vorsprung der Hewitt-Gruppe bis auf 40 Sekunden. Eine Situation wie gemalt für Hewitt und die Australierin Charlotte McShane, die sogar noch vor der Neuseeländerin aus der Wechselzone sprintete. Doch Hewitt fackelte danach nicht lange und riss ein Loch, das McShane bis ins Ziel nicht wieder stopfen konnte. Mit dem schnellsten Lauf des Tages (16:27 Min.) lief Hewitts Teamkollegin Emmie Charayron (FRA) noch auf den dritten Platz nach vorn. Die Slowenin Mateja Simic sicherte schließlich den Tagessieg ab. Ein starkes Rennen lieferte Lisa Sieburger (Algemarin Team TuS Griesheim). Wenige Tage vor ihrer Abreise zu den Europaspielen in Baku lief sie trotz Radsturz sogar zwei Sekunden schneller als Hewitt und schaffte in der Einzelwertung noch den Sprung unter die Top5. Platz zwei in der Teamwertung ging an das KOMET Team TV Lemgo, Dritter wurde das Stadtwerke Team Witten.

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